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Der Running Gag «am Schluss»

Gabriel berger

Seit rund zehn Tagen gehört die fünfte Ausgabe des Festivals «Am Schluss» der Geschichte an. Manch einer mag sich gefragt haben, wie der Anlass denn eigentlich zu seinem Namen gekommen ist. Weil das einstige Vorgängerfestival, dessen Bühne mitten in der Aare schwamm, den Namen «Im Fluss» trug, könnte man zum Schluss kommen, dass darauf ein Reim gesucht wurde. Pädu Anliker, Betreiber der Café Bar Mokka und Organisator des Festivals, sagte damals in einem Interview mit dieser Zeitung wiederum, dass «am Schluss die gewinnen, die es ernst meinen, die mit Herzblut dabei sind».Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ergibt sich, wenn man beobachtet, was oft am Schluss von «Am Schluss»-Konzerten passiert. Im selben Mass, wie die Menge bemüht ist, das Ende der Show hinauszuzögern, sind die Künstler auf und Anliker hinter der Bühne bestrebt, den Anlass pünktlich zu beenden. Denn um zehn Uhr ist «am Schluss» Schluss. Die beste Dramaturgie zu diesem Countdown hat Sängerin Erika Stucky beim neu interpretierten Woodstock-Konzert von Jimi Hendrix geboten. Fuchtelnd schaute sie immer wieder auf ihre Uhr und schaffte es, dass ihre Musiker um exakt zehn Uhr den letzten Ton spielten.Das von den Behörden pingelig durchgesetzte Zeitfenster hat sich – wenn auch nicht immer so stilsicher wie bei Erika Stucky – zum heimlichen Running Gag von «Am Schluss» gemausert. In südländischen Feriendestinationen erklingt Strassenmusik von kleineren Festivals meist bis weit in die Nacht hinein. Weil in Thun der Tourismus allem Anschein nach ebenfalls grossgeschrieben wird und man sich scheinbar offen gibt, hinterlässt diese Regelung einen schalen Nachgeschmack. Und man kann nur hoffen, dass am Schluss nicht die verlieren, die es ernst gemeint hätten, junge Touristen nach Thun zu locken.>

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