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Die Natur schlicht in Szene gesetzt

Sie stammt aus der Ostschweiz und lebt in Berlin. Die 45-jährige Rita Mettler hat den Park im Könizer Liebefeld gestaltet, der Ende Woche eröffnet wird. Die Landschaftsarchitektin wünscht sich eine Anlage voller Leben.

Rita Mettler ist klein und zierlich. Im schwarzen T-Shirt und in Jeans sitzt die 45-Jährige auf einer hellen Holzbank und blickt auf ihr Werk: den neuen Park im Könizer Liebefeldquartier. Ein Jahr lang wurde an ihm gebaut. Dieses Wochenende wird er eröffnet. Noch sieht alles etwas kahl aus. Die Bäume sind gesetzt, aber klein. Und beim Weiher dominieren Kies und Beton. «Hier werden auch Pflanzen wachsen», erklärt Rita Mettler. «Sie sind angesät, aber das braucht seine Zeit.» Überhaupt, alles braucht noch seine Zeit. «Ich stelle mir schon vor, wie es sein wird, wenn auch die Bäume einmal gross sind», sagt die Landschaftsarchitektin. Amüsiert über die FischeMettler und ihr Team haben den im Jahr 2005 von der Gemeinde ausgeschriebenen Wettbewerb für die Gestaltung des Parks gewonnen. Seither war Mettler öfters in Köniz, um das Projekt zu begleiten. «Etwa zweimal pro Monat komme ich hierher», erzählt die Ostschweizerin, die in Berlin und in Gossau ein Büro für Landschaftsarchitektur betreibt. Während Rita Mettler erklärt, dass der 3000 Quadratmeter grosse Weiher im Park mit Quellwasser aus der Gemeinde gespeist wird, schwänzeln vor ihr kleine Fischlein im Teich herum. Die waren nicht Mettlers Idee, jemand hat vor ein paar Wochen zwei Karpfen ausgesetzt. Inzwischen haben sie bereits gelaicht. Mettler nimmt das amüsiert zur Kenntnis. «Das ist ein Volkspark, er soll leben», findet sie. «Aber sollten die Fische ein Problem werden, muss man natürlich handeln.» Kein SchlossparkRita Mettler ist keine Frau der grossen Worte. Wenn sie erzählt und erklärt, tut sie das ruhig, bescheiden und bedacht. Durch Einfachheit zeichnet sich auch ihre planerische Sprache aus. «Präzise, streng und schlicht» – so gestalte sie gerne, sagt Mettler von sich. Blumenbeete oder aufwändig zurechtgestutzte Buchsbäumchen sucht man im Könizer Park vergebens. Dass dem Laien dieser etwas gar einfach gestaltet scheinen kann, ist sich Mettler bewusst. «Es gibt manchmal schon Fragen in diese Richtung», sagt sie. «Aber das ist nun mal kein Schlosspark aus der Renaissance.» Vielmehr solle das naturnah gestaltete Areal den Leuten einen Erholungsraum und etwas Abstand zum Alltagsstress bieten. Mettler macht kein Geheimnis daraus, dass der Park vorerst auch relativ schlicht gestaltet ist, weil das Geld für mehr nicht reichte. Mit den 2,5 Millionen Franken der Gemeinde liess sich nur der Grundausbau realisieren. Für Bäume, Bänke und Spielgeräte wurden Sponsoren gesucht. Rund 140000 Franken wurden bis jetzt gespendet. Gerne mehr gemachtIn einer zweiten Etappe könnte der neue Könizer Park ausgebaut werden. Wo jetzt die Linden im Gras wachsen, soll es eine Allee aus Kies geben. Im Weiher könnte ein Wasserspiel stehen. Und neben dem Weiher ist ein Parkcafé mit einem Platz für Anlässe vorgesehen. «Im Gesamtkonzept haben wir das alles berücksichtigt», sagt Rita Mettler. Doch wann es umgesetzt werde, sei völlig offen. «Klar haben wir gehofft, dass wir schon jetzt noch mehr machen könnten.» Rund zwei Millionen Franken wären – ohne Café – für diesen Ausbau laut Mettler nötig. Nüsse und Kirschen Bevor sie plante, hat sich Mettler das Grundstück genau angeschaut. Während auf der Schwarzenburgstrasse der Verkehr vorbeidonnert, spricht sie von der «dynamischen Seite des Parks», die strassenseitig angesiedelt sei. «Hier lässt es sich gut spielen und aktiv sein.» Die Seite bei den Wohnbauten der Dreispitzsiedlung ist beschaulicher. In Mulden wachsen Magerwiesen, die zu Naturbetrachtungen einladen. Auch wilde Kirschen und Nüsse sollen hier die Parkgäste erfreuen. Etliche seltene Baumarten wurden gepflanzt. Nebst einheimischem Gewächs findet sich auch Exotischeres. Die beiden Sumpfzypressen auf der Weiherinsel seien vor allem in den USA typische Parkbäume, sagt Mettler. «Sie werden sich im Herbst schön verfärben.» Früher ein VersuchsfeldAuch von der Geschichte des Areals liess sich Rita Mettler für dessen Gestaltung inspirieren. Die Landwirtschaftliche Forschungsanstalt Liebefeld sei ihr als Bauerstochter schon als Kind ein Begriff gewesen. «Die Anstalt hat das Dreispitzareal früher für Versuche gebraucht.» Bis zum Bau des Parks sei es Acker- und Wiesland gewesen. Auch einen Gutshof hat es früher hier gegeben. «Von dessen Eingangstor gibt es noch steinerne Säulen», sagt Mettler. Vielleicht werden sie eines Tages im Park stehen. Die Gemeinde klärt derzeit ab, ob das möglich ist.Lucia Probst>

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