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Die Bezirkssparkasse Uster wagt den Alleingang

Nach sieben Jahren Mitgliedschaft tritt die Bezirkssparkasse Uster per Ende 2012 aus dem Verbund der Clientis-Banken aus.

Von Stefan Krähenbühl Uster – Abweichende Auffassungen über die strategische Ausrichtung und die strukturelle Ausgestaltung der Gruppe haben die Bezirkssparkasse Uster (BSU) veranlasst, Clientis zu verlassen. Das teilt das Bankinstitut in einem gestern veröffentlichten Pressecommuniqué mit. Ihren Austritt aus dem Clientis-Verbund gab gestern auch die Sparkasse Horgen bekannt. Die Ustermer Bank wollte die Strategie der in Bern domizilierten Clientis AG für die Jahre 2012 bis 2017 nicht mittragen. Auf die Clientis Zürcher Regionalbank (ZRB) entfällt in naher Zukunft eine dominantere Führungsfunktion innerhalb der Gruppe. Dadurch würde sie auf das operative Geschäft der Ustermer grossen Einfluss gewinnen. «Logisch betrachtet, würde diese Art der Zusammenarbeit auf eine Fusion hinauslaufen», sagt BSU-Direktor Markus Goetschi. Fusion kommt nicht infrage Zum selben Schluss kam der Verwaltungsrat der Bezirkssparkasse. Nachdem die Strategiepapiere im September vorlagen, legte das Gremium die beiden Szenarien Fusion und Eigenständigkeit in die Waagschale und entschied sich für den Alleingang. Damit hält die BSU an ihrem bisherigen Credo fest. Schon in der Vergangenheit sei das Fusionsthema zur Debatte gestanden, wie Goetschi sagt. Mit dem Austritt erhält das Bankinstitut Anfang 2013 nach sieben Jahren unter dem Label Clientis eine neue Identität. «Wir wollen den Auftritt neu definieren», sagt Goetschi, «und überlegen uns in diesem Zusammenhang auch, den Namen Bezirkssparkasse Uster zu ändern.» Tatsächlich werden die Veränderungen in erster Linie optisch spürbar sein. Für die Mitarbeiter an den drei Standorten Uster, Dübendorf und Volketswil dürfte der Austritt nicht viel ändern. Zumal die Bank nach wie vor Teil der RBA-Holding sein wird, der Dachorganisation von über 90 Schweizer Regionalbanken. Mit Interesse verfolgen dürfte den BSU-Austritt die Clientis Zürcher Regionalbank. Zumal das Unternehmen weiterhin auf Expansionskurs ist und im wichtigen Marktgebiet Bezirk Uster bislang keinen Standort betreibt. Ob die ZRB jedoch den Versuch unternehmen wird, in das Gebiet einzudringen, kann Goetschi nicht einschätzen. «Grundsätzlich existiert unter den RBA-Banken das Gentlemen’s Agreement, dass wir uns nicht gegenseitig die Märkte streitig machen», sagt er. «Aber gleichzeitig ist klar, dass sich die Kunden nicht an Bezirksgrenzen halten.»Die Reaktionen aus Bern sind bislang zurückhaltend ausgefallen. Als «überraschend» bezeichnete die Clientis AG in einer ersten Antwort den Austritt der Ustermer. Dass sie den Wegfall eines Unternehmens mit der stolzen Bilanzsumme von rund 780 Millionen Franken nicht auf die leichte Schulter nehmen wird, dürfte indes auf der Hand liegen.

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