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Der älteste Verein Horgens

Die Gemeindeschützen-Gesellschaft feiert heute mit dem Jubiläumsschiessen ihr 325-Jahr-Jubiläum. Wer im Gründungsjahr 1685 gut schoss, musste im Winter nicht frieren.

Von Andreas Kurz Horgen – Als das erste Horgner Gemeindeschiessen im Jahre 1685 von drei Männern durchgeführt wurde, regierte in Frankreich Sonnenkönig Ludwig XIV., und die Eidgenossenschaft war noch lange kein Bundesstaat. Diese lange Geschichte macht die Gemeindeschützen-Gesellschaft zum ältesten Verein in Horgen. Die alte Schützengesellschaft, die später zur Gemeindeschützen-Gesellschaft wurde, überwachte im 17. Jahrhundert das ganze Schiesswesen in der Gemeinde. Aus alten Rechnungen vom Jahre 1685 geht hervor, dass jährlich «uf offnem blatz vor dem schützenhuss mit ufgehobner hand und rohr» ein Schützenmeister gewählt wurde. Dies schreibt die Ex-Präsidentin der Schützengesellschaft Rosmarie Lier – damals in der Funktion des «Obmannes» – in ihrer Festschrift zum 300-Jahr-Jubiläum. Die «Büchsen», wie die Gewehre damals genannt wurden, gehörten zur Ausrüstung von Militärdienstpflichtigen. Die Regierung förderte das Schiesswesen, indem sie Preise in Form von Hosen, Tuch und Wämsern (Westen) abgab. Wer gut schiessen konnte, hatte für den Winter warme Kleider und musste nicht frieren. Blutige Köpfe der Oberriedner Anfangs nutzten auch die Oberriedner Schützen den Horgner Schiessplatz, bis sie sich 1715 um die Trennung von Horgen bemühten. Horgen wehrte sich energisch. Man befürchtete eine Zersplitterung der Schützengesellschaft in unkontrollierte Gruppierungen. Die Oberriedner hingegen beklagten, dass es immer wieder Streitigkeiten gegeben habe und manch einer mit blutigem Kopfe von Horgen nach Hause gekommen sei. Die Zunahme der Flintenschützen habe zudem lange Wartezeiten zur Folge gehabt. Dies wiederum habe zum Trinken veranlasst, so die Argumentation der Oberriedner. Der Zürcher Regierungsrat entschied zu ihren Gunsten, sodass von da an jene 121 Schützen in ihrer eigenen Gemeinde schiessen konnten. Das Horgner Schützenhaus und die Zielstatt lagen zu jener Zeit in der Nähe der Sust. Es wurde über das offene Wasser in Richtung der heutigen Fährenanlegestelle geschossen. Zur damaligen Zeit lag zwischen Zielstatt und Zielscheiben eine Bucht, die erst später zum Bau der Eisenbahnlinie aufgefüllt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das dem Zürcher Regierungsrat aber zu gefährlich. Er verlangte die Verlegung aller Schiessplätze am Zürichseeufer. Für die Horgner Schützen hatte dies in den nächsten Jahrzehnten eine Odyssee zur Folge: Vom neuen Schützenhaus im Bürgli (Kottenrain, 1858) zügelten sie in den Gehren (circa 1880) und nur wenige Jahre später an den heutigen Standort, ins Schützenhaus Käpfnach. Dort findet ab heute Donnerstag auch das 325. Gemeindeschiessen zur Kür des 325. Schützenmeisters statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Horgner Bürger, Mitarbeiter von Horgner Firmen und Mitglieder von ortsansässigen Vereinen. Jubiläumsschiessen: Donnerstag ab 17.30 Uhr im Schiessstand Käpfnach. www.gemeindeschuetzen.ch

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