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Benützung des Hecht-Saals soll reglementiert werden

Dübendorfer Vereine klagen über den Hecht-Saal, weil sie mit der Belegung und dem Service unzufrieden sind. Auch die Stadt und die Besitzer sind unglücklich. Nun ist eine Lösung in Sicht.

Dübendorf. - Mit dem Stück «Die zwölf Geschworenen» feierte das Laientheater Einhorn dieses Jahr im Hecht-Saal einen Erfolg. Inwiefern sich dieser im kommenden März wiederholen lässt, ist indessen unsicher. Denn just innerhalb der geplanten Spieldaten will auch der Jodelklub Schwyzerhüsli sein Chränzli im Saal des Restaurants Hecht abhalten. «Das ist bei weitem nicht die erste Terminkollision», moniert Thomas Fink, der Präsident des Theatervereins. Regelmässig werde der Saal an einem Abend zwei- oder gar dreifach gebucht. Das Problem bestehe, seitdem sie vor zehn Jahren von der Oberen Mühle in den Hecht gewechselt hätten. «Ich möchte einfach mal eine ganz normale Produktion durchziehen», klagt er. Dies habe noch unter keinem der Wirte geklappt, die sich im Hecht die Klinke in die Hand gaben.

Wer zahlt die Stromrechnung?

Nun setzt der Vereinspräsident auf die Fortsetzung der Gespräche, welche die Vertreter der verschiedenen Parteien und der Stadt kürzlich aufgenommen haben. Und er hofft auf ein Reglement, welches die Rechte und Pflichten der Benützer und des Wirts festlegt. Neben einem besseren System für die Reservationen möcht Fink Klarheit darüber, wer für die Sauberkeit verantwortlich ist und wie die Verpflegung geregelt ist. Dabei ist er auch zu Konzessionen bereit: «Dass der Wirt für die hohen Stromkosten aufkommt, die wir mit unserer Produktion verursachen, ist sicherlich auch nicht ideal.»

Doch auch ein Reglement ändert nichts daran, dass der Hecht-Saal im kommenden März doppelt besetzt ist. Für Fink gibt es zwei Optionen: «Entweder verschieben wir einzelne Aufführungen und machen Abstriche beim Bühnenbild, damit der Saal zwischendurch von anderen Vereinen genutzt werden kann. Oder wir suchen nach einer Alternative.» Er habe bereits mit den neuen Betreibern des Kinos Gespräche geführt. Eine Option sei auch ein Zelt auf dem Vorplatz der Oberen Mühle. «Doch ob sich das bereits im kommenden Frühjahr realisieren lässt, ist doch sehr fraglich.»

Beim Jodelklub Schwyzerhüsli unterstreicht man das gute Einvernehmen mit den Theaterleuten. Dennoch sei es nicht ganz unproblematisch, dass der Theaterverein den Saal 60 von 100 Tagen besetze, welche die Stadt von den Besitzern einkauft und den Vereinen zur freien Benützung überlässt. «Immerhin gibt es in Dübendorf sehr viele Vereine», sagt Aktuar Paul Tobler. Man könne aber auch fragen, weshalb die Säle der beiden Kirchgemeinden so «sündhaft» teuer sein müssten. So sei es nicht möglich, auf andere Lokalitäten auszuweichen. Die Stadt sei zwar guten Willens, eine Lösung zu finden. «Aber wenn der Wirt die Termine nicht korrekt in seine Agenda einschreibt, kann natürlich niemand etwas machen.»

Unzufrieden ist auch Heidi Johner, Präsidentin der Pro Femina, die einmal monatlich im Hecht-Saal ein Treffen veranstaltet. «Wir zittern jedes Mal: Ist der Saal frei? Ist alles bereit und sauber? Funktionieren die Lautsprecher und der Hellraumprojektor?» Als das Restaurant Hecht noch der Stadt gehört habe, sei alles besser gewesen, erinnert sie sich. Die Probleme hätten erst begonnen, als die Liegenschaft vor neun Jahren verkauft und danach umgebaut worden sei. «Richtig schlecht wurde es, als das Restaurant zur Pizzeria wurde», sagt die Vereinspräsidentin. Weiter kritisiert sie, dass es im Hecht fast unmöglich sei, eine Ansprechperson zu finden. Das bemängelt auch Adolf Schneider, der Präsident des Jahrgängervereins. Auch dessen Mitglieder kommen einmal im Monat im Hecht-Saal zusammen - und haben dabei mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie die andern Benützer. Letztlich ist Schneider aber froh, dass sich die Situation immer mehr zugespitzt hat. «So kam der Stein ins Rollen, und die Verantwortlichen haben sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt.»

Besitzer des Hechts sind Martin Glarner und Urs Räbsamen. «Von der Rendite her gibt es sicherlich bessere Objekte, aber der Hecht gehört halt einfach hierher», sagt Glarner, der in Dübendorf zur Schule ging und auch eine Zeit lang hier lebte. Es sei ihm deshalb ein Anliegen, dass sich im Lokal alles wieder zum Besseren wende. Momentan redeten die Beteiligten aber aneinander vorbei, und niemand wüsste so recht, was Sache ist. Glarner verschweigt auch nicht, dass er mit dem Wirt nicht zufrieden ist.

Keine echten Probleme kann Geschäftsführer Mehmet Yilmaz ausmachen. Er sei seit dem 1. September im Hecht. In dieser Zeit hätten schon verschiedene Vereine den Saal genutzt, Schwierigkeiten habe es aber keine gegeben, sagt er. Was früher vorgefallen sei, wisse er nicht. Nicht einfach zu lösen sei allerdings, dass das Theater Einhorn den Saal über eine längere Zeit besetze. Yilmaz begrüsst daher die Gesprächsrunde wie auch die Absicht, ein Reglement auszuarbeiten.

Service lohnt sich nicht

Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) hat die Sache als Vertreter Dübendorfs in die Hand genommen. Er sieht die Stadt allerdings eher in einer Nebenrolle. «Wir sind nicht die Besitzer und haben daher auch keine Einflussmöglichkeit.» Er sei von Martin Glarner gebeten worden, bei der Ausarbeitung eines Reglements zu helfen - was die Stadt auch gerne tue. Schliesslich sei der Hecht für Dübendorf sehr wichtig. Am Anfang habe eben alles funktioniert, deshalb sei erst auf ein Regelwerk verzichtet worden, hält Ziörjen fest. Das Reglement soll Ende Oktober bereit sein.

Grundsätzlich macht er die unklare Situation und Mängel in der Kommunikation für die Krise verantwortlich. «Manche Vereine fühlen sich automatisch als Gäste, weil sie sich in einem Restaurant befinden.» Für den Wirt hingegen lohne es sich nicht, für eine Versammlung und ein paar hundert Franken Umsatz teure Servicekräfte zu engagieren. «Diese beiden Positionen könnte man unter einen Hut bringen, denn die Vereine sind ja froh um den Saal - aber dazu muss man miteinander reden», bringt es Ziörjen auf den Punkt.

Weiter sei wegen der chaotischen Buchführung nicht klar, wie oft die Vereine den Hecht tatsächlich belegten. Die Stadt zahlt für die 100 Tage im Jahr 24 000 Franken. Ziörjen geht davon aus, dass die Belegung deutlich höher ist. Solange aber niemand verlässliche Zahlen liefere, müsse man gar nicht darüber nachdenken, ob die Stadt womöglich mehr Tage einkaufen und damit den Druck auf den Hecht-Saal mindern könnte.

Niemand weiss, wie oft der Saal von den Vereinen tatsächlich genutzt wird.

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