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Bundesgericht korrigiert Entscheid der Kilchberger Baukommission

An der Hornhaldenstrasse sollte eine neue Überbauung entstehen &endash mit Garagenzufahrt in einer Kurve. Die Gemeinde hatte das Gesuch 2008 bewilligt. Ein Anwohner hat gegen den Entscheid rekurriert und vom Bundesgericht nun recht bekommen.

Von Sibylle Saxer Kilchberg/Lausanne &endash Das Bundesgericht stellt einen Entscheid der Kilchberger Baukommission infrage: Diese hatte 2008 ein Baugesuch an der Hornhaldenstrasse 1 bewilligt. Die Liegenschaft befindet sich unweit der Seestrasse, unmittelbar oberhalb der Kurve nach einer Bahnüberführung. Das bestehende Mehrfamilienhaus auf diesem Grundstück soll einem Einfamilien- und einem Mehrfamilienhaus samt Tiefgarage weichen. Die Garagenausfahrt ist in dieser Kurve geplant. Ein Trottoir fehlt in dem unübersichtlichen Abschnitt der Hornhaldenstrasse, die als Sammelstrasse viel befahren ist, unter anderem auch von der Buslinie 161. Gegen das Baugesuch hat Hans Humbel rekurriert. Er ist zwar nicht selber Anwohner, besitzt aber das Nachbarhaus an der Birkhaldenstrasse. Er monierte, dass die Garageneinfahrt ausgerechnet in der Kurve geplant werde. Dies sei vor allem für Fussgänger gefährlich. «Künftige Bewohner werden das Haus sicher über die Garageneinfahrt verlassen und stehen dann direkt auf der Strasse.» Einfahrt zu gefährlich Die Baurekurskommission gab Humbel im März 2010 recht. Wogegen wiederum die Bauherrschaft rekurrierte &endash bis vor Bundesgericht. Doch nach dem Verwaltungsgericht gab auch die höchste richterliche Instanz Humbel recht. Die Begründung des Bundesgerichts vom April dieses Jahres lautet: «Die aus der mangelhaften Erschliessung des Grundstücks für den Zulieferverkehr resultierende Gefährdung der Verkehrssicherheit stellt einen schwerwiegenden Mangel dar.» Kurz: Die Garageneinfahrt in der genannten Kurve sei zu gefährlich. Für die Bauherrschaft bedeutet dies, dass sie ein neues Baugesuch einreichen muss. Hans Humbel weiss, dass das Projekt während des Wegs durch die Instanzen bereits einige Anpassungen erfahren hat. Beispielsweise sei ursprünglich die Garageneinfahrt so niedrig gewesen, dass ein Lastwagen nicht habe hineinfahren können. «Wie sollen denn etwa die Zügelwagen an die Häuser herankommen?», sagt Humbel. Die Einfahrt sei nun erhöht worden. Doch das reicht Humbel nicht. Er möchte, dass die Bauherrschaft im neuen Baugesuch die Zufahrt ganz neu plant. Beispielsweise, indem sie sich mit den Anstössern der Hornhaldenstrasse 3 bis 9 einigt und deren bereits bestehende private Erschliessungsstrasse verlängert. Quartierplan als Lösung Humbel schwebt vor, dass der Gemeinderat diese Lösung anstreben und einen Quartierplan anregen soll &endash und nicht einfach ein eventuell zweites Gesuch mit unveränderter Zufahrt durchwinkt. Er hat dem Gemeinderat eine entsprechende Anfrage unterbreitet. Die zuständige Bauvorsteherin Judith Bellaiche (GLP) bestätigt deren Eingang und stellt die Beantwortung im Rahmen der Gemeindeversammlung vom 22. November in Aussicht. Zur Sache selbst sagt sie nur so viel: «Die Baukommission hat nur in dem einen Punkt unrecht erhalten, dass die Erschliessung für die Zulieferer ungenügend ist &endash deshalb muss man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.» Doch der kritisierte Punkt sei künftig zu berücksichtigen. «Künftige Bewohner werden das Haus über die Garage verlassen und stehen dann auf der gefährlichen Strasse.» Hans Humbel, Rekurrent Auf dem Abschnitt der Hornhaldenstrasse mit der geplanten Garagenzufahrt fehlt das Trottoir. Foto: Sabine Rock

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