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«Der Mischverkehr muss funktionieren und tut dies auch»

Fussgänger und VelofahrerAusweitung der Kampfzone,TA vom 24. Januar Friedliche Koexistenz ist möglich. Stephan Pörtner hat recht, dass Zürich ein zusammenhängendes Netz an baulich klar abgetrennten Velowegen benötigt. Bis es aber so weit ist, müssen sich Fussgänger und Velofahrer an den vielen neuralgischen Punkten – natürlich rücksichtsvoll – die Trottoirs teilen können. Als nicht motorisierter Bürger bin ich sowohl mit dem Velo als auch zu Fuss unterwegs. Das Velofahren auf der Strasse zu Stosszeiten ist lebensgefährlich. Monster-Autos rauschen haarscharf an einem vorbei, keine Fahrt ohne Schrecksekunde. Bin ich mit dem Velo deshalb auf dem Trottoir, versteht es sich, dass ich sehr rücksichtsvoll fahre. Und als Fussgänger bringe ich jedem Velofahrer, der mir auf dem Trottoir begegnet, Verständnis entgegen. Die Gefahr von schweren Personenschäden ist auf der Strasse einfach um vieles höher. In Japan wären Velofahrer auf der Strasse undenkbar, dort existiert schon seit langem die friedliche – sogar höfliche – Koexistenz der schwächeren Verkehrsteilnehmer auf dem Trottoir. Urs Dengler, Zürich Separate Velowege. Ich stimme dem bekennenden Velofahrer Stephan Pörtner, der sich gegen die weitere Öffnung der Fussgängerzone für Velos ausspricht, völlig zu. Die Förderung des Velofahrens ist dringend nötig, wenn die Stadt nicht in den Autoabgasen ersticken will. Ebenso wichtig ist aber die Förderung des Fussverkehrs. Deshalb braucht es klare Bekenntnisse, dass die Veloförderung auf der Fahrbahn oder auf separaten Velowegen erfolgen muss. Eine Förderung der Velofahrer auf Kosten der Fussgänger, also der schwächsten Verkehrsteilnehmenden, ist purer Etikettenschwindel. Da haben einige Beamte im Tiefbauamt etwas grundsätzlich nicht verstanden. Christophe Schneble, Zürich Schritttempo fahren. Auch ich fahre Velo, sogar besser als Herr Pörtner, denn ich kann im Schritttempo fahren. Des Weiteren widerspreche ich ihm auf der ganzen Linie. Erstens: Fussgängerzonen sind konfliktfrei, sofern ich mich an die Anstandsregel halte, dass dort der Fussgänger den Vortritt hat. Zweitens: Ich höre fast nie Flüche. Ich bremse, wenn nötig, und ich klingle, weil die Leute gerne wissen, dass jemand von hinten kommt. Drittens: Auf dem Weg bergauf bei Bergstrecken in Aussenquartieren gehört das Velo auf das sonst kaum benutzte Trottoir, wo man rund alle drei Minuten einem Fussgänger begegnet, einem Motorfahrzeug auf der Fahrbahn hingegen alle 15 Sekunden. Viertens: Nach meiner Erfahrung nehmen die allermeisten Autofahrer Rücksicht, ich winde ihnen ein Kränzchen. Freilich, Rüpel gibt es, am Steuer, an der Lenkstange und auch auf Schusters Rappen. Fünftens: Schön wäre ein Velowegnetz ohne Löcher, doch auf die Steuerzahler muss halt auch Rücksicht genommen werden. Herbert Eigenmann, Oberrieden Sind Politiker keine Fussgänger? Herzlichen Dank für den treffenden Kommentar von Stephan Pörtner und Widmers passende Karikatur. Ich frage mich schon, wieso unser Stadtrat nicht zum gleichen logischen Schluss kommt wie die beiden. Sind Politiker und ihre Berater denn wirklich nie zu Fuss auf Zürichs Trottoirs unterwegs? Suzanne Verdan, Zürich Mischverkehr funktioniert. Dass sich jetzt auch noch der Schriftsteller Stephan Pörtner bemüssigt fühlt, das Hohelied der Trennideologie anzustimmen und zu polemisieren, gibt zu denken. S-Bahn und Fernverkehr verfügen auch nicht über separate Schienennetze. Der Mischverkehr muss funktionieren und tut dies in der Regel auch. Woher nehmen wir in der Innenstadt den Platz, um jedem Verkehrsteilnehmer seine abgetrennte Verkehrsfläche bereitzustellen? Fast alle sind multimobil, und der Stadtrat zieht daraus die einzig richtige und logische Konsequenz. Nur weil das Velo schneller ist, muss das Nebeneinander mit den Fussgängern nicht scheitern, genauso wenig wie das Nebeneinander von Auto- und Velofahrern unmöglich wäre. Es geht um Rücksichtnahme des Stärkeren, die einzufordern ist, auch mit baulichen Massnahmen zugunsten der Schwächeren. In den erwähnten Problemzonen wie Seepromenade, Langstrasse oder Paradeplatz herrscht nur zeitweise erhöhtes Fussgängeraufkommen. Die allermeisten Velofahrer passen sich an und umfahren Fussgänger und insbesondere Kinder rücksichtsvoll. Bruno Pfeuti, Zürich Rücksichtslose Velofahrer. Ich kann Herrn Pörtner nur recht geben. Obwohl ich nicht in der Grossstadt wohne, erlebe ich Velofahrer fast täglich als die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer. Die allermeisten halten sich an keine Verkehrsregel. Sie meinen wahrscheinlich, weil sie umweltfreundlich unterwegs sind, können sie sich alles erlauben. Gerda Schalcher, Rheinfelden Wenn Velofahrer und Fussgänger sich den Raum teilen müssen.Foto: Dominique Meienberg

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