Zum Hauptinhalt springen

Design-Preis Schweiz geht auch an das SchauspielhausSongs in der schönsten Sprache der Schweiz

Kurz & kritisch Design Das Zürcher Schauspielhaus erhält für seinen visuellen Auftritt den Design-Preis Schweiz in der Kategorie «Market»; die Auszeichnung ist mit 10 000 Franken dotiert. Gemäss Jury, in der unter anderem die Architekten Herzog & de Meuron, der Designer Jasper Morrison und der Verleger Lars Müller sitzen, überzeugt das Erscheinungsbild durch seine emotionale Qualität, den hohen Wiedererkennungswert sowie seinen Informationsgehalt. Das grafische Kernstück ist eine schwarze Scheibe, die in unterschiedlichen Anwendungen, etwa in Plakaten und Programmen, immer wieder auftaucht. Hinter dem Konzept steht der Schweizer Grafiker und Designer Cornel Windlin. Viele von ihm gestaltete Bücher und Plakate sind national und international ausgezeichnet worden. Das zweite, mit 40 000 Franken ausgezeichnete Projekt im Bereich «Market» geht ebenfalls nach Zürich &endash an die Senior Design Factory. Design ist hier der Botenstoff zwischen Jung und Alt und baut auf gestalterischer und sozialer Ebene Brücken zwischen den Generationen. Junge Gestalter arbeiten zum Beispiel mit handwerklich versierten Senioren zusammen. Über einen Shop werden die handgearbeiteten Produkte dann verkauft. Insgesamt standen dem Design-Preis 220 000 Franken zur Verfügung, aus 34 Nominationen wurden letztlich 9 Projekte in unterschiedlichen Kategorien prämiert. In der Kategorie «Merit» holten sich zum Beispiel Daniel und Markus Freitag für ihre inzwischen legendären Taschen eine Auszeichnung für kontinuierliche Designleistung. In der Sparte «Textile» konnte Annette Douglas mit ihren Akustikvorhängen punkten; sie erhält 50 000 Franken. Es ist bereits das elfte Mal, dass der Design-Preis Schweiz herausragende Leistungen in unterschiedlichen Berufsfeldern vergibt. Er ist marktnah orientiert und nicht zu verwechseln mit dem Eidgenössischen Preis für Design. Die Verleihung fand gestern Freitag im Design Center Langenthal statt, wo die prämierten Projekte bis zum 18. Dezember ausgestellt sind. Ulrike Hark www.designpreis.chCD In Zürich kennt man Benedetto Vigne als feinsinnigen Musikkritiker, der sich in den vergangenen drei Jahrzehnten unermüdlich erzählend und einordnend mit dem Klangschaffen in der Limmatstadt auseinandergesetzt hat &endash vorwiegend in der Zeitung, die Sie gerade lesen. Dass sich hinter dem Kritiker eigentlich ein versierter Musiker verbirgt, ist dabei weitgehend vergessen gegangen. Diese Lücke wird mit zwei Wiederveröffentlichungen geschlossen, die anlässlich eines Tributabends im Rahmen der Literaturtage Domat/Ems zur Aufführung kommen. Die erste Platte «Carezzas» wurde im Spätjahr 1977 im legendären Sunrise-Studio in Kilchberg eingespielt, wo sich später dann auch Bands wie Kleenex oder Hertz zu wegweisenden Aufnahmen einfanden. Und bereits hier bewiesen Benni & Others ein Flair für den elaborierten Sound der Siebzigerjahre &endash wobei sie sich eher Steely Dan denn den Züri-Punks verpflichtet fühlten. Und da die goldene Sonne nicht nur über Kalifornien, sondern auch über der Surselva scheint, darf man diese Phase guten Gewissens unter der Chiffre «Calanda Dreamin’» einordnen. Man erlebt den Poeten und Geschichtensammler Benedetto Vigne hier also nicht nur als kunstvoll sehnsüchtelnden Sänger, sondern auch als exquisiten Arrangeur, der neben westküstigem Chorgesang auch gleich noch diskret Flöten und Mandolinen einflirren und -fläppern lässt. Das zweite Album «Or da schlers e baraccas» lässt sich dann &endash knapp vier Jahre später &endash in komplett veränderten Klangbildern nieder. Hier dominieren New-Wave-Klänge italienischer Prägung, synthetische Arrangements und artifiziell anmutende Manierismen. Dazwischen bleibt sogar Platz für eine clevere Coverversion des Beach-Boys-Klassikers «Surfin’ USA». Doch die rätoromanischen Verse sind geblieben &endash und damit die Texte, denen man nicht immer mit dem Kopf, aber stets mit dem Herzen folgt. Philippe Amrein Benni & Others: Carezzas; Benni Vigne: Or da schlers e baraccas (Discs fabulants); Konzert: Heute Samstag um 20 Uhr, Halle Tircal in Domat/Ems.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch