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Die Dampfer sind wieder in ruhigeren Gewässern

Der Kanton Waadt hat die Flotte der Schaufelradschiffe aus der Belle Epoque als historische Denkmäler klassifiziert. Nun hofft er auf Geld vom Bund.

Von Richard Diethelm, Lausanne Die Schaufelraddampfer auf dem Genfersee lassen gewöhnlich die Herzen von Touristen und Freunden der technischen Meisterwerke aus den Werkstätten der Gebrüder Sulzer, Winterthur, höher schlagen. In den vergangenen zwei Jahren stritten sich jedoch die Waadtländer Regierung, der Kantonsrat und der Verein der Freunde der Raddampfer auf dem Genfersee (ABVL) über den richtigen Weg, wie das einzigartige Ensemble von acht noch erhaltenen Passagierschiffen aus der Blüte des Tourismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten werden kann. Rechtzeitig auf die touristische Hochsaison auf dem Genfersee hat sich dieser politische Sturm nun gelegt: Die Flotte aus der Belle Epoque kreuzt wieder in ruhigen Gewässern. Die Regierung, die durch eine umstrittene Umstrukturierung die drohende Zahlungsunfähigkeit der Schifffahrtsgesellschaft CGN abwenden wollte, bot die Hand zu einem Kompromiss. Das Parlament bewilligte im April 16 Millionen Franken für die dringende Totalrenovation des aus dem Verkehr gezogenen Schaufelraddampfers Vevey und eines jüngeren Motorschiffes sowie für die Sanierung der CGN-Werft in Lausanne. Die Klassierung der Belle-Epoque-Flotte als historisches Denkmal ist der vorläufig letzte Schritt in den Bemühungen, die zwischen 1904 und 1928 in Betrieb genommenen Schaufelradschiffe Montreux, Vevey, Italie, La Suisse, Savoie, Simplon, Helvétie und Rhône in fahrtüchtigem Zustand zu erhalten. Gegenwärtig sind nur noch fünf der acht Schiffe für den Passagierverkehr zugelassen. Das Betteln um Geld Auf der Italie stehend, die in der Werft vor sich hin rostet, bezeichnete der Waadtländer Verkehrsminister François Marthaler gestern die Klassierung als «Signal der öffentlichen Hand, diese Schiffe einsatzbereit zu halten». Er kündigte an, der Kanton werde das Bundesamt für Kultur um Subventionen für die Sanierung der Flotte angehen. Bei aller Zufriedenheit über den endgültigen Schutz der Dampferflotte auf dem Papier räumte ABVL-Präsident Maurice Decoppet ein, das für Totalrenovationen nötige Geld bleibe der kritische Faktor. Seit 2003 sammelten die Dampferfreunde zwar 18 Millionen Franken. Aber erst drei Schaufelraddampfer, unter ihnen das Flaggschiff La Suisse, konnten bisher überholt werden. Nur bei fünf Schiffen treibt noch eine Dampfmaschine die Schaufelräder an; die anderen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen dieselelektrischen Antrieb umgerüstet. Die Belle-Epoque-Schiffe des Genfersees: Vevey, Rhône und Savoie (v. l. n. r.) Foto: Dominic Favre (Keystone)

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