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Die besten Kälber kommen in Schönenberg unter den Hammer

Die Kälberauktion Zimmerberg hat einen ausgezeichneten Ruf. Doch die Organisatoren haben Schwierigkeiten, genügend Tiere mit gutem Stammbaum zu finden.

Von Bettina Ledergerber Schönenberg – «Erfolgsgeschichte Zuchtkälberauktion Zimmerberg» hiess der Titel des Vortrags, den der Hirzler Bauer Martin Gafner kürzlich in Landquart vor internationalem Publikum hielt. Ans Bündner Landwirtschaftszentrum Plantahof reisen jährlich Experten aus der ganzen Schweiz, aus Deutschland und Österreich, um sich über die neuesten Entwicklungen in der Braunviehzucht zu informieren. Plantahof-Leitungsmitglied Carl Brandenburger hat die Zimmerbergler an sein Braunviehzuchtseminar geholt. Er sagt: «Die Idee der Zimmerbergler hat mich fasziniert.» Es sei eine gute Sache, «genetisch hochstehende Kälber zu vernünftigen Preisen zu verkaufen». Normalerweise werden Kühe gehandelt. Die besten aber zu solch hohen Preisen, die sich die meisten Bauern gar nicht leisten können. Brandenburger zeigt sich erstaunt darüber, dass die Idee noch nie kopiert wurde, ausschliesslich Kälber zu verkaufen. Miss verrät wichtige Details Am Samstag findet die Zuchtkälberauktion Zimmerberg zum 15. Mal statt. 39 Kälber von 13 Milchbauern aus Samstagern, Hirzel, Wädenswil und Hütten sind gemeldet. Der Gantrufer Bruno Furrer leitet die Versteigerung. Man kennt ihn im Bezirk von der letztjährigen Gant auf dem Horgner Bockengut. Die Organisatoren erwarten 400 Besucher in der Reithalle Korrodi im Schönenberger Moos. Nicht nur Bauern, sondern auch Gewerbetreibende und Leute aus der Bevölkerung pilgern jeweils an das Spektakel, trinken einen Kafi Schnaps, begutachten die Tiere, halten einen Schwatz und bieten. Der Zeitpunkt ist günstig. Erst im Dezember haben die Bauern die staatlichen Direktzahlungen erhalten. Man ist zum Kaufen bereit. Ein weiterer Grund für die Erfolgsgeschichte Zuchtkälberauktion Zimmerberg. Dem Organisationskomitee ist es für die diesjährige Austragung zudem gelungen, die erste Braunviehkönigin Barbara Rohrer einzuladen. Die Obwaldner Bäuerin hatte an der Wahl nicht nur mit ihrem Äusseren überzeugt, sondern musste sich auch mit Fachwissen an der Schönheitskonkurrenz in Zug beweisen. Sie wird in Schönenberg die Kälber präsentieren und den Bietern das eine oder andere Detail verraten, das nicht im Katalog steht. Zum Beispiel, wenn das Tier von einem Stier abstammt, dessen Samen schon ausverkauft sind.Ob die Erfolgsgeschichte der Zuchtkälberauktion Zimmerberg fortgeschrieben wird, ist jedoch ungewiss. OK-Präsident Alfred Blum sagt: «Es ist schwierig abzuschätzen, wie lange es die Zuchtkälberauktion noch gibt.» Es wird für die Organisatoren zunehmend schwieriger, Kälber mit guten Zuchtwerten für die Auktion zu finden. Diese Tiere behalten die Bauern lieber selber. Viele Betriebe in der Region stellen zudem auf Mutterkuhhaltung um. Zuletzt der Kilchberger Vorzeigebetrieb Stockengut. Grund für diese Entwicklung ist der tiefe Milchpreis, der Auswirkungen auf den Kälberpreis hat.Bisher wurden nur Braunviehzüchter aus der Region Zimmerberg geladen. Das Organisationskomitee ist der Meinung, der Kreis soll klein und fein bleiben, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt. Jeder soll bei der Organisation sowie beim Auf- und Abräumen seinen Beitrag leisten. Die schönsten Kälber behalten die Züchter lieber im Stall, statt sie an die Auktion zu geben. Foto: Silvia Luckner

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