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Die unterschätzten Teams

Sie sind die beiden dienstältesten Zürcher Trainer in der Gruppe 5 der interregionalen 2. Liga. Jérôme Oswald und Martin Dosch betreuen ihre Teams seit viereinhalb Saisons. Oswald schaffte gleich in seinem ersten Amtsjahr mit dem FC Thalwil den Aufstieg aus der regionalen 2. Liga. Dosch zog mit dem FC Wettswil-Bonstetten 2010 nach. Beiden Teams wurde zu Saisonbeginn nicht unbedingt ein Spitzenrang zugetraut. Langenthal, Kosova und Red Star waren die meistgenannten Favoriten. Der aktuelle Leader Thalwil überwinterte vor einem Jahr auf einem Abstiegsplatz. Die Leistungsträger sind immer noch dieselben Akteure. Man habe das Team allerdings verjüngt, hält Spielertrainer Oswald fest. Bei Wettswil-Bonstetten lästern die Gegner zuweilen über die schlechte Qualität des Rasens auf dem Sportplatz Moos und die stereotype Spielart. Die Heimstärke der Säuliämter ist eindrücklich: 7 Spiele, 7 Siege, dazu ein Torverhältnis von 20:3. Trainer Dosch empfindet es als respektlos, wenn sein Team auf eine defensive Spielweise mit lang geschlagenen Bällen reduziert wird. Die unterschätzten Teams Klar ist: Beide stehen nicht für Spektakel. Thalwil gewann auch in dieser Saison wieder vier Spiele 1:0. Die noch immer vom 36-jährigen Innenverteidiger Oswald zusammengehaltene Abwehr liess in 13 Spielen nur 10 Tore zu. Dieser Wert wurde einzig von Wettswil-Bonstetten (9 Gegentreffer) unterboten. Dosch vertraut einem Kern, der bereits in der regionalen 2. Liga mit dabei war. Auf die neue Meisterschaft hin wurde das Kader nur punktuell und gezielt ergänzt. Bei der Suche nach Verstärkungen hat der Verein den Vorteil, potenziellen neuen Spielern Jobs bei der Post vermitteln zu können. Insgesamt gilt: Die Kontinuität im personellen Bereich verbindet die oft unterschätzten Thalwil und Wettswil-Bonstetten und ist damit ein wesentlicher Faktor des Erfolges. Nur noch Spielverderber Diese Konstanz ging den Stadtzürcher Vereinen bisher ab. Kosova verzeichnete nach einer unterirdischen Rückrunde im Sommer viele Wechsel. In die Spur fand der Albaner Verein aber erst Mitte Oktober nach dem Wechsel von Enver Osmani zu Hermann A. Kälin. Mit dem neuen Trainer holte Kosova in den letzten 5 Partien noch 13 Punkte &endash mit einer Tordifferenz von 10:1. In den 8 Spielen zuvor hatte es 20 Gegentore abgesetzt! Dank diesem Schlussspurt verbesserte sich Kosova noch auf Platz 4, ist damit die bestklassierte Stadtzürcher Mannschaft und kann sich sogar noch leise Aufstiegshoffnungen machen. Dazu muss Kälin allerdings den Beweis erbringen, die begabten, aber zu oft inkonstanten Spieler über einen längeren Zeitraum zu einen. Im Gegensatz zu Kosova trat Red Star im Frühling sehr konstant auf. Platz 2 hinter Aufsteiger Höngg war der Lohn. Diesen positiven Lauf konnte der langjährige Erstligist, trotz einiger Verstärkungen, in der neuen Meisterschaft nicht fortsetzen. Red Star ist nur Fünfter. Von den Neuzuzügen erkämpften sich einzig Dominik Fabbricatore und Nicolas Bastardoz einen Stammplatz. Der Romand kehrt allerdings nach einem Praktikum in Zürich zu Malley zurück. Für Sportchef Francesco Pappone fehlen zumindest 5 Punkte in der Zwischenrechnung. Trainer Giovanni Gargiulo spricht von «ein bisschen Stagnation». In der Rückrunde dürfte Red Star &endash bei 9 Punkten Rückstand &endash höchstens noch die Rolle des Spielverderbers bleiben. Sogar ernüchternd ist die Situation für Oerlikon/Polizei und Seefeld. Beide verabschiedeten sich zwar mit Siegen etwas versöhnlich in die Winterpause. Zuvor gab es aber zu viele durchzogene Darbietungen. Oerlikon/Polizei wechselte zu Saisonbeginn fast die halbe Mannschaft aus. Sportchef André Moscon erhoffte sich 24 Punkte &endash geworden sind es 18 und Platz 8. Mit einem grossem Rückstand auf die Spitze, aber auch mit komfortablem Vorsprung zum Ende der Tabelle. Vielleicht habe man zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer im Kader, mutmasst Moscon. Die Worte des umtriebigen Sportchefs lassen erahnen: Beim Fusionsklub könnte es erneut zu Mutationen kommen. Anspruch und Realität Vom «an der Spitze mitmischen», wie es Präsident Urs Egger gerne gesehen hätte, ist auch Seefeld weit entfernt. Ein Zwischensprint im Oktober mit drei Siegen in Serie verhinderte zumindest Schlimmeres. Der Quartierverein rangiert auf dem 9. Platz. Der Anspruch ist aber ein anderer. Seefeld hatte sein Kader, nach Rang 3 in der letzten Spielzeit, weiter aufgerüstet. 8 neue Akteure waren gekommen. Noch schlechter als den Stadtzürchern erging es Küsnacht (10. Platz) und Dietikon (11.). Für beide gilt in der zweiten Saisonhälfte: nur nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Beim Seeklub und Vorsaison-Vierten blieb der erhoffte Leistungssprung unter dem neuen Trainer Umberto Romano bisher aus. Beim Liganeuling Dietikon war die Aufstiegseuphorie schnell weg. Es ist eine Leistungssteigerung der Limmattaler nötig, um sich in der 2. Liga interregional zu etablieren. Einzig der FC Kosova kann sich noch leise Hoffnungen auf einen Aufstieg machen.

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