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Eine neue Halle für das ganze Tösstal

Die Mitglieder vieler Vereine im Tösstal freuen sich: Am Samstag ist die neue Halle in Turbenthal eröffnet worden.

Von Andres Eberhard Turbenthal – Wenn im Tösstal die örtlichen Vereine zusammenspannen und zum Fest laden, dann füllt sich auch eine grosse Halle schnell einmal. Als am Samstagabend um 19 Uhr das Licht ausgeht und Musik das Programm zur Eröffnung der neuen Grosshalle in Turbenthal einläutet, sind alle Sitzplätze an den langen Tischen besetzt. Rund 600 Leute feiern in der umgebauten Lagerhalle der Firma Boller Winkler AG bis tief in die Nacht hinein. Eine Stunde früher. Gian-Marc Comminot zieht ein A3-Blatt hervor. «Hier haben wir in 15-Minuten-Intervallen das Unterhaltungsprogramm des Abends aufgezeichnet», sagt er und zeigt auf den Ausdruck der Excel-Tabelle mit den fein säuberlich eingetragenen Programm-Balken. Comminot ist Präsident des örtlichen Musikvereins und Programmchef des Eröffnungsanlasses. Musik, Sport, Komik – und Bier Auftreten werden die zwei Tösstaler Supertalente; der Unihockey-Künstler Tobias Studer und der junge Sänger Dominik Egli. Dann spielt die örtliche Guggenmusik und präsentiert ihr neues Gewand. Taekwondo-Kämpfer werden eine Show zeigen, und zwei Komiker sollen das Publikum zum Lachen bringen. Bevor der offizielle Teil des Abends anfängt, messen sich Handballfreunde bei einem Torwandschiessen. Vor allem aber wird auf den langen Festbänken Wein eingeschenkt, Bier getrunken und Hörnli mit «Ghacktem» gegessen. Später öffnet nahe der zwei hellgrünen Tribünenreihen eine 20 Meter lange Bar. Beim ersten Anlass in der neuen Halle wird vor allem eines – gefestet. Ab sofort könnten in dieser neuen Halle Bälle fliegen, wenn Handballer, Volleyballer oder Unihockeyaner den Trainingsbetrieb am neuen Ort aufnehmen. Sie ist dafür bereit, alles steht und hält – doch die Bälle fehlen noch. «Die müssen erst noch angeliefert werden», sagt Liliane Kreymborg-Agrella vom örtlichen Volleyballklub und lacht. Im Seitengang führt Reto Gehrig einige Besucher herum und zeigt Garderobe, Sanitäts- und Geräteraum. Gehrig ist Präsident des Trägervereins der Grosshalle und selbst Handballer. Im Vorbeigehen sagt ein Abwart, bei den Duschen lasse sich das Warmwasser nicht regulieren. Doch Gehrig hat auf jeden Einwand eine Antwort. «Wir sind eben umweltfreundlich», kontert er augenzwinkernd. Maskenball noch einmal in Wila «Hier kann man was machen», freut sich Susi Felix. Dann prostet sie ihren Kolleginnen von der Guggenmusik zu. Für den jährlichen Maskenball gab es im Dorf keinen geeigneten Veranstaltungsort, sodass dieser zurzeit in Wila über die Bühne geht. Weil die Planung bereits im letzten Jahr erfolgte, findet auch der diesjährige Maskenball in der Nachbarsgemeinde statt. «Es ist schade, dass wir aus dem Dorf müssen für einen solch traditionellen Anlass», sagt Felix. «Wenn wir den Maskenball in Wila machen, dann kommen jeweils vor allem Wilemer – das ist einfach so. So gesehen, war die Halle für die Gemeinde bitternötig.» Etwas besorgt ist Felix noch über die Beleuchtung. Reichen die Möglichkeiten für ihren Maskenball? Wie die Fasnächtlerin haben alle Nutzer ihre spezifischen Anliegen an die Halle. Für Comminot, den Fagottspieler vom Musikverein, könnte die Akustik zum Problem werden. Er frage sich, wie eine so grosse Halle, die nur halb gefüllt ist, tönen wird? Bereits machen sich die Verantwortlichen Gedanken, ob es möglich wäre, die Halle zugunsten der Akustik ganz abzutrennen – und nicht nur optisch durch ein Netz. Architekt Hans Drost spricht von Lösungen mit Bühne und Vorhang und Ausbaumöglichkeiten für Sportarten wie Basketball und Badminton. Die Halle steht zwar, und es wurde bereits tüchtig darin gefeiert. Doch das war erst der Auftakt. Die neue Grosshalle an der Tösstalstrasse in Turbenthal bietet maximal 800 Personen Platz. Initiiert wurde sie von den örtlichen Sportvereinen. In der Halle sollen aber auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Sie entstand aus dem ehemaligem Lagerhaus der Firma Boller Winkler AG. «Auf Bestehendem aufbauen» sei das Motto gewesen, sagt Reto Gehrig, Präsident des Trägervereins. «Wir wollten nicht auf einer grünen Wiese bauen und auch nicht 10 Millionen Franken für einen Neubau ausgeben.» Die Gesamtkosten der Halle belaufen sich auf rund 2 Millionen Franken, wovon die Gemeinde Turbenthal den Grossteil übernimmt. Neben dem Kanton und der Schulgemeinde haben auch die Nachbarsgemeinden etwas beigesteuert. Schliesslich soll die Halle eine Regionalhalle sein, welche «die Zentrumsfunktion unserer Gemeinde im Tösstal bekräftigt», wie Gemeindepräsident Georg Brunner (FDP) sagt. (eba) Liliane Kreymborg-Agrella, Susi Felix, Gian-Marc Comminot und Reto Gehrig (v. l.) freuen sich über die neue Halle. Foto: Gesa Lüchinger

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