Zum Hauptinhalt springen

Bergmotive zwischen Uster und Bahrain

Die Künstlerin Dana Koheji Baker wurde in Bahrain geboren uns lebt nun in Uster. Die Schweizer Berge geben ihr Inspiration.

Von Martin Meier Uster – Die Gemälde der Künstlerin Dana Koheji Baker handeln von Bergen. Wegweisend sind die Berührungslinien von Felsmassiv, Himmel und Erde. «Auf die Schweizer Berge muss man reagieren», sagt sie. «Sie werden bestiegen, und man baut Wanderwege. Berge werden vermessen und mittels Höhenlinien kartografiert.» Ihre Reaktion auf diese Inbesitznahme des alpinen Raums ist eindrücklich: Der Berg wird sosehr Weg, bis er als Linie fast vollends in der Abstraktion verschwindet. Die Liebe zu den Bergen erfasste die Künstlerin Dana Koheji Baker auf Umwegen. Mit 16 Jahren kam sie aus dem arabischen Inselstaat Bahrain nach London und besuchte dort eine Mittelschule. Zwei Jahre später studierte sie Malerei an der Slade School of Fine Art, einer Talentschmiede, der in den 90er-Jahren so mancher Künstler entsprang, der später unter dem Label «Young British Artists» bekannt wurde. «Es war einfach unglaublich, in London zu sein» sagt die heute 32-jährige Koheji Baker schwärmend. Bis anhin hatte sie ausser Wasser und Sand nicht viel gesehen. Ihr Tutor an der «Slade» brachte Dana Koheji Baker die soziale Dimension der Malerei nahe. Sie begann, die im Zweiten Weltkrieg zerbombten Stadtteile Ostlondons zu erkunden – es wimmelte von Zeitgeschichte. Die Künstlerin wollte dieses Erlebnis teilen: «Der Betrachter sollte in meine Malerei hineingezogen werden.» Zwei bis drei Meter breit wurden ihre Leinwände – ähnlich gross, wie die Historienbilder bedeutender Schlachtenmaler. «Die Industrielandschaften befinden sich in permanenter Veränderung, dort herrscht ein Kampf zwischen Neu und Alt», sagt sie. Südamerikanische Felsmassive 2001 reiste Koheji Baker dank eines Stipendiums nach Peru. Dort sah sie unter dem weiten Himmel zum ersten Mal gigantische Felsmassive, was ein einschneidendes Erlebnis für ihren künstlerischen Weg sein sollte. «Mein von Industrielandschaften verstellter Blick änderte sich, meine Bilder wurden leichter, der Farbauftrag transparenter.» Nach dem Abschluss des Kunststudiums kam Baker 2003 in die Schweiz, zuerst nach Zug, dann nach Zürich, ehe sie in Uster landete. Die Berge rückten weiter weg, die grossen Formate schrumpften: «Da war plötzlich die bekannte Weite weg.» Erst allmählich fand eine Rückbesinnung zum Grossformat statt. Das Resultat davon ist nun in der Ausstellung «Pathways» in der Villa Grunholzer zu betrachten. Villa Grunholzer, Florastrasse 18, Uster. Mi bis Fr: 16 bis 19 Uhr, Sa und So: 13 bis 17 Uhr. Bis am 15. Januar. Die 32-jährige Dana Koheji Baker mit einem ihrer Werke. Foto: Renato Bagattini

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch