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Die Anlageprofis der Suva reüssieren auch ohne BankerDie Anlageprofis der Suva brauchen keine Banker

Der Unfallversicherer Suva ist in Hochform – nicht zuletzt wegen der klugen Anlagepolitik. Ein Vorbild für manche Pensionskasse.

Von Bruno Schletti Miese Anlagerenditen, hohe Verwaltungskosten und entsprechend kritischer Deckungsgrad – bei mancher Pensionskasse liegt die Verwaltung der Rentengelder im Argen. Das sind Probleme, die man ausgerechnet bei der öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalt Suva nicht zu kennen scheint. Trotz Senkung der Versicherungsprämien steigerte sie den Gewinn im Geschäftsjahr 2010 von 188 auf 244 Millionen Franken. Der Deckungsgrad liegt bei 121 Prozent, womit die Rentenverpflichtungen gut abgesichert sind. Die durchschnittliche Rendite auf den Kapitalanlagen weist die Suva mit 5,6 Prozent aus. Gerade dieses Anlageergebnis überrascht. Es liegt höher als bei den meisten Privatversicherern, wobei sich die Struktur der Suva eher mit der von Pensionskassen vergleichen lässt. Entsprechende Vergleichsindizes von Pictet und der Credit Suisse zeigen, dass die Anlagespezialisten der Suva einen guten Job machen (siehe Grafik). So gut, dass man sich bei anderen Versicherern die Augen reibt. Der Finanzchef der CSS-Krankenversicherungsgruppe, Franz Kappeler, sagt: «Die Suva-Leute machen das sensationell gut, sehr kontinuierlich, mit einer langfristigen Strategie.» Die CSS hat mit einer Anlagerendite von 4 Prozent im letzten Jahr auch ein respektables Ergebnis erzielt. Verzicht auf Berater Ernst Mäder, Finanzchef der Suva, bestätigt die langfristig angelegte Strategie, die nicht prozyklisch ist, sich also nicht an den Massentrends orientiert. Es ist zudem eine Strategie, die im eigenen Haus festgelegt und umgesetzt wird. «Auch die Banken kochen nur mit Wasser», sagt Mäder vielsagend. Mit dem Team eigener Anlagespezialisten kann die Suva hohe Beratungshonorare sparen – ein entscheidender Unterschied zu vielen Pensionskassen. Dank der Kompetenz im eigenen Anlageteam scheut die Suva auch nicht vor Risiken zurück. Denn für Mäder ist klar: «Wir können kein Geld verdienen, ohne dass wir Risiken eingehen.» Die Suva ist mit einem guten Viertel ihrer 39 Milliarden Franken Anlagevermögen in Aktien investiert und schreckt auch vor alternativen Anlagen, etwa Hedgefonds, nicht zurück. Tabu sind aber Dachfonds, weil deren Kosten zu hoch sind.Über die letzten 15 Jahre erzielte die Suva auf diesem Weg eine durchschnittliche Jahresrendite auf den Kapitalanlagen von 4,7 Prozent. Damit finanziert die Gesellschaft um die 30 Prozent ihrer Versicherungsleistungen. «Wir wollen», sagt Mäder, «dass die Kapitalanlagen unser dritter Prämienzahler sind» – neben den Unternehmen und den Beschäftigten. Für das laufende Jahr ist Mäder aber pessimistisch. Per Ende Mai lag die Rendite bei 2 Prozent. Sorgen macht Mäder vor allem die Frankenstärke.Zum fünften Mal in Folge wird die Suva auf das Jahr 2012 die Prämien senken – um durchschnittlich 7 Prozent. Das entspricht rund 275 Millionen Franken. Oder mit den Worten von Suva-Chef Ulrich Fricker: «Ein kleiner Beitrag, den die Suva zur Linderung der Wechselkurs-Problematik leisten kann.»

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