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Ein Klotener Happyend mit Liniger

Der Emmentaler bescherte den Flyers einen 3:2-Overtimesieg in Bern – und ein 2:0 in der Serie.

Von Simon Graf, Bern Zuletzt ging alles ganz schnell. Ein Konter der Flyers, Kellenberger fand mit seinem Pass Liniger, der sah sich alleine vor Bührer und bezwang diesen in zwei Versuchen zum 3:2. Es war die fünfte Minute der Overtime und das Klotener Happyend eines intensiven Playoff-Abends, das den Flyers in der Serie nun klare Vorteile verschafft. Sie führen 2:0 und können am Samstag zu Hause auf 3:0 davonziehen. Weil sie gewannen, darf ihr Auftritt in der Hauptstadt als clever und abgeklärt bezeichnet werden. Sie liessen den SCB anrennen und nützten ihre Chancen kaltblütig. Hätten sie verloren, man hätte ihnen eine gewisse Passivität vorwerfen müssen. Doch es ist gegen die wuchtigen Berner auch nicht einfach, das Geschehen oft genug in die gegnerische Zone zu verlagern. 39:18 zu Gunsten des SCB lautete die Bilanz an Torschüssen, und sie widerspiegelte die Spielanteile. Der Meister war gewillt, den Halbfinal mit brachialer Gewalt auszugleichen. Und dabei schritt die neu gebildete Formation mit Rückkehrer McLean und den Powerflügeln Goren und Reichert voran. 98-Kilo-Mann Goren war es denn auch, der die Partie in der 35. Minute mit einem verwerteten Abpraller im Powerplay auf 1:1 ausglich und sein Team zu seiner besten Phase inspirierte. Froidevaux brachte den SCB nur drei Minuten später nach einem Puckverlust des erschöpften Walser 2:1 in Führung. Und der Grossteil der 16 000 liess nun erstmals an diesem Abend Playoff-Stimmung aufkommen. Santala brachte Kloten zurück Die Partie schien also nach dem Gusto des SCB zu laufen, als sich der zuvor diskrete Santala als Spielverderber aufspielte: Er bezwang Bührer in der 49. Minute mit einem verdeckten Handgelenkschuss zum 2:2 und lancierte die Partie nochmals neu. Bührer sah bei den ersten beiden Gegentoren, bei denen er jeweils auf der Stockhandseite erwischt wurde, nicht so glücklich aus. Die Partie wogte nach dem Ausgleich hin und her, die Berner offenbarten wieder eine gewisse Nervosität und verpassten den späten K.-o.-Schlag nur knapp: In der 58. Minute fand der Puck nach einem Schuss Gardners seinen Weg an Rüeger vorbei, doch Blum rettete, bevor er die Torlinie ganz überquert hatte – es war eine Frage von Millimetern. Blum bewahrte auch sonst stets die Übersicht und war mit seinen Sturmläufen ein Farbtupfer bei den Flyers. In der eigenen Zone verrichteten Du Bois und Von Gunten viel Arbeit und hielten gegen die kräftigen Berner physisch dagegen. Und natürlich blieb Rüeger, der schon manchen hektischen Playoff-Abend erlebt hat, trotz des SCB-Ansturms ruhig. Die Flyers waren vor allem effizienter und offenbarten in den entscheidenden Momenten wie schon gegen die ZSC Lions die nötige Abgeklärtheit. Ein Schwachpunkt war, obschon das 1:0 von Du Bois (18.) in doppelter Überzahl fiel, indes erneut das Powerplay, bei dem DuPont schmerzlich vermisst wird. SCB-Coach Larry Huras schüttelte ob der Niederlage seinen Kopf und sagte: «Drei schlechte Wechsel haben uns das Spiel gekostet. Zweimal handelten wir uns so eine Strafe ein, das dritte Mal das entscheidende Tor.» Der Kanadier fand angesichts der Vorteile seines Teams, in 95 von 100 Fällen gewinne man eine solche Partie. Huras neigt zur Übertreibung, doch die Tendenz stimmt schon: Die Flyers müssen am Samstag, wenn wohl Hollenstein wieder dabei ist, wieder mehr tun. Sonst entwischt ihnen das Momentum wieder. Der grosse Jubel des späten Erfolgs: Die Flyers haben die Hälfte der nötigen Siege beisammen.Foto: Daniel Teuscher (EQ Images)

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