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Der nächste Schritt zum Überleben

GC verjüngt seine Führung, befördert Marcel Meier zum CEO und findet erste neue Geldgeber.

Von Thomas Schifferle, Niederhasli In der Kälte bestreiten die Grasshoppers ihren letzten Test vor dem Rückrundenbeginn der Meisterschaft. Gegen Wil verlieren sie 1:4, Emeghara schiesst das Tor. Es ist das einzige in dieser Vorbereitung nach dem 0:3 gegen Salzburg und dem 0:2 gegen Wacker Innsbruck. An der Wärme, im ersten Stock des Campus-Gebäudes, sitzt derweil Marcel Meier und sagt: Das Potenzial der Mannschaft sei zu gross, um abzusteigen. Meier ist das neue Gesicht bei diesem Klub, der sich wieder einmal erneuern will. Oder wie das in der Sprache des Marketingfachmanns heisst: «Die Substanz der Marke GC wieder aktivieren.» Von Präsident Urs Linsi übernimmt Meier die Position des CEO und wird künftig das Tagesgeschäft führen. Er steht der Geschäftsleitung vor, die ebenfalls neu besetzt ist: mit Ciriaco Sforza als Trainer und Dragan Rapic als Manager der ersten Mannschaft, die sich die Arbeit eines Sportchefs teilen, sowie mit Mathias Walther als Technischem Leiter des Nachwuchses. Damit drängen auch in der Führungsetage jüngere Leute nach. Meier ist 42, Sforza 40, Walther 38 und Rapic noch keine 30. Seinen Platz räumen wird, wie selbst gewünscht, Georges Perego als Geschäftsführer Sport. Meier ist keiner aus dem Fussballfach. Sein Lebenslauf liest sich anders: Ausbildung zum Hotelier, Marketingleiter bei den Bergbahnen Davos, in den 90er-Jahren Geschäftsführer der Internationalen Snowboard Federation, Abstecher in die IT-Branche, Produktmanager bei Microsoft. Seit 2005 ist er Inhaber einer Firma für «Innovationsmanagement» und «Projektleitungsaufgaben». Auf ihrer Website steht: «Wir arbeiten inspirierend, pragmatisch und effektiv.» Im vergangenen Sommer kam Meier zu GC, um im Mandatsverhältnis die Abteilung Kommerz zu leiten. Er war empfohlen worden «als Mann für schwierige Projekte», sagt er. Und das ist es, was ihn anzieht. Wenn er von sich redet, tut er das ohne falsche Bescheidenheit. Er versteht sich als jemand, der Probleme schnell erfasst und Entschlüsse trifft, der entwickelt und aufbaut. Bei GC findet er eine Spielwiese vor mit einer Öffentlichkeit wie nie zuvor. Sein Aufstieg zum neuen CEO war eine Sache von zwei Wochen, seit Linsi ihm sagte, man müsse die Führung verjüngen. Diesen Montag setzte er sich mit Linsi, Sforza, Rapic und Walther zusammen, um herauszufinden: «Können wir das zusammen machen?» Er habe schnell gespürt, dass das Feuer brenne, erzählt er. Die Suche nach 16 Investoren Zuerst geht es auf dem Campus darum, den Klub am Leben zu halten. Es ist das alte, leidige Thema. «Das Sterben auf Raten bringt nichts», sagt Meier. Er will kämpfen. An vier Terminen, zuletzt diesen Mittwoch, wurde möglichen Investoren aufgezeigt, warum sie GC in den kommenden drei Jahren finanziell beistehen sollen. Drei Jahre sind es, damit der Klub mit dem Geld die Zeit bekommt, Talente zu veredeln und zu besseren Preisen zu verkaufen als jüngst einen Seferovic oder Ben Khalifa. So schildert das Meier. Mindestens 16 Investoren braucht der Klub, um das Loch in der Rechnung von jährlich mindestens 4 Millionen Franken schliessen zu können. Lieber wären ihm 20, die jeweils rund 250 000 Franken einschiessen. Fünf haben bisher unterschrieben. Aber die Zeit drängt. Am 10. März muss GC die Unterlagen für die neue Lizenz einreichen. Meier möchte schon bis Ende Februar ein anderes Problem klären: wo das Team ab Sommer spielt. 80 Kriterien und Emmenbrücke Selbst Rapperswil-Jona, Meiers Heimatstadt, stand zur Diskussion. Übriggeblieben als mögliche Spielorte sind Zürich, Aarau und auch Emmenbrücke. Um die 80 Kriterien sind es, die GC bei der Entscheidungsfindung helfen sollen. Es geht um alles, von der Sicherheit bis zur Atmosphäre, von der Meinung der Politik, Gönner und Fans bis vor allem zur Frage der Wirtschaftlichkeit. Der Klub gibt vor, sich Ausgaben von rund 2,5 Mio. Franken in Zürich nicht mehr leisten zu können. Brügglifeld, Gersag, Letzigrund? Im Moment hätten sie, sagt Meier, «drei gleich lange Spiesse». Sprich: Jede Variante ist für ihn denkbar. Aber im Kopf hat er noch etwas anderes: den Betrag, um den die Stadt Zürich dem Verein entgegenkommen muss, damit es für ihn finanziell wieder Sinn macht zu bleiben. «Die Verhandlungen mit der Stadt verlaufen positiv», sagt Meier. Was immer das bis Ende Februar heisst. Sparvorschlag Hardturm,Seite 15 Nachwuchs-Chef Walther, CEO Meier sowie Manager und Sportchef Rapic.

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