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Braucht Mönchaltdorf einen Golfplatz?

Pro und KontraAm Donnerstag entscheidet die Gemeindeversammlung über die Landumzonung. Das Golfplatzprojekt im Widenried in der Gemeinde Mönchaltorf ist abzulehnen, weil 50 Hektaren gut geeignetes Landwirtschaftsland davon betroffen sind. Jeder Landwirt in Mönchaltorf weiss, dass im Gebiet Widenried auch nach viel Regen kaum Wasser liegt, was man von allen anderen Gebieten rund um Mönchaltorf nicht sagen kann. Der betroffene Boden ist Braunerde und nicht Moorerde, die dem Schwund unterliegt. Die kantonale Bodeneignungskarte zeichnet diese Böden denn auch als gut bis sehr gut aus. Auch die Befürworter des Golfplatzes essen sich gerne satt. Wo wachsen diese Nahrungsmittel? Im Gestell der Grossverteiler? Wenn wir essen wollen, brauchen wir auch fruchtbaren Boden. Es ist verantwortungslos, die Nahrungsmittelproduktion noch mehr ins Ausland zu verlegen. In den Plantagen der Agro-Konzerne sehen wir den Düngemittel- und Pestizideinsatz nicht. Wussten Sie, dass rund um die Schweiz Mittel eingesetzt werden, die hierzulande längst verboten sind? Hinzu kommt, dass vielerorts die Nahrungsmittel unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden. Oft kann sich da ein Landarbeiter nicht einmal die Grundnahrungsmittel leisten. Ist es ethisch vertretbar, dass so viel sehr gutes, fruchtbares Land für eine Freizeitbeschäftigung der Wohlstandsgesellschaft zur Verfügung gestellt wird? 50 Hektaren Land für den Sport von verhältnismässig wenigen hergeben, anstatt den fruchtbaren Boden, mit dem man den Jahreskonsum an Brotweizen von 6100 Personen decken könnte, zu erhalten? Hier mehr Natur als verlockendes Argument und weit weg unwürdige Produktionsbedingungen für unsere Nahrung – diese Sichtweise ist heuchlerisch. Der Kanton Zürich weist bereits heute gegenüber der Bundesvorgabe ein Manko von rund 5400 Hektaren an geeigneten Böden aus. Es ist unverständlich, wie die Kantonsregierung das Begehren nach einem Golfplatz überhaupt so weit zulassen konnte. Jüngste Bundesgerichtsentscheide zeigen, dass das Gericht den Erhalt von guten Böden für die Nahrungsmittelproduktion als eine hohe Pflicht der Kantone erklärt und in der direkten Abwägung klar über das Bedürfnis Golfspielen stellt. Bereits investiertes Geld sowie aufgewendete Zeit und Energie der Initianten ändern an den Grundvoraussetzungen nichts, und vor allem rechtfertigt es die Umnutzung von fruchtbarem Land nicht. Zusätzlich werden durch den Verlust von 50 Hektaren Land unweigerlich die übrigen Boden- und Pachtzinse von Landwirtschaftsland steigen. Und das wird den Bestand weiterer Familienbetriebe gefährden. Darum: Nein zum Golfplatz. Ja zur Erhaltung der guten Böden zur Nahrungsmittelproduktion: saisonal, regional und fair. * Heinz Kunz ist Mitglied der IG Pro Mönchaltorf ohne Golfplatz. Ein Golfplatz in Mönchaltorf bietet Vorteile für die Gemeinde und ihre Einwohner: Das Sport- und Erholungsangebot in Mönchaltorf wird für jüngere wie ältere Einwohner mit Golf gratis erweitert. Die Gemeinde steigert kostenlos ihre Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort. Die Golfanlage bevorzugt Einwohner von Mönchaltorf mit vorteilhaften Spielbedingungen und fördert den Jugendsport. Für Betrieb und Unterhalt werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Das lokale Gewerbe profitiert durch Bau und Betrieb der Anlage. Das heute eintönige Erholungsgebiet wird mit standortgerechter Gestaltung und Bepflanzung und zusätzlichen Wanderwegen zu einem echten Naherholungsgebiet aufgewertet. Die Zugänglichkeit für Spaziergänger auf Flur- und Wanderwegen bleibt voll erhalten, es gibt keine Gefährdung durch Golfbälle und auch keine Netze. Ein Golfplatz in Mönchaltorf bietet Vorteile für Landschaft und Natur: Die ausgeräumte Ackerlandschaft im Perimeter von 50 Hektaren wird mit minimalen topografischen Veränderungen, der Öffnung von eingedolten Bächen sowie der Schaffung von offenen Gewässern und Feuchtgebieten rückgeführt in die natürliche Landschaft von 1940. Das führt zu Abwechslung und hoher Artenvielfalt. 30 Prozent der Fläche dienen dem Golfspiel, 30 Prozent sind extensiv bewirtschaftete Übergangsflächen zwischen den Spielbahnen, 40 Prozent sind naturnahe Ausgleichsflächen wie Magerwiesen und Biotope. Das Drainagenetz wird ohne Kosten für die Gemeinde oder die Flurgenossenschaft unterhalten. Weil Pachtverträge über 50 Jahre abgeschlossen werden, garantiert die Anlage den langfristigen Erhalt der Grünzone. Andere Nutzungsmöglichkeiten wie industrieller Gemüsebau, Ackergrossbetriebe oder gar Deponien sind nicht mehr möglich. Ein Golfplatz in Mönchaltorf bietet Vorteile für Landwirtschaft und Fruchtfolgeflächen (FFF). Kein Landeigentümer, Landwirt oder Pächter wird zur Aufgabe der landwirtschaftlichen Tätigkeit gezwungen – er erhält ausserhalb des Perimeters ausreichend Ersatzland. Die 30 Hektaren FFF bleiben entgegen anderslautenden Behauptungen bestehen, da ein kurzfristiger Rückbau vorgeschrieben, eingeplant und finanziell abgesichert ist. Mit dem Gestaltungsplan werden die heute umstrittenen Bodenkarten mit professionellen Bohrungen und Messungen verifiziert. Die Ausdünnung der oberen Bodenschichten durch intensive ackerbauliche Bewirtschaftung wird gestoppt. Die Ausbringung von Dünger reduziert sich um 90 Prozent gegenüber landwirtschaftlicher Nutzung, wodurch die Überdüngung der Greifensee-Schutzzone zurückgeht. Fazit: Der Golfplatz benachteiligt niemanden, nützt aber vielen – also stimmen wir der Umzonung zu! * Peter Rigg ist Präsident des Golfclubs Mönchaltorf. Nein Ja Ein Golfplatz schadet niemandem, nützt aber vielen. Nahrung für alle statt Golf nur für wenige.

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