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Beim Dorfplatz bleibt alles beim Alten

Im Dorfzentrum von Illnau ändert sich in nächster Zeit nichts: Das Parlament hat Kredite für die Sanierung der Liegenschaft Usterstrasse 23 und die Gestaltung des Illnauer Dorfplatzes zurückgewiesen.

Von Till Hiemer Illnau-Effretikon – Die beiden Lager, die sich am Donnerstagabend im Grossen Gemeinderat von Illnau-Effretikon in Sachen Abriss oder Sanierung der Illnauer Liegenschaft Usterstrasse 23 gegenüberstanden, waren fast gleich stark – aber eben nur fast: Nach zahlreichen Voten dafür und dagegen setzte sich schliesslich die Ratsrechte mit 18 zu 16 Stimmen sehr knapp durch. Dies war auch der Vorentscheid für den Kredit der Dorfplatzgestaltung. André Büecheler (SVP) hatte für die Rechnungsprüfungskommission (RPK) gefordert, das Geschäft der Liegenschaftssanierung an den Stadtrat zurückzuweisen, damit dieser nochmals über die Bücher geht. Der Stadtrat wollte einen Kredit von 2,2 Millionen Franken, um die Liegenschaft, die 1928 erbaut worden und in schlechtem Zustand ist, sanieren und umbauen. Das Haus sei in architektonischer Hinsicht zu wertvoll und prägnant für das Illnauer Dorfbild, um es abzureissen, argumentierte der Stadtrat. Zudem sei es im Inventar der schützenswerten Objekte aufgeführt. Der Stadtrat könnte sich vorstellen, die Bibliothek dort unterzubringen. Diese ist momentan beim Gasthof Rössli beheimatet und platzt aus allen Nähten. Denkmalpflege spricht mit Falls das Gebäude aus dem Inventar entlassen werde, um es abzureissen, werde die Denkmalpflege den juristischen Weg beschreiten, sagten die Befürworter der Sanierung. Dies würde eine jahrelange Verzögerung mit sich bringen. Die bürgerlichen Politiker wollten aber nicht kapitulieren. «Schliesslich haben wir heute einen politischen Entscheid zu fällen – und keinen juristischen», meinte etwa Stefan Eichenberger von den Jungliberalen.Selbst in der Rechnungsprüfungskommission war das Anliegen des Stadtrats umstritten – er war nur bei einer Minderheit auf Gehör gestossen. «Eine Rückweisung bringt nichts – ausser zusätzlichen Kosten», sagte Andreas Hasler (GLP). Aber auch dieses Votum nützte nichts mehr. Dorfplatz-Nein logische Folge Eng verknüpft mit dem Schicksal der Usterstrasse 23 war das Geschäft zur Dorfplatzgestaltung, da sich die umstrittene Liegenschaft genau dort befindet. Hier forderte der Stadtrat einen Kredit von 450 0000 Franken für eine Natursteinpflästerung sowie die Erweiterung und die Umgebungsgestaltung des Platzes. Die Mehrheit der RPK forderte wiederum die Zurückweisung. Nachdem der erste Kredit aber bachab geschickt worden war, trat die Kommission dann doch geschlossen auf und macht so den Weg frei für eine gesamtheitliche Lösung. Das schlug sich im Abstimmungsresultat entsprechend nieder: Mit 20 gegen 2 Stimmen – allerdings bei einigen Enthaltungen – wurde auch dieses Geschäft an den Stadtrat zurückgewiesen. Dies ganz im Sinne eines Marschhalts für das ganze Projekt. An der Parlamentssitzung in Illnau-Effretikon wollte FDP-Gemeinderat Stephan Thalmann ein Postulat an den Stadtrat überweisen. Darin verlangt er, dass die Exekutive den Bau einer Bahnunterführung in Illnau prüfen soll, dies allenfalls mit Kostenbeteilung der SBB. Letztere planen, die Station ab 2015 im Viertelstundentakt zu bedienen. Das würde bedeuten, dass dort mindestens acht Züge in der Stunde durchfahren. Dies wiederum hiesse, dass die Bahnübergänge an der Effretikoner- respektive Grauselstrasse mindestens 25 Minuten pro Stunde geschlossen wären. Da die S-Bahn-Züge sich künftig am Bahnhof Illnau kreuzen sollen, könnte die Wartezeit für Autofahrer hinter geschlossenen Barrieren sogar noch länger ausfallen. «Dies führt zweifellos zu Mehrbelastungen für die Bevölkerung in Form von Motorenlärm, Schadstoffimmissionen und allenfalls Abfall», so Thalmann. Auch die Zufahrten würden durch die wartenden Autofahrer länger blockiert. Da der Bahnhof sowieso vor einem Umbau steht, sei die Gelegenheit optimal, gleichzeitig eine Unterführung zu realisieren. (thi) Das Haus an der Usterstrasse 23 wird nicht saniert. Foto: David Kündig

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