Zum Hauptinhalt springen

«Blocher scheint jedes Mittel recht zu sein»

Heikle Geschäfte Blocher schweigt zum Fall Hildebrand und redet über grosse Zürcher, TA vom 3. Januar Gestohlene Unterlagen. Das Vorgehen vom SVP-Vize ist vergleichbar mit der Verwendung vom geklauten CD mit Kundendaten bei Schweizer Banken durch die deutschen Steuerbehörden. Blocher bediente den Bundesrat doch auch mit Unterlagen, in deren Besitz er nur mittels einer kriminellen Handlung gelangte. Nun ist gemäss eigener Aussage für Blocher die Zeit zum Schweigen gekommen. Es ist zu hoffen, dass ihn die Staatsanwaltschaft wieder zum Reden bringt. Urs Schüpbach, Hofstetten Whistleblowing regeln. Die Fälle von Whistleblowing häufen sich, ein klares Indiz, dass offenbar an einigen Orten Missstände vorliegen, über die man bisher nicht zu sprechen sich getraute. Die neuesten Enthüllungen über mögliche Insidertransaktionen im Umfeld des SNB-Chefs sind das letzte Beispiel. Niemand hat Interesse, die Nationalbank zu destabilisieren. Allerdings besteht ein Interesse daran, eventuelle Ungereimtheiten aufzudecken. Hohe Ämter erlauben keine Toleranzmarge. Der Persilschein für die erfolgten Transaktionen wurde durch die eidg. Finanzkontrolle und Pricewaterhouse Coopers etwas gar schnell ausgestellt. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass die Angelegenheit offenbar doch noch nicht ganz geregelt ist. Die erfolgten Gerichtsurteile über Whistleblower sind enttäuschend ausgefallen und vermochten nicht zu überzeugen. Im Interesse der Gerechtigkeit seinen Namen aufs Spiel zu setzen sollte keine negativen richterlichen Konsequenzen zur Folge haben, der Gang durch die Institutionen ist oft nicht zielführend. Der Gesetzgeber ist gefordert. Beda Düggelin, Zürich Blocher sollte sich zurückziehen. Kann das bei der SVP mit der heutigen «Rennleitung» so weitergehen. Oder wäre es nicht besser, wenn Christoph Blocher sich in den Ruhestand begeben würde? Nur wer getraut sich, dem Gründer der Partei das beizubringen? Es ist allseits anerkannt, dass Christoph Blocher Grosses geleistet hat. Darauf darf er sicher stolz sein. Aber wenn er glaubt, dass die SVP heute nur von ihm richtig geführt werden könne, täuscht er sich. Und wenn auch der Vorstand daran nichts ändert, hat die SVP in vier Jahren das Ziel der Konkordanz erreicht, weil sie dann die viertstärkste Partei sein wird, und Anspruch auf einen Sitz hat – und diesen hat sie ja schon. Es könnte dann aber sein, dass Christoph Blocher zum Titel «Gründer der SVP» auch noch den Titel «Totengräber der Partei» bekommen könnte. Aber noch etwas anderes in der Schweizer Politik gibt mir zu denken. Immer mehr Politiker richten ihre Attacken gegen die Politiker, statt für oder gegen die Sache. Wir imitieren immer mehr die Politik der USA-Parlamentarier – der Gegner wird bekämpft, ob sein Programm gut ist oder schlecht. Wohin das führt, wissen wir heute – in den Staatsbankrott. Hans Ulrich Müller, Uitikon Jagd auf Christoph Blocher. Mit bewundernswertem Geschick und voll Ironie führt uns Iwan Städler die Lächerlichkeit vor Augen, die die Jagd auf Alt-Bundesrat Christoph Blocher in dieser Geschichte darstellt. Blocher erhält Kenntnis von einer nach Insiderwissen riechenden Transaktion der Gattin von Nationalbankpräsident Hildebrand. Er gab sein Wissen an die damalige Bundespräsidentin – die dafür zuständige Stelle – weiter, damit diese über allfällige weitere Schritte befinde. Damit war Blochers Beteiligung am Geschehen abgeschlossen. Was soll er dazu sagen? Wissenswert wäre vor allem, wer mit welchem Interesse diese bis dahin banale Geschichte an die Öffentlichkeit getragen hat und weshalb die Medien diese unisono so verbissen zu einer weiteren Hetzjagd gegen Blocher und die SVP aufgebaut haben. Gut, dass es Journalisten wie Iwan Städler in solchen Situationen gelingt, die einfachen Leser mit Witz und Humor aufzuklären. Hans Christian Müller, Zürich Nationalbank nicht schwächen. Die Finanzpolitik, welche die Nationalbank verfolgt, und insbesondere ihr aktueller Präsident sind der SVP und ihrem «Chef» Christoph Blocher schon lange ein Dorn im Auge. Ihm scheint zudem jedes Mittel recht zu sein, um Philipp Hildebrand zu schaden und ihn zu destabilisieren. Und dies in einer nach wie vor kritischen Phase für unsere hiesige Exportwirtschaft. Der Wechselkurs zum Euro ist zwar nach wie vor zu tief, trotzdem ist es in erster Linie wichtig, die Nationalbank und ihre Exponenten nicht zu schwächen, sondern für zukünftige Eingriffe über alle politischen Parteien hinaus zu stärken. Eine Nationalbank mit angeschlagener Glaubwürdigkeit wäre Gift für unsere exportierende Wirtschaft. Dies scheint jedoch weder die SVP noch Christoph Blocher zu interessieren. Das Motto heisst voll gegen Philipp Hildebrand. Ich schätze Philipp Hildebrand genug clever und integer ein, dass er wegen Insidergeschäften für eine solch tiefe Gewinnsumme seinen Job und seine Glaubwürdigkeit als Nationalbankpräsident aufs Spiel setzen würde. Hingegen wäre es spannend, mehr Licht in die Rolle von Christoph Blocher und der SVP in diesem miesen Spiel zu bringen. Pascal Merz, Sursee Viel zu viel Blocher in der Zeitung. Neues Jahr, alte Köpfe, alte Themen. Schon die erste Ausgabe des «Tages-Anzeigers» knallt uns auf der Titelseite und auf Seite 3 lange Artikel über eine Partei und einen Parteistrategen entgegen, den wir lieber ein bisschen weniger oft sehen möchten. Herrn Blochers Sicht der Schweiz kennen wir ja eigentlich schon lange, zu lange. Die Medien berichteten immer wieder ausführlichst darüber. Weshalb nur wird dieser Herr so hochstilisiert? Wir haben doch noch andere einflussreiche Leute verschiedenster Parteifarben, die sich um das Wohlergehen der Schweiz kümmern. Leute mit Weitsicht und Einsicht. Politiker und Politikerinnen, die wissen, dass wir allein nicht weiterkommen. Dass wir über unsere Grenzen hinaus mit den anderen Ländern zusammenarbeiten müssen.Und dann dieser riesige Titel: «Blocher schweigt». Ja dann lasst ihn doch um Himmelswillen schweigen, bis er wirklich etwas zu sagen hat, das unserem Land (auch wir Menschen mit anderen politischen Ansichten sind Schweizer) hilft oder meinetwegen dient. Das könnte aber eine Weile dauern. In der Zwischenzeit könnte Herr Blocher ja vor den Gremien aussagen, die wirklich Auskunft von ihm erhalten müssen. Aber da wird er auch das Schweigen vorziehen. Übrigens haben wir doch eine neue Bundespräsidentin. Es wäre interessant, zu erfahren, was sie zur Entwicklung der Schweiz zu sagen hätte, wie sie (zusammen mit Bundesrat und Parlament) Probleme lösen möchte. Davon stand aber kein Wort in der Zeitung. Ich stelle mir die Berichterstattung einer unabhängigen Zeitung etwas anders vor. Monika Keller-Müller, Grabs «Christoph Blocher gab sein Wissen an die damalige Bundespräsidentin weiter. Damit war seine Beteiligung am Geschehen abgeschlossen. Was soll er dazu sagen?» Christoph Blocher informierte die Bundespräsidentin über Devisentransaktionen der Familie Hildebrand. Foto: Keystone

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch