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Der Manager, der anpacken will

Heinz Rohrbach ist ein Mann der Wirtschaft. Seit zehn Jahren ist der Jegenstorfer CEO seiner Firma für Unternehmensberatung. Seit drei Jahren amtet er als FDP-Gemeinderat. Jetzt will er als Ratspräsident Impulse setzen.

Ein Bild auf dem Schloss? Lieber würde Heinz Rohrbach vor die Schule oder eine Sportanlage stehen. «Das sind Brennpunkte in unserer Gemeinde», findet der Jegenstorfer FDP-Gemeinderat. Das Schloss hingegen sei ein schöner Ort, der kaum Probleme mache. «Ich aber bin gerne am Puls des Geschehens.» Im Büro seiner Managementfirma in Bern empfängt der CEO, der gerne Gemeinderatspräsident werden möchte, zum Gespräch. Mit Herzblut beginnt er von seinem Engagement für die Schule zu erzählen. Vor drei Jahren kam Rohrbach in den Gemeinderat. Dort hat er das Ressort Bildung und Kultur unter sich. Nicht ohne Stolz blättert er im Ordner, der unter anderem das Schulreglement enthält, das unter seinen Fittichen entstanden ist. Er dreht am Kugelschreiber in der Hand. Blickt einen mit den grünblauen Augen eindringlich an: «Vieles ist brachgelegen.» Basisarbeit sei nötig gewesen. Bis zu einem 40-Prozent-Pensum habe er investiert, sagt Rohrbach. Und quittiert darum die Frage mit einem müden Lächeln, wie er Zeit für das Ratspräsidium finden würde. Bei so viel Elan für die Schule taucht der Gedanke auf, wieso der Mann überhaupt Ratspräsident werden will. «Wenn einem etwas nicht passt, kann man gehen. Oder selber anpacken.» Abschrecken vom derzeit nicht gerade viel gerühmten Klima im Gemeinderat lässt er sich nicht. «Der Rat muss kein Wohlfühlklub sein», sagt er. «Man muss teilweise hart kämpfen.» Schon im Frühling hat Rohrbach seiner Partei signalisiert, dass ihn das Amt interessiert. Als Präsident möchte er vor allem «innovative Impulse» setzen. «Mir fehlt heute die langfristige Strategie, wie sich unsere Gemeinde entwickeln soll.» Heinz Rohrbach ist ein Mann der Wirtschaft. Er habe eine «klassische Karriere» gemacht. Jobs im Topmanagement von Telekommunikationsfirmen gehören ebenso zu seinem Lebenslauf wie ein Business-Master, das ihn nach China und Russland gebracht hat. Seit zehn Jahren betreibt Rohrbach eine Firma für Unternehmensberatung. Vom TV in die Politik Mit Parteipolitik hatte der heutige FDPler lange Zeit wenig am Hut. «Ich schwärmte früher für den SPler Peter Bodenmann», sagt der im Wallis aufgewachsene Rohrbach. Fleissig habe er jeweils «Arena» geschaut. Das Fernsehen trieb ihn schliesslich auch in die Politik. Oder vielmehr die eigene Frau. «Es gab da eine Phase, in der ich mich jeweils lautstark vor dem TV äusserte.» Wenn er sich so aufrege, müsse er selbst etwas dagegen tun, habe seine Frau zu ihm gesagt. Wenig später fragte ihn die FDP im Jahr 2005 für ihre Gemeinderatsliste an. Und Heinz Rohrbach sagte nicht Nein. Blick nach Münchringen Die Familie ist Heinz Rohrbach das Wichtigste. Das stellt er ohne Umschweife klar. «Dann kommt die Arbeit, dann die Politik.» Mit seiner Frau und seinen zwei Buben fährt er gerne in Camperferien. Einmal pro Woche treffe man ihn im Fitnesscenter. «Zudem bedeutet mir Musik viel», sagt Rohrbach. Er habe sich ja überlegt, auf das Bild beim Schloss zu verzichten. Schliesslich hat Heinz Rohrbach doch eine Idee: ein Bild aus der Höhe des Schlosses in Richtung Münchringen. «Ich finde es wichtig, dass wir uns mit Nachbarn verbünden und die Zusammenarbeit da suchen, wo Nähe besteht.» Eine Fusion? Das könnte er sich durchaus vorstellen. «Aber das müsste ganz klar von Münchringen aus kommen.» Dass Fusionen oft heisse Eisen sind, weiss dabei auch er. «Dass ich mich überhaupt dazu äussere, ist provokativ. Das könnte mich Stimmen kosten.» Lucia Probst >

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