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Ein Kunstschuss und fliegende Fäuste

Die ZSC Lions rangen die dezimierten Flyers dank Emotionen und einem schönen Tor Nolans 3:1 nieder.

Von Simon Graf, Zürich Natürlich lässt sich bei den ZSC Lions niemand zur Aussage verleiten, man würde im Viertelfinal gerne gegen Kloten spielen. «Man wünscht sich keine Playoff-Gegner», sagte Captain Seger nach dem dritten Derbysieg trocken. Und Coach Gustafsson hielt schmunzelnd fest: «Ich wünsche mir Siege, keine Gegner.» Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Kantonsrivale die Stadtzürcher inspiriert. Sie sorgten vor über 8400 im Hallenstadion endlich wieder einmal für Stimmung, und Seger sagte danach: «Es war schön zu erleben, dass Emotionen im Spiel und auf den Rängen waren.» Schnell schob er aber nach: «Doch es genügt nicht, nur gegen Kloten einigermassen Eishockey zu spielen. Wir müssen das auch gegen andere Gegner zeigen können.» Seger trug seinen Teil zur Unterhaltung bei, indem er sich in der 49. Minute mit Hollenstein auf eine Prügelei einigte. Beide liessen in NHL-Manier ihre Handschuhe fallen, ihr Kampf wurde dann aber zu einer Art Schwingen auf Eis, das der Ostschweizer für sich entschied, indem er den Gegner auf den Rücken legte. «Ich war übermotiviert und ging deshalb etwas zu nahe ran», äusserte sich Seger trotzdem kritisch zu seiner Leistung. Im Derby zuvor hatte Hollenstein gegen Ziegler einige Schläge einstecken müssen, diesmal kam er glimpflich davon. «Es war ein fairer Kampf», sagte er. «Jeder muss einstecken können.» Blindenbacher – zum ZSC? Seger stand für den erwachten Kampfgeist der ZSC Lions, Nolan sorgte für die entscheidende Szene: In der 32. Minute hämmerte der NHL-Veteran den Puck aus spitzem Winkel zum 2:1 ins Lattenkreuz. «Ich probierte einfach, das Tor zu treffen», erklärte er strahlend. Der Kanadier, der neben Junior Schäppi spielte, lobte die Teamleistung und sagte: «Wir hatten viele Auf und Abs diese Saison. Aber wenn wir so weiterfahren, kommt es gut.» Dank dem Sieg vergrösserten die ZSC Lions ihren Vorsprung auf das achtplatzierte Fribourg auf vier Punkte. Weil die Flyers von Davos entthront wurden, würden sie, falls es keine Rangverschiebungen mehr gibt, im Playoff auf den ZSC treffen. Falls es zum Zürcher Playoff-Derby kommen würde, würde sich Severin Blindenbacher sicher einige Partien anschauen. Der Zürcher, der sein Nordamerika-Abenteuer nach sieben Monaten und nur 26 AHL-Spielen wegen gesundheitlicher Probleme abgebrochen hat, hat Freunde auf beiden Seiten. Bereits heute Mittwoch trifft der 27-Jährige in der Schweiz ein, wo er sich von ZSC-Arzt Gery Büsser gründlich untersuchen lässt. Die medizinische Versorgung ist in der Farmliga, anders als in der NHL, nur rudimentär. Gut möglich, dass sich Blindenbacher, der sich ausgelaugt fühlte, nach seinen beiden Gehirnerschütterungen zu wenig Pause gönnte. Seine Rückkehr ist jedenfalls ein Zeichen von Vernunft, nicht von Schwäche. Ein Befreiungsschlag Weil die Schweizer Transferfrist am 31.?Januar abgelaufen ist, wird Blindenbacher diese Saison nicht mehr spielen. Für die nächste bemüht sich der ZSC intensiv um ihm. «Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir ihn gerne zurückhätten», sagt Edgar Salis. Auch der SCB und Lugano werden wohl mitbieten, doch für Blindenbacher, für den nicht die monetären Aspekte allein entscheidend sind, dürfte der ZSC die erste Option sein. Sein Zuzug wäre ein Befreiungsschlag für Salis, der dann einen Abnehmer für Westcott und zwei neue ausländische Stürmer suchen könnte. Fliegend leistet ZSC-Stürmer Ulmann Klotens Simon Bodenmann Gegenwehr.Foto: Melanie Duchene (EQ Images)

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