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Das Oberland soll gezielt seine Städte stärken

Das Zürcher Oberland bekommt Geld vom Kanton, um seine Infrastruktur auszubauen. Die Absicht ist, dies vor allem in den Zentren zu tun, damit es in der Landschaft draussen grün bleibt.

Von Walter Sturzenegger Beim Agglomerationsprogramm des Bundes geht es um viel Geld (siehe Kasten). Neidisch nahm das Oberland deshalb vor vier Jahren zur Kenntnis, dass die Region um den Obersee zum Zug kam. Die Oberseegemeinden hatten dem Bund erfolgreich vorgeschlagen, sich finanziell an der Untertunnelung von Rapperswil zu beteiligen. Das Oberland dagegen ging leer aus. Der Kanton Zürich hatte die Region als «nicht agglomerationswürdig» eingestuft, wie Urs Fischer bedauerte, der Wetziker Gemeindepräsident und Präsident der Oberländer Planungsgruppe RZO. Im zweiten Anlauf hat es das Zürcher Oberland nun geschafft. «Das ist ein grosser Erfolg», sagte Fischer am Donnerstagabend im Wetziker Hotel Drei Linden, wo die kantonale Volkswirtschaftsdirektion das Programm fürs Oberland vorstellte. «Unsere unermüdlichen Anstrengungen bei Bund und Kanton haben sich gelohnt», verkündete Fischer den versammelten Gemeindevertretern stolz. Beim Agglomerationsprogramm gehe es nicht nur um Geld, betonte er. Das Oberland ist eine heterogene Region mit weit auseinanderliegenden Interessen: auf der einen Seite städtische Zentren wie Uster und Wetzikon, auf der anderen ländliche Gemeinden, die in ihrer Entwicklung nicht beschränkt werden wollen. «Diese Interessen gilt es auszugleichen», betonte Fischer. Die Gemeinden seien aufgefordert, nicht die Konkurrenz zu pflegen, sondern zusammenzuarbeiten. Fünf Zentren sollen wachsen Zwar sind im Agglomerationsprogramm Projekte zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für rund 60 Millionen Franken enthalten: etwa die Umgestaltung der Wetziker Bahnhofsstrasse, ein neuer Bushof beim Bahnhof Wetzikon, eine separate Busspur zwischen Hinwil und Wetzikon und eine neue Fahrradstrategie samt Velostation in Uster. Fast die Hälfte der Massnahmen, die der 200-seitige Bericht enthält, betreffen aber den Bereich Siedlung und Landschaft. Dass die Raumplanung im Vordergrund steht, zeigt sich auch am skizzierten Bild, wie die Region im Jahr 2030 aussehen soll. Das Oberland soll seine Stärken bewahren: kompakte Siedlungsräume, umgeben von attraktiven Landschaftsräumen. Nicht mehr alle Gemeinden sollen wachsen, sondern nur die Zentren Uster, Wetzikon, Pfäffikon, Hinwil und Rüti. «Wir müssen einen Teufelskreis brechen», sagte Projektleiter Peter Spörri. Wenn man dem Drang zum Wohnen im Grünen und damit der Zersiedelung nicht Einhalt gebiete, benutzten weniger Leute den öffentlichen Verkehr. Die Folge seien Staus auf den Strassen durch die Zentren, was weitere Bewohner aufs Land vertreibe &endash «bis es auch dort nicht mehr attraktiv ist». Manche Gemeinden scheren aus Manche Gemeinden sehen das anders. Wie weit die Interessen auseinanderliegen, zeigt sich bei der Revision des kantonalen Richtplanes. Viele schlecht erschlossene Dörfer sind in den letzten Jahren überproportional gewachsen und wollen dies auch weiter tun. Dieser Tendenz möchten die Oberländer Raumplaner mit «gezielter Standortförderung» etwas entgegensetzen. Alle müssten erkennen, wie wichtig es sei, «dass wir das Oberland als überregionalen Erholungsraum erhalten», sagte Urs Fischer. Im Agglomerationsprogramm fehlen Projekte wie die Oberlandautobahn, die Strasse Uster-West oder die Umfahrung Grüningen. Sie werden entweder sowieso vom Bund bezahlt (Autobahn), sind bereits weit fortgeschritten (Uster-West) oder liegen nicht im Perimeter (Grüningen). Das muss kein Nachteil sein. Das Oberland werde auch sonst genug gefordert sein, Einigkeit zu zeigen, ist Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker überzeugt. Was passiert, wenn der Konsens fehlt, zeigte sich am Obersee. Der Bund kann sich dort den Infrastrukturbeitrag sparen, weil das Volk die Untertunnelung Rapperswils ablehnte. Ein neuer Bushof in Wetzikon ist eines der geplanten Projekte. Foto: Nicolas Zonvi

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