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Bordellbetreiberin wegen Sozialhilfebetrugs verurteilt

Die Winterthurerin hat rund 70?000 Franken Fürsorgegelder zu Unrecht bezogen. Jetzt wurde sie zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Zürich – Die 38-jährige Frau betreibt seit drei Jahren ein Bordell. Während die attraktive Osteuropäerin mit voller Tatkraft in Winterthur das Erotikstudio aufbaute, meldete sie sich in Zürich als angeblich mittellose und herzkranke Frau bei der Sozialhilfe an. Laut Anklage kassierte sie zwischen Frühjahr 2008 und Sommer 2009 rund 70?000 Franken Fürsorgegeld. Allein mit dem Bordell erzielte sie innerhalb von drei Monaten einen Gewinn von 15?000 Franken und leistete sich ein geleastes Auto. Kein Unrechtsbewusstsein Zudem verschwieg sie den Sozialbehörden, dass sie als Folge einer Scheidung von einem Aargauer Kaderbeamten im Februar 2009 Pensionskassengelder in der Höhe von 56?000 Franken erhalten hatte. Weitere 20?000 Franken bekam sie als Unterstützung von ihrer Mutter. Ausserdem kassierte sie von einem Bruder monatlich eine Untermiete und bewahrte in einem Banktresor Schmuck im Wert von rund 5000 Franken auf. Vor Obergericht fehlte der Frau jegliches Unrechtbewusstsein. Sie sah beim besten Willen nicht ein, weshalb sie ihre Altersfürsorge hätte angeben sollen. Auch den Schmuck stufte sie als persönliche Erbstücke ein. Ebenso das Darlehen ihrer Mutter, das die Behörden überhaupt nichts angehe, sagte sie. Richter: «Zu milde» Das Bezirksgericht Zürich hatte die Angeklagte im Juni 2010 für schuldig befunden. Das Obergericht bestätigte nun den Entscheid weitgehend und ging von einem erwiesenen Deliktsbetrag von 40?000 Franken aus. Die Angeklagte habe ihre Einnahmen nicht angegeben und damit die Sozialhilfe betrogen, sagte der Vorsitzende. Das Obergericht bestätigte die von der ersten Instanz ausgefällte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken auf Bewährung. Die Verurteilte muss zudem die Berufungskosten von 3000 Franken tragen. Die Richter sprachen von einer zu milden Strafe, konnten aber infolge eines Bestätigungsantrags der Staatsanwaltschaft das Strafmass nicht erhöhen. Auf das Schadenersatzbegehren der Stadt Zürich trat das Obergericht nicht ein. Darüber könnte ein ziviles Gericht entscheiden.(SDA)

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