Zum Hauptinhalt springen

Die Glattalautobahn bleibt im Rennen

Der Bund prüft drei Varianten für eine neue Autobahn im Raum Zürich-Nord.

Von Sandra Zrinskiund Ruedi Baumann Zürich/Winterthur – Im Norden von Zürich staut sich der Verkehr fast jeden Abend. Wenn die dritte Gubriströhre eröffnet und die Autobahn A 1 bis Seebach sechsspurig ist, steigt der Druck auf die beiden Autobahnknoten in Zürich-Nord und auf das Brüttiseller Kreuz weiter. Einen Stauschwerpunkt bildet auch der Autobahnbogen um Winterthur. Gestern nun hat das Bundesamt für Strassen (Astra) mögliche Lösungen präsentiert, um im Glattal und im Raum Winterthur neue Kapazitäten zu schaffen. In Bern betont man, dass erst mögliche Varianten vertieft untersucht werden. Die genauen Linienführungen seien noch weitgehend offen. Zusammen mit den lokalen Behörden und den Planungsgruppen Glattal und Winterthur hat das Bundesamt über 20 mögliche Strassenführungen analysiert und sich auf drei Varianten festgelegt, die nun bis Anfang 2012 auf Vor- und Nachteile geprüft werden. National- und Ständerat können voraussichtlich 2014 entscheiden. Bezahlt wird die neue Autobahnverbindung aus dem Infrastrukturfonds des Bundes. Der Kanton Zürich muss höchstens für «Extrawürste» bezahlen. Wie gross soll der Ring sein? Im Prinzip soll rund um die Region Glatttal ein Ring gebaut werden, der – je nach Variante – grösser oder kleiner wird. Die bekannteste Variante (siehe Grafik) ist die seit den Neunzigerjahren diskutierte Glatttalautobahn. Der Präsident der Zürcher Planungsgruppe Glattal, Hans-Rudolf Blöchlinger, ist zufrieden, dass sein Favorit im Schlussverfahren dabei ist. Die Glattalautobahn verbindet die A 1 im Osten mit Flughafen und Nordumfahrung Richtung Bern/Basel. Die Strecke würde unterirdisch unter Bassersdorf sowie Kloten und Opfikon durchführen und in Bassersdorf an die Oberfläche kommen. Das ist teurer als eine oberirdische Autobahn, braucht aber weniger Boden im dicht besiedelten Glattal. Von den beiden anderen Varianten des Astra hält Hans-Rudolf Blöchlinger wenig: «Eine Direktverbindung von Zürich-Nord nach Winterthur bringt unserer Region gar nichts», sagt er. Unklar ist zudem, wie weit diese Variante (rot) in einem Tunnel verlaufen würde wie beim geplanten Brüttener Bahntunnel. Bei einer neuen Autobahn zwischen Zürich-Nord und dem Raum Brüttisellen (Variante blau) sieht Blöchlinger vor allem ein räumliches Problem. «Dafür ist einfach zu wenig Platz vorhanden.» Zusätzlich zu den drei Neubauvarianten wird auch ein Ausbau der bestehenden Autobahn A 1 zwischen Zürich und Winterthur geprüft. Definitiv verworfen wurde hingegen die Südostumfahrung von Winterthur, die einen Autobahnring um die Stadt bilden würde. Frühestens 2035 fertig Über die genauen Linienführungen und einen Realisierungszeitraum hält man sich in Bern bedeckt. Klar ist lediglich, dass es im Minimum 10 bis 15 Jahre dauern wird, bis nach der Eröffnung der sechsspurigen Nordumfahrung eine neue Autobahn fertig sein wird. Und der Ausbau der Nordumfahrung wird 2018 oder 2019 vollendet sein. Vor 2035 ist mit einer Glattalautobahn also nicht zu rechnen. Vom neuen Autobahnring erhofft man sich im Glattal auch eine Verflüssigung des Verkehrs. «Wir gehen davon aus, dass die Ortszentren entlastet werden», sagt Hans-Rudolf Blöchlinger. Denn: «Kommt es zu Staus, gehen viele Autofahrer früher von der Autobahn ab.» Das zeige sich täglich am Brüttiseller Kreuz. Und auch im Furttal klagen Behörden und Bevölkerung über den Schleichverkehr. Stauen sich die Autokolonnen an den Gubristportalen, wird das Furttal als Ausweichroute benützt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch