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Die Bagger fahren für Marta auf

Das Kirchgemeinde- und Gemeinschaftszentrum von Fehraltorf hat politisch einen steinigen Weg hinter sich. Gestern war Spatenstich, die ersten Schaufeln gruben sich in die Erde.

Von Pia Wertheimer Fehraltorf – Mit dem gestrigen Spatenstich fürs Kirchgemeinde- und Gemeinschaftszentrum an der Hintergasse beginnen die Bauarbeiten für das 3,9-Millionen-Franken-Projekt. Damit endet ein jahrelanges politisches Seilziehen. Die Fehraltorfer lernten das Projekt mit Namen «Marta» an der Kirchgemeindeversammlung vom 10. Dezember 2006 kennen. Das Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs erntete aber nicht nur Komplimente. So nahm das Architekturbüro nachträglich unter anderem Änderungen in der Raumaufteilung und dem äusseren Erscheinungsbild vor. Das Bauvorhaben der Kirchgemeinde im Kern des Dorfes rief auch den Gemeinderat auf den Plan, denn auch die Politische Gemeinde kämpfte gegen Platzmangel und meldete Bedarf für Alterswohnungen und Räumlichkeiten für die Jugendarbeit an. Zudem beschloss der Gemeinderat, dass ein Gestaltungsplan die Zentrumsplanung Fehraltorfs regeln sollte. Dafür hatte die Kirchenpflege aber kein Musikgehör, sie fürchtete bedeutende Verzögerungen. Die Behörden legten Marta vorläufig auf Eis und trafen sich zu Aussprachen. Der Gemeinderat akzeptierte dabei, dass die Kirchgemeinde ihr Vorhaben nicht in einen Gestaltungsplan einbinden wollte. Abstimmung gefordert Zeitgleich hatte Marta eine ganz andere Hürde zu nehmen. Ende August 2007 forderten nämlich zwei Mitglieder und 112 Mitunterzeichnende der Kirchenbehörde mit einer Initiative das obligatorische Finanzreferendum. Dies bedeutet, dass die Fehraltorfer über Ausgaben von mehr als einer Million Franken oder jährlich wiederkehrende Ausgaben von über 150?000 Franken an der Urne befinden müssen. Die Initianten beriefen sich unter anderem auf die neue Kantonsverfassung. Die Kirchenpflege stellte sich klar gegen die Initiative, erinnerte an bewährte Abläufe und betonte, dass die neue Verfassung das obligatorische Finanzreferendum für Kirchgemeinden durchaus nicht vorschreibe, sondern nur eine «Kann»-Regelung enthalte. Im Dezember 2007 nahm die Kirchgemeindeversammlung mit 112 Ja- gegen 27 Nein-Stimmen diese Initiative an. Über Martas Realisierung hatte also der Souverän an der Urne zu bestimmen, denn wenige Monate zuvor war von Kosten in der Höhe von 4,4 Millionen Franken die Rede gewesen. Haus musste gekauft werden Ein weiterer Stein, den es aus dem Weg zu räumen galt, war die Zukunft der Liegenschaft Hintergasse 2, die sich im Besitz des Ehepaars Kägi-Gmünder befand. Sie ist an das Haus Hintergasse 4, das auf einer der beiden Parzellen im Eigentum der Kirchgemeinde steht, angebaut. Für die Kirchenpflege stand damals fest: Wenn sich die Politische Gemeinde am Projekt beteiligen wolle, müsse sie die Hintergasse 2 erwerben. Ein halbes Jahr später waren sich die beiden Behörden handelseinig. Einerseits sollte die Kirch- und nicht die Politische Gemeinde das Haus des Ehepaars Kägi erwerben, um auf der Parzelle Marta Platz zu machen. Im Gegenzug war die Kirchbehörde bereit, der Politischen Gemeinde die angrenzende Parzelle zu verkaufen, damit Letztere darauf Alterswohnungen bauen könne. Im März 2009 besiegelte die Kirchgemeindeversammlung den Kaufvertrag mit dem Ehepaar Kägi und den Verkauf der Liegenschaft an der Hintergasse 4 an die Politische Gemeinde. Gleichzeitig bewilligten die Stimmberechtigten den nötigen Projektierungskredit fürs neue Kirch- und Gemeinschaftszentrum. Hand bot anstandslos auch die Versammlung der Politischen Gemeinde. Der Weg war endgültig geebnet, denn der Souverän stimmte am 29. November 2009 an der Urne mit 822 Ja- zu 276 Nein-Stimmen auch dem Baukredit von 3,9 Millionen Franken zu. Der Fehraltorfer Kirchenpflegepräsident Roland Sameli beim gestrigen Spatenstich. Foto: Christoph Kaminski

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