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Die Schöne des Juni

Marktfrisch Der wahrscheinlich längste Stand an den Märkten auf dem Helvetiaplatz und auf dem Oerliker Marktplatz gehört Toni Rossetti. Dort erhält man neben Obst und Gemüse oft auch Komplimente. «Sie sehen hinreissend aus in Ihrem Kleid», sagt einer der Verkäufer zu einer Frau, die Kirschen und Aprikosen kauft. Die Früchte stammen wie die Familie Rossetti aus Apulien. Antonio Rossetti senior hat vor 38 Jahren mit seiner Tätigkeit begonnen, Antonio junior arbeitet seit 23 Jahren im Betrieb mit und hat das in Lufingen bei Kloten beheimatete Geschäft 2007 zusammen mit seiner Frau Kristina übernommen. Bei Rossetti gibt es nicht nur italienische, sondern auch Schweizer Ware, jeden Tag frisch geschnitten. Kein einziges Gemüse stammt laut dem Inhaber aus Hors-Sol-Produktion, alles wächst in Erdkulturen – auch die Spezialitäten aus Italien. Jede Woche bringt sie ein Lastwagen aus Apulien. Im Moment haben die Früchte Hochsaison: die Wasser- und die Netzmelonen, die Duroni-Kirschen und für kurze Zeit die «Bella di Giugno», die Schöne des Juni, eine kleine und umso köstliche Birne, die Ende Juni und Anfang Juli Saison und viele Liebhaber hat.Wer Italiens Küche liebt, der findet bei Rossetti vieles, was sein Herz begehrt. Catalogna zum Beispiel, den etwas bitteren italienischen Löwenzahn, der als gedämpfte Beilage am besten schmeckt, lediglich mit Zitrone, Salz und Olivenöl serviert. Nachzulesen ist das in «Aschenbrödels Küche», dem immer noch sehr zu empfehlenden Kochbuch der Zürcher Publizistin Alice Vollenweider. Im Moment hat die Catalogna keine Saison, doch Toni Rossetti bietet einen Ersatz, der fast gleich aussieht und schmeckt und erst noch zarter ist: die Cicoria all’acqua. Ebenfalls im Angebot stehen die Rondini. Das sind Kürbisse, die auf den ersten Blick aussehen wie eine runde Zucchetti. Man kocht sie 15 bis 10 Minuten lang, schneidet sie entzwei und kann das Fruchtfleisch auslöffeln. Am besten schmeckts mit Olivenöl und Zitrone. Letztere gibts ebenfalls bei Rossetti. Und vielleicht ein Kompliment dazu. Für eine Schöne im Juni. Georg Gindely

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