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Der Steuerfuss bleibt bei 76 Prozent, die Forchbahnstation Waltikon erhält keine Behindertenlifte.

Die Zumiker wollen keine Steuererhöhung von 6 Prozentpunkten. Für Behinderte, die mit der Forchbahn fahren, zeigten sie kein Herz.

Gemeindeversammlung Zumikon Von Anna Moser Zumikon – Bis vor anderthalb Jahren kannte man ihn als Politiker, der mit Verve die Finanzgeschäfte der Politischen Gemeinde Zumikon vertrat. Am Montagabend nun hat Rolf R. Zimmermann (SVP) für eine handfeste Überraschung gesorgt, als er die Schulpflege mit ihrem Antrag auf höhere Steuern in die Schranken wies. Sein Votum war so energisch wie zu seinen besten Zeiten als Finanzvorstand. Die Schulbehörde hatte zuvor dargelegt, dass eine Steuerfusserhöhung um 6 Prozent unumgänglich sei. Dies aufgrund eines strukturellen Defizits, steigender Schülerzahlen und sinkender Steuererträge. Doch Zimmermann sah das anders: Er warf der Schulpflege vor, Steuern auf Vorrat erheben zu wollen, was per Verfassung verboten sei. Dass die Schulpflege den Antrag auf Steuererhöhung nur kurz nach der verlorenen Abstimmung über das Schulzentrum Farlifang publik gemacht habe, sei eine «Frechheit». Die Qualität der Schule werde nicht leiden, wenn die Behörde dazu gezwungen sei, ihr Eigenkapital von 8 Millionen Franken anzuzapfen. Dem versuchte Schulpräsident Andreas Hugi (FDP) mit dem Argument entgegenzutreten, dass einzig in jenen Bereichen Sparmöglichkeiten bestünden, in denen die Schule besonders erfolgreich und die Nachfrage besonders gross sei: etwa beim Musikunterricht und der ausserschulischen Betreuung. Schulpflege ohne Chance Zum Schluss der Diskussion bat Gemeindepräsident Hermann Zangger (SVP) Rolf Zimmermann, seine Einwände als Antrag zu formulieren, um ordnungsgemäss abstimmen zu können: Im Vergleich zum Antrag von Zimmermann hatte das Begehren der Schulpflege keine Chance mehr; aufs Auszählen wurde gar verzichtet. Dass daraufhin einige der anwesenden, aber nicht stimmberechtigten Lehrpersonen die Versammlung verliessen, löste Pfiffe im mit 238 Stimmberechtigten gefüllten Saal aus. Übrig blieb für die Schule nur die unbestrittene Verschiebung von 10 Steuerprozenten aus dem Gemeindegut zum Schulgut. Den entsprechenden Betrag muss sie ab 2012 an den Finanzausgleich abliefern. Das Budget der Politischen Gemeinde wurde einstimmig genehmigt. Der Gesamtsteuerfuss bleibt bei 76 Prozent.Für einige Diskussionen sorgte das Geschäft über den Einbau zweier behindertengerechter Lifte in der Forchbahn-Station Waltikon für 830 000 Franken. Die Exekutive empfahl Ablehnung. Verschiedene Votanten sprachen sich jedoch dafür aus. Äusserst knapp, mit 100 zu 92 Stimmen, wurde der Kredit verworfen – worauf Initiant Walter Weber den Antrag stellte, aufs Budget zurückzukommen, welches die nun nicht benötigten 830 000 Franken enthalte. Fast noch eine neue Wendung Fast hätte der Abend noch eine erstaunliche Wendung genommen, kündigte Walter Weber doch an, am Ende der Versammlung, noch einen Antrag auf eine zweiprozentige Steuersenkung zu stellen. Doch mit 122 zu 68 Stimmen sprachen sich die Zumiker Stimmberechtigten dafür aus, das Budget nicht neu aufzurollen.

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