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«Chuecheteig no sälber mache?»

25 Jahre ist es her, seit die Firma Leisi den ersten ausgerollten Fertigteig auf Backpapier auf den Markt brachte. Nach dem Durchbruch in der Schweiz belieferte Leisi auch Europa. Bis zu 90 Prozent der Produktion geht ins Ausland.

«Unsere Produktion funktioniert prinzipiell wie zu Hause in der Küche, nur ist alles viel grösser», sagt Bertram Decker, Leiter der Firma Leisi Wangen bei Olten und lächelt. Er zeigt riesige Bottiche, mit grossen Mengen Kuchenteig. In der Luft liegt Teiggeruch. Der fertig geknetete Teig wird von sogenannten Laminiermaschinen zu immer dünneren Platten gewalzt und per Förderband quer durch den Raum transportiert. Eine grosse Walze, die aussieht, als hätte man eine riesige Guezli-Form darum gewickelt, sticht die runde Kuchenform aus. «Wie zu Hause beim Guetzli-Backen bleibt dann immer ein Rest», erklärt Decker. Dieser wird per Förderband wieder zum Anfang des Pressprozesses geleitet, wo er wieder von neuem gepresst wird. Die ausgestochenen Teigböden werden nun von einem Förderband leicht auf ein nächstes fallen gelassen, das mit Backpapier bedeckt ist. «Das ist kniffliger, als es aussieht», sagt Decker. Pizzateig für Italien Doch wie wird der Teig nun gerollt? Ein etwa zwei-Mann hoher von Glasscheiben umgebener Turm übernimmt diese Aufgabe. Wie auf Heugabeln fahren die Teigrondellen einzeln hinauf, kommen um einen Stab gerollt wieder hinunter und können nun maschinell verpackt werden. Der ganze Prozess vom Anrühren des Teiges bis zu seiner Zwischenlagerung im Kühlraum dauert gerade mal 30 Minuten. Vom Kühlraum aus wird er überall hin exportiert. «Unsere grössten Abnehmer sind Frankreich, Italien und Spanien. Über 90 Prozent der hergestellten Teige werden exportiert. «Wir freuen uns besonders, dass wir heute die Hälfte des Pizzateiges nach Italien liefern», grinst Leisi. Nur Deutschland konnte die Firma Leisi bisher nicht erobern. «Deutsche essen wohl eher Sachertorte und Biskuit und kaufen ihren Blätterteig gefroren», wird gemutmasst. «Die Schweizer hingegen sind ein Volk von Bäckern», sagt Marketingleiter Martin Tagmann. Seit den 40-er Jahren Vielleicht auch deshalb kann Leisi auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. In einer Garage in Basel rührte Werner Leisi, der Vater von Walter Leisi in den 40-er Jahren die ersten Fertigteige zusammen. Der endgültige Durchbruch folgte vor 25 Jahren mit fertig ausgerolltem Teig auf Backpapier. Da der Teigabsatz damals stagnierte, war die Firma gezwungen, nach neuen Absatzideen zu suchen. Die Idee vom fertig ausgewallten Teig war geboren. Anfänglich gab es Probleme bei der Teigverpackung. Damit möglichst wenig Platz beansprucht wurde, sollte der Teig zusammengelegt werden, wodurch er jedoch immer brach. So kam die Idee auf, ihn zu rollen und mit Backpapier einzuschlagen um ein Zusammenkleben zu verhindern. Erfolg dank TV-Werbung In den ersten Wochen blieb das neue Produkt in den Läden liegen. Der Erfolg stellte sich ein, nachdem die Fernsehwerbekampagne angelaufen war. Um herauszufinden, welches Teig-Format sich am besten mit den Kundenbedürfnissen deckt, marschierte Leisi in ein Warenhaus und fragte danach, welches Backblech am meisten verkauft würde . Nun kann sich der Erfolg der Firma Leisi sehen lassen. «Dieses Jahr könnten wir sogar einen neuen Produktionsrekord erreichen», freut sich Walter Leisi. Rebekka Merk >

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