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Credit Suisse will den Bockenhof nicht verkaufen

Die Horgner stimmen darüber ab, ob die Gemeinde das Bockengut kaufen soll. Nur: Die Besitzerin hat «bis auf weiteres» gar keine Verkaufsabsichten.

Von Arthur Schäppi Horgen – Die Pächterfamilie ist längst ausgezogen, das Landwirtschaftsland neu verpachtet. Wie die Credit Suisse (CS) als Besitzerin des Bockenhofs das Ökonomiegebäude und weitere Gebäulichkeiten nutzen will, wenn sie einmal aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen sind, ist immer noch nicht bekannt. Und dies, obwohl die Gemeindeversammlung Horgen kommende Woche über eine Initiative der SP befindet, die den Gemeinderat zu Verhandlungen mit der CS verpflichten will, um den Bockenhof zu kaufen. Klar ist jetzt immerhin: Die CS «ist bis auf weiteres nicht an einem Verkauf des Bockenguts interessiert». Dies teilte die Bank der Gemeinde kürzlich schriftlich mit, wie Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli und Hochbauvorstand Joggi Riedtmann (SP) gestern bekannt gaben. Bei der CS-Medienstelle bestätigt man den Sachverhalt. Dies ändere indes nichts daran, dass die Initiative am 23. Juni der Gemeindeversammlung vorgelegt werde, meinte Riedtmann: «Es sei denn, das Begehren wird noch zurückgezogen.» Kampf geht weiter Von einem Rückzug wollen die Initianten und ihre Mitstreiter nichts wissen, sagt Karl Gmünder von der SP. Gmünder sieht in der Stellungsnahme der CS einen «späten Versuch, auf den Entscheid der Gemeindeversammlung Horgen Einfluss zu nehmen». Komme es indes zur erhofften Willensbekundung für den Erwerb des Hofs, könne die CS dies nicht einfach ignorieren, ist Gmünder überzeugt. Mit dem Kauf durch die Gemeinde wollen die Initianten den Pachtbetrieb erhalten und eine befürchtete Überbauung durch die CS verhindern. Der Gemeinderat lehnt die Initiative ab – nicht nur aus finanziellen Gründen. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, einen Bauernhof zu führen, argumentiert er. Zudem blieben Landwirtschafts- und Naherholungsgebiet erhalten und es könnten auch keine geschützten Bauten abgebrochen werden. Ohnehin könne die CS gar nicht zum Verkauf gezwungen werden, sagt Riedtmann. Bei einer Annahme der Initiative würde der Gemeinderat aber abklären, ob ein Erwerb zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht möglich wäre. Riedtmann wirft den Befürwortern der Initiative vor, dass sie in Leserbriefen teilweise mit Unterstellungen operierten. Anders als behauptet könnten die Stimmbürger über die Zukunft des Bockenguts mitbestimmen. Ihnen werde mit der Revision der Bau- und Zonenordnung eine Erweiterung der Kernzone Arn auf die schützenswerten Bocken-Gebäulichkeiten und später auch ein Gestaltungsplan zum Entscheid vorgelegt. Gemeinderat nicht involviert Falsch sei auch der Vorwurf, dass der Gemeinderat die Aufspaltung von Gebäuden und Pachtland unterstützt habe, sagt Riedtmann. Über die dafür erforderliche Entlassung des Gutes aus dem bäuerlichen Bodenrecht habe der Kanton zu befinden: «Der Gemeinderat war und ist da gar nicht involviert.» Noch immer ist nicht klar, was die Grossbank mit dem Bockengut in Horgen vorhat. Foto: Manuela Matt

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