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Die Niesenbahn darf den Glaslift auf dem Gipfel bauen

Rund 1,2 Millionen Franken investiert die Niesenbahn in die Sanierung und den Ausbau der Tal- und der Bergstation. Obwohl eine Zusatzrunde bei der Genehmigung gemacht werden musste, haben die Arbeiten begonnen.

«Mitte Woche haben die Aushubarbeiten auf dem Gipfel begonnen», bestätigt Niesenbahn-Geschäftsführer Roger Friedli auf Anfrage. «Wir haben die Genehmigungen erhalten – auch für den Glaslift.» Erstellt wird auf dem Gipfel ein vor allem für behinderte und ältere Personen gedachter Lift von der Bergstation hinauf auf die Ebene des Berghauses. Zudem wird die Talstation erneuert; in einem Anbau werden neu die Kassen sowie ein Behinderten-WC untergebracht. Eine Zusatzrunde 1,2 Millionen Franken kostet das ganze Projekt. Dazu kommen jetzt aber noch etwa 150000 Franken Mehrkosten. Diese sind durch Auflagen des Denkmalschutzes begründet, zum Beispiel die Umgebungsgestaltung bei der Talstation. «Nachdem wir alle Unterlagen für die Baubewilligung zusammen- und von allen kantonalen Amtsstellen positive Mitberichte hatten, wurde uns erklärt, dass wir gemäss neuem Seilbahngesetz dies dem Bundesamt für Verkehr vorlegen müssen», sagte der Geschäftsführer. «Wir mussten nun noch ein Plangenehmigungsverfahren auf Bundesebene durchlaufen, das zu einigen Auflagen durch das Bundesamt für Kultur respektive den dort angesiedelten Denkmalschutz führte.» Aber es ging mit zwei Monaten Dauer erstaunlich rasch, wenn auch die Niesenbähnler nicht gerade Freude an der Zusatzrunde hatten. «Nachdem wir einigen Anpassungen zugestimmt haben, sind die Arbeiten jetzt angelaufen.» Eine Herausforderung Dass ein Glaslift auf dem Gipfel auch Kritiker haben wird, war von Anfang an klar. Auch der moderne gläserne Berghausanbau und der kommende Anbau der Talstation sind sicher nicht für alle Augen gleich attraktiv. Die Firma Allenbach&Trachsel Architekten aus Frutigen hat schon etliche Projekte am Niesen geplant oder geleitet. Auch bei diesem hier hat sie die Federführung. Architekt Patrick Frei: «Beim Lift sind natürlich die Höhenlage und die Lage am Steilhang, welche grössere Aushubarbeiten in schwierigem Untergrund bedingt, die grössten Probleme. Ausserdem stellt die exponierte Lage mit grossen Temperaturdifferenzen und Windkräften höchste Anforderungen an die Lifttechnik und den Liftschacht.» Historisch-modern Aus architektonischer Sicht sei es eine interessante Aufgabe, ein funktionales Gebäude in nächster Nähe zur bestehenden historischen Bergstation zu entwerfen, welches als sichtbares Zeichen für die Modernisierung und Komfortverbesserungen der historischen Bahn stehen könne. «Dasselbe gilt für den Kassenanbau an das denkmalgeschützte Gebäude der Talstation. Auch hier musste ein Ausdruck gesucht werden, welcher den Altbau möglichst wenig tangiert, aber trotzdem eine einladende Atmosphäre für die Reisenden schafft», erklärt Frei seine Arbeit. «Die Behindertengängigkeit für die historische Bahn mit unzähligen verschiedenen Niveaus, Neigungen und steilen Treppen zu ermöglichen, ist auch in den weniger auffälligen Projektteilen eine sehr komplexe Herausforderung», zieht er ein Fazit. Wieder eine Rekord-Saison? Dieser Ausbau ist Teil einer Erneuerung der Niesenbahn im Hinblick auf die Konzessionsverlängerung und das 100-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr. Insgesamt sind rund 7 Millionen Franken gesprochen, davon werden 2 Millionen allein in diesem Jahr für Brücken- und Trasseesanierung und andere Bauarbeiten aufgewendet. Und wie werden die Zusatzkosten durch die Auflagen des Denkmalschutzes bezahlt? Roger Friedli: «Wir steuern mit der Niesenbahn nach 2008 erneut auf ein Rekordjahr zu. Wir haben unglaubliche Gästezahlen zu verzeichnen. Zusätzliche Kosten sind sicher nicht erwünscht; ich darf jedoch erfreut sagen, dass uns diese in der aktuellen Situation nicht weh tun.» Hans Rudolf Schneider •www.niesen.ch>

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