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Bauen ist in Stadel trotz Anflugschneise möglich

Im Kern von Stadel könnte ein Dutzend Neubauten entstehen, obschon das Dorf im Fluglärmperimeter liegt. Jetzt sind die ersten Bau- gesuche eingetroffen.

Von Florian Schaer Stadel – Dieses Vorhaben der Stadler haben viele Grundeigentümer und Behörden im Unterland mit besonderem Interesse verfolgt: Das Dorf hat nach einer Möglichkeit gesucht, die noch unüberbauten Parzellen und Parzellenteile in der Kernzone überbauen zu dürfen, obwohl neue Erschliessungsanlagen wie Strassen und Wasserleitungen nicht zulässig sind wegen der Flieger. Durch die Nähe zum Flughafen liegt das Zentrum von Stadel im sogenannten Immissionsgrenzwertperimeter. Wo Flugzeuge zu viel Lärm machen, darf laut Gesetz kein Bauland neu erschlossen werden. In Stadel gibt es zwei Erbgemeinschaften, die Land in der Kernzone besitzen. Sie stellten vor sechs Jahren ein Gesuch um ein amtliches Quartierplanverfahren. Doch ein ordentliches Quartierplanverfahren ist innerhalb des genannten Lärmperimeters nicht erlaubt. «Wir wussten, dass ein öffentlicher Gestaltungsplan das einzig Mögliche war», sagt Stadels Gemeindeschreiber Richard Kälin. Was folgte, war ein sechs Jahre dauernder Verhandlungsmarathon mit Landeigentümern, Gemeinde und Kanton. Am Ende des bürokratischen Hürdenlaufs stand der Gestaltungsplan Usserdorf-Hinterdorf fest, der ein gutes Dutzend Neubauten erlaubt. Wie schafften die Stadler das? Das Gesetz sagt deutlich, dass Neubauten innerhalb des Immissionsgrenzwertperimeters nur dann erlaubt sind, wenn ein «überwiegendes öffentliches Interesse besteht». «Wir mussten den Nachweis erbringen, dass diese Grundstücke bereits erschlossen sind», sagt Kälin. Nur dann würde das «überwiegende öffentliche Interesse» als gegeben gelten. Obschon einzelne Teilgebiete noch kleine Ergänzungen der Erschliessungsanlagen benötigen, war der Kanton am Ende überzeugt und bewilligte den Gestaltungsplan.Allerdings machte er keine Geschenke: «Neben dem Nachweis der vorhandenen Erschliessungsanlagen mussten wir den Plan sehr restriktiv ausgestalten», sagt Kälin. Ob sämtliche Häuser, die im Plan als möglich eingezeichnet sind, auch gebaut werden, entscheiden die Grundeigentümer. Definitiv bewilligt ist noch kein einziges. Doch inzwischen sind die ersten Baugesuche eingetroffen und an den Kanton weitergeleitet worden.

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