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Ein Déjà-vu der bitteren Sorte

Die Flyers verloren in Davos nach einem 3:1 noch 3:4 in der Verlängerung – und danach die Beherrschung.

Von Silvan Schweizer, Davos Die Klotener Gastspiele in Davos stehen in diesem Winter unter keinem guten Stern: Am Spengler-Cup schieden die freudlosen Flyers früh aus. Und in der Meisterschaft verschliefen sie jeweils völlig das Startdrittel und verloren 2:5 und 1:3. Der dritte NLA-Besuch endete gar mit noch mehr Frustration – nach dem 3:4 sind die Klotener auf Platz 5 abgerutscht, zwei Ränge hinter die Bündner, obwohl diese weniger Treffer erzielt und mehr Gegentore erhalten haben. Aber in den grossen Rivalitäten zählen nicht nur Tore, sondern auch Attribute wie Abgeklärtheit, Cleverness und Disziplin. Das mussten die Flyers erneut schmerzhaft erfahren. Sie hatten die Begegnung bis in die Schlussminuten im Griff gehabt, führten 3:1, und es schien fast, als hätten sich beide Teams damit abgefunden. Doch ein unbedarftes Nachschlagen Stancescus brachte dem HCD ein Powerplay ein, das Taticek mit seinem zweiten Treffer nutzte (58.). Als der Meister danach auf den Ausgleich drückte, kassierte Jenni eine weitere Strafe wegen Spielverzögerung. Und erneut zeigten sich die Davoser kaltblütig: Bürgler traf 41 Sekunden vor der Schlusssirene. Del Curtos Poker ging auf Was folgte, konnte nicht überraschen: Während HCD-Coach Del Curto mit wilden Gesten seine Spieler auf die Verlängerung einschwor, stand Klotens Trainer Eldebrink auf der anderen Seite mit verschränkten Armen stoisch da. Die Flyers verloren im Spiel ihre Linie. DuPont holte sich die nächste unnötige Strafe für das Wegkicken eines am Boden liegenden gegnerischen Stocks ab – und Sykora beendete die Partie mit seinem Schuss ins Davoser Glück. Del Curto hatte wieder einmal richtig gepokert: Er hatte Goalie Genoni durch einen fünften Feldspieler ersetzt. Sein Wagemut wurde belohnt. Der Zorn der Flyers entlud sich derweil an den Referees. Coach Eldebrink feuerte ein Handtuch in Richtung von Prugger. Es war sein Glück, dass dieser das nicht mitbekam. Später fand er in leicht aufgeräumterer Stimmung: «Eine solche Leistung der Schiedsrichter ist bitter für die Jungs, die heute die bessere Mannschaft waren.» Giftige Töne kamen von Sportchef Schawalder, der von einem Skandal sprach und aussagte, er sei, als er das Gespräch mit den Referees suchte, nach einem heftigen Wortgefecht aus deren Kabine geflogen.In einem lange emotionsarmen Spiel hatten die Unparteiischen elf kleine Strafen gegen Kloten und bloss sechs gegen den HCD ausgesprochen. Selbst Davoser Exponenten fanden danach, dass da nicht mit gleichen Ellen gemessen wurde. «Doch die Schuld den Schiedsrichtern zu geben, wäre verfehlt», fand Klotens Jenni kontrollierte Worte. «Diese Niederlage tut weh. Sie war absolut unnötig. Wir müssen einfach disziplinierter auftreten.» Seine Aktion, als er den Puck in der Schlussphase unbedarft übers Plexiglas spedierte, taxierte er als «saudämlich». Er nehme aber dennoch viel Positives aus Davos mit, sagte Jenni noch: «Wir gewannen mehr Zweikämpfe, hatten mehr Energie. Das war unser bestes Spiel seit Weihnachten.» Jenni dürfte in Kloten bleiben Dass Kellenberger zu Biel wechselt, stärkt Jennis Position in den Gesprächen um eine Vertragsverlängerung. Diese dürfte schon bald Tatsache werden. Denn vier gelernte Center stehen für nächste Saison nur unter Vertrag, und er ist einer, der auf dieser Position notfalls einspringen könnte. Zudem ist er auch mit bald 38 noch ein verlässlicher Boxplayspieler und Torschütze. Und als Routinier kann er die nötige Ruhe in die Garderobe bringen. Besonders in hektischen Zeiten wie in Davos. Wendepunkt: Reto von Arx jubelt nach dem Davoser Ausgleich in der 60. Minute, Du Bois und Rüeger liegen machtlos auf dem Eis. Foto: Arno Balzarini (Keystone)

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