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Ein Saisonhöhepunkt, der keiner ist

Die Handballer von GC Amicitia treten an diesem Wochenende gegen Esch im Europacup an. Für Trainer Urs Mühlethaler ist klar: Gegen luxemburgische Teams ist man immer der Favorit.

Von Werner Reimann Nein, ein Saisonhöhepunkt sei dies nicht, meint Trainer Urs Mühlethaler, «auch wenn Europacup-Spiele immer ihre spezielle Bedeutung haben». Denn Handball Esch, wie GC Amicitia aus der Fusion zweier Klubs hervorgegangen, ist nach Papierform ein Gegner, den eine Schweizer Mannschaft mit internationalen Ambitionen einfach schlagen muss. «Gegen luxemburgische Teams ist man immer der Favorit», ist sich auch Mühlethaler bewusst, «aber man muss zuerst beweisen, dass diese Favoritenrolle berechtigt war». Seine Mannschaft hat an diesem Wochenende gleich zweimal die Möglichkeit, diesen Beweis anzutreten. Die Zürcher haben nämlich aus finanziellen Erwägungen auf ihr Heimspielrecht verzichtet und tragen am Samstag und Sonntag beide Partien in Esch aus. Sein Verein spare so rund 15 000 Franken, rechnet Präsident Charles-Marc Weber vor. Bereits am Sonntagabend tritt die Delegation wieder die Heimreise im Bus an, damit die Erwerbstätigen und Studenten in der Mannschaft keinen Arbeitstag verlieren. In der nationalen Meisterschaft ist der Vorjahreszweite bisher im Rahmen der Erwartungen geblieben. Nach Abschluss der Vorrunde des Qualifikationsprogramms belegt das gegenüber dem Vorjahr deutlich umbesetzte Team Platz 6. Bleibt es dabei, qualifiziert sie sich für die Finalrunde und hat ihr Minimalziel damit erreicht. Fünf Spieler verliessen Ende der letzten Saison den Klub, der sein Budget auf die neue Spielzeit hin massiv herunterschraubte und die Abgänge deshalb weitgehend aus den eigenen Reihen ersetzte. Stärkste Verteidigung im Land Kam hinzu, dass dem nach längerer Pause in die Handballszene zurückgekehrten Trainer Urs Mühlethaler zu Beginn vier Spieler aus Verletzungsgründen nicht zur Verfügung standen. «Der Vorteil war, dass ich neue Leute für eine neue Philosophie hatte», sagt Mühlethaler dazu. Er hat GC Amicitia in kurzer Zeit bereits einen neuen Stil verpasst. Schon im Sommer hatte er verkündet, er sei kein Freund des modernen, ungestümen Angriffshandballs. Seither hat er intensiv an der Deckung seiner Mannschaft gearbeitet – mit dem Ergebnis, dass GC Amicitia bisher mit 25 Toren pro Spiel am wenigsten Gegentreffer von allen NLA-Teams entgegennehmen musste. Wesentlichen Anteil daran hat auch Arunas Vaskevicius, der litauische Nationalgoalie und einer der wenigen in der Equipe verbliebenen Profis. Mit Blick auf kommende internationale Aufgaben hat Mühlethaler allerdings mit seiner defensiven Taktik eher durchzogene Erfahrungen mit den Schweizer Schiedsrichtern gemacht. «In der Champions League und in der deutschen Bundesliga darf ganz anders verteidigt werden», ist der ehemalige Nationaltrainer überzeugt. «Handball ist eine Zweikampf-Sportart, und das soll so bleiben.» Svajlens Flucht zu Pfadi Nicht allen ist das harte Regime Mühlethalers gleich gut bekommen. Ersatz-Spielmacher Michal Svajlen trat schon früh an die Vereinsleitung heran mit dem Wunsch nach einer eventuellen Freigabe. Präsident Weber und seine Leute drehten in Absprache mit dem Trainer den Spiess um und lösten den Vertrag mit dem 21-jährigen Nationalspieler sofort auf. Unterdessen hat Svajlen beim Ligakonkurrenten Pfadi Winterthur seinen Einstand gegeben. Erstaunen erregte vor wenigen Wochen auch der Entscheid des Schweizer Nationaltrainers Goran Perkovac, den erst 18-jährigen Luca Spengler von GC Amicitia in der Landesauswahl debütieren zu lassen, obwohl der Halblinke noch kein einziges Punktespiel mit der ersten Mannschaft seines Vereins bestritten hat. «Er ist auch in der Nationalliga B noch kein überragender Shooter», wiegelt Mühlethaler ab, der das Talent nicht verheizen, sondern langfristig aufbauen will. Unter dem harten Regime von Trainer Urs Mühlethaler hat sich GC Amicitia zur defensiv stärksten Mannschaft in der NLA entwickelt.Foto: Nicola Pitaro

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