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Ein Schwan mit Monokel

Die junge Künstlerin Alexa Deck gestaltete die Horgner Dorflithografie 2012. Das Werk zeigt ihren verspielten Blick auf die Heimat.

Von Marianne Bosshard Horgen – Alexa Deck steht mitten unter den zahlreichen sich zuprostenden Gästen im Foyer der Villa Seerose und sagt, in der Öffentlichkeit auszustellen, sei «ein merkwürdiges Gefühl». Aber eigentlich stehe sie gerne im Mittelpunkt. Ihr Werk «Startklar» ist Horgens 56. Dorflithografie und wurde am Sonntag am Neujahrsapéro erstmals präsentiert. Die 24-Jährige ist die bislang jüngste Künstlerin, die mit der Aufgabe betraut wurde, das Dorfleben festzuhalten. Alexa Deck hat Charme und Witz, das merkt man sogleich. Beides ist auch in ihre Lithografie eingeflossen. Ein Schwan hat sich das Dorf Horgen samt den Türmen der Kirchen und der Kehrichtverbrennungsanlage auf den Rücken geschnallt – fertig zum Aufbruch. Durch ein Monokel schaut er die Betrachter an. Ein kunstvoll zum C gekrümmter Baum beschützt ihn, bietet zwitschernden Vögeln mit Zylindern Sitzgelegenheit und fliesst gleichzeitig in eine Unterwasserwelt aus. Dass die symbolschwangere Lithografie hohe Wellen in den Köpfen der Betrachter schlage, wünschte sich Fredl Hofmann. Seit fünf Jahren betreut er das Traditionsprojekt von Pro Horgen. Eine neue, fantasievolle Linie liegt ihm am Herzen – weg von den exakten Ortsabbildungen früherer Lithografien. Horgen hat aristokratische Züge Dies kam auch Alexa Deck zugute, wollte sie doch darstellen, was die Gemeinde, in der sie aufwuchs und wo sie Familie und Freunde hat, für sie vor allem ausmacht: nämlich der grosse Zusammenhalt. Dabei seien der Horgner Bevölkerung zuweilen auch aristokratische Züge nicht abzusprechen, sagt die junge Künstlerin. In der Lithografie weist das Schwanenmonokel darauf hin, dass das Bild auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen sei. «Ins Künstlerische bin ich hineingewachsen», sagt Alexa Deck. Ihre Eltern führen das Bastelgeschäft Deck an der Bahnhofstrasse. Schon im Kindergarten hatte Alexa Deck erste Kinderbücher illustriert. Zu Hause sei sie im Musischen stets unterstützt worden, während ihrer Grafikerlehre ebenso wie jetzt in ihrem Studium der Kunstvermittlung. «Ob Zeichnen, Malen oder Gestalten im dreidimensionalen Raum – das bin ich», sagt die junge Frau mit einer Vorliebe für auffällige Hüte. Nach dem Abschluss ihres Studiums möchte sie die Leidenschaft dafür, sich kreativ auszudrücken, im Unterricht weitergeben. Eine Lithografie zu erstellen, sei indes eine neue, spannende Erfahrung für sie gewesen, sagt Alexa Deck. Es ist das erste Werk seit langem, das sie mit Tuschfeder gezeichnet hat – ein Verfahren, das keine Korrekturen erlaubt und die Schwierigkeit mit sich bringt, die satten Linien in ihrer Spontaneität nicht zu beschneiden. Bestellungen: www.prohorgen.ch Alexa Deck und ihr Bild «Startklar», auf dem sich ein Schwan die Wahrzeichen Horgens auf den Rücken schnallt. Foto: André Springer

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