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Eigentlich wollte er nur eine Bratwurst

knabenschiessen Jason Studerus fand sich plötzlich im Final gegen Robin Huber wieder – das «Tagblatt» begleitete ihn durch die entscheidenden Stunden.

Jason Studerus versuchte am Montag gegen Robin Huber sein Glück. Ohrenschützer waren Pflicht.Bilder: KI Der Roller ist Jasons eigentliches Objekt der Begierde. Auf den Bahnen 32 und 33 entschied sich, wer Schützenkönig 2010 wird. von kaspar isler Montagmorgen, kurz nach 10 Uhr. Während die Bahnen noch stillstehen, geht es vor dem Schiessstand schon zu und her wie im Bienenstock. Inmitten des Getümmels steht Jason Studerus aus Herrliberg. Der 15-jährige Sekundarschüler hatte am Samstag die maximale Punktzahl von 35 erreicht und sich somit, nebst einem einzigen Konkurrenten, automatisch für den Ausstich qualifiziert.Bemüht, sich gelassen zu geben, verrät der Finalist: «Eigentlich nehme ich nur teil, um mit 12 Franken Einsatz, 20 Franken auf mein ZKB-Konto zu erhalten und eine gratis Bratwurst.» Bereits zum dritten Mal ist der passionierte Skater mit Berufswunsch Informatiker oder Pilot mit dabei, obwohl er in der Freizeit lieber Tennis spielt, als in einem Schützenverein das Gewehr zur Hand zu nehmen. In Begleitung seiner Mutter betritt er den Ort des Wettkampfes. Die Bahnen 32 und 33 sollen es sein, wo sich entscheiden wird, wer sich Schützenkönig 2010 nennen und über einen Check von 5000 Franken freuen darf. Die Zielscheibe im Visier Es schlägt 11 Uhr. In wenigen Sekunden beginnt der alles entscheidende Final der zwei Kontrahenten. Von weitem hört man die unverkennbare Stimme von Ex-Bundesrat Christoph Blocher durch einen Lautsprecher, bevor es Zeit wird, den Gehörschutz aufzusetzen und die Zielscheibe ins Visier zu nehmen. Nur noch fünf Schüsse bis zum Königstitel. Es herrscht absolute Stille. Nach je drei abgegebenen Schüssen liegt der 13-jährige Robin Huber bereits mit vier Punkten vorne. Jason zieht seinen Pullover aus und wechselt einige Worte mit seinem Betreuer. Noch einmal volle Konzentration. Trotz einem optimalen fünften und einem guten sechsten Schuss von Jason hat Huber die stärkeren Nerven und sichert sich mit 31 Punkten, souverän den Titel des Schützenkönigs 2010. Jasons Lächeln wirkt bemüht. «Ich bin nicht enttäuscht, der zweite Platz ist auch gut», kommentiert der faire Zweitplatzierte seine Niederlage. Während der neue Titelträger von etlichen Presseleuten in Beschlag genommen wird, ist das Rampenlicht für Jason bereits wieder gedimmt. Lediglich einzelne Journalisten möchten ihm noch eine Frage stellen. Nach kurzer Zeit ist jedoch klar: Jason darf sich am Gabentisch den Roller aussuchen, den er sich eigentlich von Beginn weg gewünscht hat. Womit es für ihn doch noch zu einem glücklichen Ende kommt. n

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