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«Der Mensch ist die brutalste Spezies»

Tierversuche Hunde mussten für einen Versuch mit Parasiten ihr Leben lassen, TA vom 4. November Kritisch und kompetent. Der Allgemeinpraktiker Markus Deutsch vertritt einen zweifach ethischen Standpunkt: Er stellt sich grundsätzlich gegen unnötige Tierversuche «zugunsten» von Menschen und äussert auch kritisch, kompetent und glaubwürdig seine Haltung gegen die tödlichen Tests am Zürcher Tierspital mit Beagles. Und das als Hundebesitzer. Da kann ich nur sagen: Bei Markus Deutsch möchte ich Patient und Hund sein. Edith Lier, Zürich Irreparabler Schaden. Kann man dem Tierspital noch trauen? Kranke oder verletzte Hunde, die einen Besitzer haben, erhalten aufwendige und sorgfältige Behandlungen; Versuchshunde hingegen, über deren Wohlergehen kein Herrchen oder Frauchen wacht, werden bewusst und absichtlich mit Krankheitserregern infiziert und getötet &endash eine eigentliche Zweiklassen-Medizin. Dieser Versuch dürfte dem Ansehen und der Vertrauenswürdigkeit des Tierspitals irreparablen Schaden zugefügt haben. Doris Waldvogel, Zürich Mittelalterliche Methoden. Endlich setzen sich auch Ärzte dafür ein, dass Tiere nicht weiterhin qualvollen Tierversuchen ausgesetzt sind, dachte ich, als ich diesen Artikel zu lesen begann. Gesunde Beagles krankmachen, um kranke Hunde wieder gesund zu machen &endash das kommt nicht nur bei Hundehaltern und Tierliebhabern schlecht an. Herr Dr. Deutsch von «Ärzte für Tierschutz in der Medizin» kritisiert dies meiner Meinung nach zu Recht. Irritiert hat mich jedoch, dass sich diese Organisation nicht grundsätzlich gegen Tierversuche äussert. Seit 1997 nimmt die Anzahl der Experimente leider stetig zu; seit 1997 wurden mehr als 9 Millionen Tiere «verbraucht», rund 1,8 Millionen in sogenannten stark belastenden Experimenten. Die Schweiz darf sogar wieder Kosmetika-Versuche (seit 2010) aufnehmen. Es gilt die Frage nach der sogenannten Güterabwägung. Wie es der Name sagt, wägt man ab, ob belastende Versuche am Tier mit dem Ziel, Heilung am Menschen oder Tier zu erreichen, zu rechtfertigen sind. Warum sind aber trotz diesen vielen Millionen Tierversuchen die meisten menschlichen Krankheiten unheilbar geblieben? Warum leiden immer noch so viele Menschen an massiven Nebenwirkungen von den am Tier erprobten Medikamenten, welche sogar für die fünfthäufigste Todesursache in der EU und in den USA, mit mehr als 100 000 bzw. 200 000 Todesfällen pro Jahr, verantwortlich sind? Tiere werden künstlich krankgemacht, vergiftet, verstümmelt. Die Resultate daraus sind mager. Wie lange wollen wir Schweizer und Schweizerinnen noch an mittelalterlich anmutenden Forschungsmethoden festhalten, wo uns doch andere Möglichkeiten (menschliches Zellmaterial, DNS-Material, Mikrodosenverabreichungen am Menschen usw.) zur Verfügung stünden? Brigitte Reimann, Hedingen Die brutalste Spezies. Der Mensch ist die brutalste und arroganteste Spezies &endash der Grössenwahn ist kaum zu übertreffen. Ich schäme mich, dass ich dieser Spezies angehöre. Jeder, der nicht etwas gegen Tierversuche unternimmt, ist am Elend dieser Hunde und vieler anderer Tiere schuld. Lieber würde ich sterben, als dass ich von diesen Verbrechen noch profitiere. Marlis Gloor, Geroldswil Keine Gegner in der Kommission. Dass die Hundeversuche überhaupt durchgeführt werden, ist vor allem der Zürcher Tierversuchskommission zu verdanken, welche diesen Versuch guthiess. Die drei Tierschutzvertreter in der elfköpfigen Kommission besitzen aber seit 1992 ein Klagerecht, mit dem sie Rekurse gegen bewilligte Tierversuchprojekte einlegen dürfen. Zwischen 1992 und 2010 wurden jedoch insgesamt 3464 Tierversuchsprojekte im Kanton Zürich bewilligt und nur gerade 11 (0,3 Prozent) abgelehnt. Wieso denn? Die Tierschützer, welche der Regierungsrat auf Vorschlag von Tierschutzorganisationen wählt, sind grundsätzlich nicht gegen Tierversuche und kümmern sich nur um die Haltung der Versuchstiere, um eine Einschränkung der Versuchstierzahlen und um eine allfällige Anwendung von gleichwertigen Alternativmethoden. Hingegen sind Personen, die Tierversuche als eine sinnlose Forschungsmethode betrachten und keine Gesuche gutheissen würden, von der Kommission ausgeschlossen. Dr. med. Christopher Anderegg, Zürich «Dieser Versuch dürfte dem Ansehen des Tierspitals irreparablen Schaden zugefügt haben.» Sechs gesunde Beagles (wie im Bild) wurden im Zürcher Tierspital künstlich mit Lungenwürmern infiziert. Foto: Getty Images

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