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Der Wettstreit unter den Behörden

Ich habe auf alle Fälle noch keinen Punkt verschossen.» Hannes Fankhauser lacht. Eben hat er das Schützenhaus betreten und wartet nun mit vollem Magazin darauf, dass eine Scheibe frei wird. Angereist ist der Gemeindeschreiber von Heimiswil aus ganz besonderem Anlass. Die Organisatoren des Oberaargauischen Landesschiessens haben ihn mit weiteren Behördenvertretern aus dem Amt Burgdorf sowie mit Sponsoren und Helfern zum Dank für ihre Mithilfe nach Hindelbank geladen. Hannes Fankhauser hat keine grossen Erwartungen in sein Können. «Ich komme nicht oft zum Schiessen», sagt er, zudem habe er lange eine Pistole besessen. Heute dagegen absolviert er sein Programm mit dem Sturmgewehr – mal sehen. Über drei Wochenenden erstreckt sich das Schützenfest, das bereits zum 17.Mal ausgetragen wird und zum 8.Mal im Amt Burgdorf über die Bühne geht. Dies zu betonen liegt BDP-Grossrat und OK-Präsident Peter Studer aus Höchstetten am Herzen, und: «Mit dem ersten, von 2100 Schützinnen und Schützen besuchten Wochenende haben wir bereits einen Drittel des Festes hinter uns.» So hoffe er nun, bis am Schluss 6000 Aktive begrüssen zu dürfen. Selber zum Gewehr zu greifen ist an diesem Abend für Studer kein Thema, genauso wenig wie für seine Partei- und Grossratskollegen Franz Haldimann und Dieter Widmer. Er habe seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr geschossen, «da will ich mich doch nicht blamieren», schmunzelt Haldimann, der zehn Monate nach seinem Rücktritt als Stadtpräsident von Burgdorf sichtlich entspannt wirkt. Ähnlich begründet Dieter Widmer seinen Verzicht, während wiederum Haldimann mit einem wehmütigen Blick hin zum elektronischen Scheibenstand sinniert: «Schade, sieht man keine Kelleli und Fähnli mehr.» Umso erfreuter über seine Leistung ist derweil Franz Huber. Mitgemacht hat er eigentlich als Mitglied des Organisationskomitees, doch genauso gut könnte der 64-jährige alt Gemeinderatspräsident aus Ersigen und alt Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Kirchberg als Behördenvertreter durchgehen. «Ich habe 56 von 60 Punkten erzielt», strahlt er, sichtlich zufrieden mit seinem neu erworbenen Sturmgewehr 57. Lange habe er ja mit dem moderneren Modell 90 geschossen, «doch damit habe ich es nicht mehr richtig gesehen». Flugs führt er das Visier an seiner älteren Waffe vor. Mit ihm könne er viel besser zielen, weil es anders gebaut sei. Mittlerweile hat auch Hannes Fankhauser sein Resultatblatt erhalten. Dass er zu den ganz wenigen Behördenvertretern gehört, die geschossen haben, tröstet ihn in diesem Augenblick wenig. «Es hätte mehr sein dürfen», stellt er fest, ohne weiter ins Detail zu gehen. Aber was solls. «Es hat jedenfalls zehn Mal ‹gchlepft›. Schliesslich soll man die guten Leistungen für die Wettkämpfe aufsparen, die zählen.» Stephan Künzi>

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