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Brutalo-Vater wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt

Er hätte seine Tochter fast erhängt. Jetzt muss der Höremer Familienvater für sechs Jahre hinter Gitter.

Von Fabian Boller Dielsdorf – Bis auf ein leichtes Kopfschütteln nahm der 45-jährige Kosovare das Urteil gestern reglos zur Kenntnis. Der Familienvater aus Höri muss für sechs Jahre hinter Gitter, weil er seine fünf Kinder und seine Frau über Jahre misshandelt hatte. Die Gerichtspräsidentin sprach denn auch von einem «Regime der Angst und Unterdrückung». Besonders brutal war der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft gegen seine 26-jährige Tochter vorgegangen. Im August 2005 war er mit ihr in eine Lagerhalle in Dielsdorf gefahren. Dort hatte er sie wie an einem Galgen aufgehängt, bis die Frau das Bewusstsein verlor und ungewollten Urinabgang hatte. Hintergrund der Tat war offenbar, dass die Tochter ihren Vater damit konfrontiert hatte, dass dieser eine Geliebte hat. Zur Heirat gezwungen Auch seine weiteren drei Kinder traktierte der Kosovare immer wieder mit Schlägen. Einer Tochter drohte er zudem mit dem Tod, weil sie nicht in eine arrangierte Hochzeit einwilligen wollte. Viele der Delikte taxierte das Gericht aber als Tätlichkeiten, die bereits verjährt sind. In gewissen Punkten wurde der brutale Vater sogar freigesprochen, weil die Aussagen der Kinder teilweise unklar oder widersprüchlich waren. Angebliche Verschwörung Der Angeklagte baute seine Verteidigung auf einer Verschwörungstheorie auf. Die Familie habe sich gegen ihn verbündet. Das Gericht schenkte den Aussagen der Kinder aber mehr Glauben. Der Angeklagte hingegen hatte sich unglaubwürdig geäussert. Er bezichtigte zuerst seine Frau, später seine Tochter und zuletzt deren Freund des angeblichen Komplotts. Gegen den Verurteilten sprach auch, dass er neben seiner sechsköpfigen Familie eine weitere Kleinfamilie pflegte und sich in Kosovo eine heimliche Geliebte hielt. Da der Angeklagte bereits seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt, bleibt er noch maximal vier Jahre in Haft. Seinen Kindern muss er zudem eine Genugtuung bezahlen. Der Staatsanwalt forderte 14 Jahre Gefängnis, der Verteidiger einen Freispruch. Ob alle Parteien das Urteil akzeptieren werden, stand gestern noch nicht fest. Die Familie des Angeklagten erschien nicht zur Urteilseröffnung.

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