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Bei Ottmar Hitzfeld das Handwerk gelernt

Einst spielte Didier Knöpfli unter dem Nationaltrainer bei GC. Morgen trifft er als Coach des interregionalen Zweitligisten Oerlikon/Polizei auf seinen Ex-Klub Höngg.

Von Ueli Zoss Das Training am Mittwochabend liess Didier Knöpfli in dieser Woche aus. Weil der Sportlehrer an der Berufsschule Bülach Ferien hat, zog es ihn eine Weile ins Ausland. Knöpfli unterrichtet in Bülach auch Rechts- und Staatskunde, auf dem Stundenplan steht für diese Bereiche «Allgemeinbildung». Seit mehr als zwanzig Jahren hat er mit Fussball zu tun. Wie steht es um die Allgemeinbildung der Spieler, deren Wege er schon gekreuzt hat? «Das kann man nicht generell beurteilen», sagt Knöpfli und fügt mit einem Lächeln an: «Es gibt gescheite und weniger gescheite Menschen, einige davon spielen Fussball.» Magister und Fussballtrainer – diese Jobs hat Knöpfli mit Ottmar Hitzfeld gemeinsam. Unter dem Schweizer Nationaltrainer trainierte der als Junior talentierte Mittelfeldspieler tatsächlich auch – in der Saison 1989/90 bei den Grasshoppers. Würde ihn Hitzfeld heute bei einer zufälligen Begegnung auf der Strasse wiedererkennen? «Ich glaube schon», sagt der 41-Jährige, «ich jedenfalls würde ihn sofort erkennen.» Knöpfli hat Hitzfeld als «hervorragenden Motivator» in Erinnerung behalten, fühlte sich aber bei GC schlecht beraten. «Ich wollte mindestens ein Jahr voll auf Fussball setzen. Mir wurde aber gesagt, ich solle ruhig auch das Studium beginnen.» Den Sprung ins Fanionteam schaffte er schliesslich nicht, er wechselte zum damaligen NLB-Klub Brüttisellen. Ein Kreuzbandriss warf den Talentspieler später weit zurück, vor allem, weil er zweimal unters Messer musste. «Bei der ersten Operation wurde gepfuscht», sagt Knöpfli. An der ETH brach er das Ingenieur-Studium zugunsten der Ausbildung zum Sportlehrer ab. «Einmal Fussball, immer Fussball, lautete aber mein Motto. Also begann ich, als Trainer zu arbeiten.» Fünf Auswärtssiege Knöpfli pendelte zwischen der 2. Liga regional und interregional, trainierte Höngg, Schwamendingen, Bülach, Hinwil und Regensdorf, ehe er sich vorerst bis Juni 2011 bei Oerlikon/Polizei verpflichtete. Es gefällt ihm ausnehmend gut beim Klub, der 2003 aus der Fusion des FC Oerlikon und dem FC Polizei Zürich entstanden ist. «Der Verein hat eine gute Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit dem Sportchef und dem Vorstand funktioniert.» Er habe als Trainer auch schon andere Voraussetzungen angetroffen, fügt er an. Mit Oerlikon/Polizei feierte Knöpfli in der letzten Saison den Aufstieg, und nach anfänglichen Schwierigkeiten fasste seine Mannschaft in der 2. Liga interregional Fuss. Es gelang sogar das Husarenstück, fünfmal auswärts zu gewinnen. Knöpfli: «Nach zwei Startniederlagen sagte ich zu meinen Spielern, sie müssten nicht immer ungestüm angreifen, sondern in der Abwehr besser spielen. Wir trainierten das. Daraufhin stellte sich der Erfolg ein.» Aktuell nimmt der Verein vom Neudorf mit 17 Punkten aus 10 Spielen den komfortablen fünften Rang ein. «Unser Ziel kann nur der Ligaerhalt sein», sagte der Trainer noch nach dem 0:4 gegen Kosova und dem 1:2 gegen Red Star zum Saisonauftakt. Erster Heimsieg gegen Ex-Klub? Vor eigenem Publikum wartet Oerlikon/Polizei aber immer noch auf den ersten Sieg. Die Aufgabe morgen gegen Höngg (16 Uhr) wird nicht einfach. Das Team vom Hönggerberg führt die Tabelle mit 5 Punkten Vorsprung auf Kosova an. Knöpfli trifft auf seinen ehemaligen Verein, mit dem er während seiner ersten Trainerstation vor elf Jahren in die 2. Liga aufgestiegen ist. «Ich kenne die aktuelle Mannschaft und ihren Trainer Stefan Goll ziemlich gut – der Gegner kennt uns aber ebenfalls», sagt Knöpfli und schliesst taktische Überraschungsmomente eher aus. Das mögliche Rezept zum Erfolg sieht er wiederum in einer soliden Abwehrleistung. Sportlehrer und Trainer statt Fussballprofi: Didier Knöpfli. Foto: Sophie Stieger

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