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Den Verkehr nicht töten, aber beruhigen

Ein Tunnel unter der Zürichstrasse gegen Staus, eine Begegnungszone darüber fürs Volk. Das ist die Idee der FDP Wangen- Brüttisellen.

Von Bruno Fuchs Wangen-Brüttisellen – Im Gegensatz zu Wangen fehlt in Brüttisellen ein Dorfkern. Diesen Umstand drückt das Leitbild der Gemeinde mit deutlichen Worten aus: «Dorfkern Wangen – Bijou der Region» und «Brüttisellen ohne rechte Dorfmitte». Davon ausgehend erarbeitete eine Arbeitsgruppe fünf Schwerpunkte, wovon einer lautet: «Wir schaffen im Kern von Brüttisellen und von Wangen Begegnungszonen.» Wie diese Begegnungszone in einem fehlenden Dorfkern aussehen soll, ist unklar. Die FDP Wangen-Brüttisellen präsentiert nun ein Verkehrskonzept, welches das Problem lösen könnte. «Unser primäres Ziel ist die Zentrumsbildung, sekundär geht es uns auch darum, dass wir den Verkehr auf der Zürichstrasse in den Griff bekommen», sagt Gerold Curti, Präsident der FDP Wangen-Brüttisellen. Die Partei schlägt eine Unterführung der Hauptachse Zürich–Winterthur vor. So soll die Zürichstrasse vor der Kreuzung Riedmühlestrasse/Haldenstrasse abtauchen und bei den Werken der Gemeinde Wangen-Brüttisellen wieder erscheinen. Damit wäre das Verkehrsproblem dieser Kreuzung gelöst, und auf der Unterführung könnte eine Begegnungszone entstehen. Gemäss Gerold Curti sollen die Haldenstrasse, Dorfstrasse und Riedmühlestrasse weiterhin miteinander verbunden sein. Aber die Riedmühlestrasse hätte keinen direkten Zugang zur Zürichstrasse und damit könnte der Schleichverkehr unterbunden werden. «Wir wollen den Verkehr nicht töten, sondern beruhigen», sagt der FDP-Präsident, der an der Riedmühlestrasse wohnt. Ein Kreisel oder eine Lichtsignalanlage an der besagten Kreuzung sind für Curti keine Lösungen. Damit habe man noch kein Zentrum in Brüttisellen geschaffen, sagt der Architekt und Planer. Die Idee mit der Unterführung hat Zündstoff. Sie bietet aber dem Gemeinderat bei der Verhandlung mit dem Kanton Zürich zur Gestaltung der Zürichstrasse neue Spielräume. Curti und die FDP sind sich bewusst, dass es eine etwas «verrückte Idee» ist und man für dieses Konzept tief in die Tasche greifen muss. Doch man hätte zwei Fliegen auf einen Schlag – die Begegnungszone und die Verkehrsberuhigung. Kosten sind noch unklar Gemeinderat Ueli Weber (SVP), Ressort Planung und Hochbau, sagt zum Vorschlag der FDP zur Unterführung der Zürichstrasse, dass diese sicher Platz für einen Dorfplatz vor dem Freihof in Brüttisellen biete. Über die Machbarkeit, die Kosten und die flankierenden Massnahmen schweige jedoch die FDP, so Weber. Thomas Moor (Forum) bevorzugt bei der Freihof-Kreuzung einen Kreisel oder eine Lichtsignalanlage, weil diese rascher realisiert werden können. Fredi Staub, Vorstandsmitglied der SP, begrüsst generell Massnahmen, die zur Verkehrsberuhigung führen. Dass eine Unterführung der Zürichstrasse grundsätzlich möglich ist, bestätigt Anselm Schwyn, Mediensprecher des Amts für Verkehr. Auch wenn es sich bei der Zürichstrasse um eine Kantonsstrasse handle, lägen die Kosten jedoch mehrheitlich aufseiten der Gemeinde.

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