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«Die Hüttner sind liebevolle und fröhliche Leute»

Immer wieder gerne nach Hütten zurück kehrt Inge Dillier: Sie führte vom 3. November 1968 bis zum 31. Mai 1970 das Restaurant Zur Sage.

Im Sageli, wie das ehemalige Restaurant zur Sage im Volksmund genannt wurde, muss es rund zu und her gegangen sein, als Inge Dillier dort wirtete. Die heute 78-jährige Frau blättert im Fotoalbum und bleibt bei jedem zweiten Bild hängen und beginnt zu erzählen. Zum Beispiel über den Lattmann Werni von der Hinteren Schönau (siehe Bild): «Mit seinem Ross Dorli ging er alle Tage zur Sennhütte runter, das‹Füli› musste auf dem Hof bleiben. Das Mutterross wollte schnell wieder heim zum Kleinen, auf dem steilen Weg zurück hatte es aber einen Herzschlag und war tot. Lattmann Werni zog das Fohlen dann auf und schöppelte es mit der Flasche. Er besuchte mich mit dem Fohlen - an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Es bekam altes Brot, wir stiessen mit einem Glas Roten an. Wir musste ja auch was haben.» Lattmann zog später ins Thurgauische, Bert Kaempfert, der deutsche Musikstar der 1960/1970er-Jahre, soll das Haus gekauft haben. Auch er sei Gast im Sageli gewesen, sagt Dillier. Erstmals Wirtin Als 38-Jährige hatte Dillier das Hüttner Restaurant übernommen. «Mein Mann arbeitete in einer Fabrik in der Au und hörte dort, dass das Sageli frei sei. Ich war schon länger im Gastgewerbe tätig, hatte aber noch nie ein Restaurant geführt», sagt sie. «Schon am ersten Tag kamen viele Leute - gleich nach der Kirche. Alle erhielten zur Begrüssung gratis ein Getränk.» Lange konnte Dillier, die heute in Kilchberg wohnt, aber nicht im Sageli bleiben: Das Verhältnis zu den Besitzern wurde zusehends schwieriger. «Innert kurzer Zeit erhöhten sie zudem den Pachtzins drei Mal.» Sie musste sich nach einer anderen Beiz umsehen. Immer noch in Kontakt Hütten und die Hüttner hat sie in der kurzen Zeit ins Herz geschlossen. «Ich bin viel hier oben», sagt sie. «Zum Beispiel an der Chilbi oder am Chränzli des Männerchors. Dann treffe ich meine ehemaligen Gäste und sitze mit ihnen zusammen. Und trinke einen mit ihnen. Oder zwei.» Sie kann heute noch sagen, wer in welchem Haus gewohnt hat. «Die Hüttner sind liebevolle und fröhliche Leute - es ist kein kompliziertes Volk», sagt sie. So sei im Sageli viel gejasst, gesungen und musiziert worden. Das sieht man auch auf den Fotos in ihrem Album. Sie blättert darin und beginnt zu erzählen. Vom Schönau- Heini zum Beispiel. Dass er nicht mehr gut zu Fuss war. Und dass sie, wenn er manchmal . . . Inge Dillier.

Inge Dillier (rechts), das Fohlen und Werner Lattmann.

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