Zum Hauptinhalt springen

Eine Stippvisite im nächsten Ferienziel

Die Zürcher Ferienmesse Fespo ist ein begehbarer Freizeitkatalog. Gastregion heuer ist das Heidiland.

Von Peter Aeschlimann Zürich – Die Zürcher sind im Ferienfieber. Sie stehen Schlange vor den Messetoren, lang bevor die Fespo losgeht. Die meisten wollen ihre Mittagspause an einem schöneren Ort verbringen als unter der Nebeldecke. Endlich drinnen, gibts Katalogstimmung in 3-D. Jede Menge Rabatte, Häppchen und Hostessen. Plus sagenhafte 170 Filme und Diavorträge. Oder wie es Direktor Daniel Wyss ausdrückt: «Die ganze Welt an vier Tagen unter einem Dach versammelt. Das ist ja Wahnsinn!» Ischgl–Bangkok schafft man dank der Rolltreppe in bequemen 30 Sekunden. Die heurigen Rosinen laut Wyss: «Taiwan ist zum ersten Mal da, Slowenien nach längerer Abstinenz genauso zurück wie das Berner Oberland. Und dann natürlich das urschweizerische Produkt Heidiland.» Als Botschafter der Gastregion amtet Schlagerstar Stefan Roos, der aus Bad Ragaz stammt: «Als Junger bin ich um die Welt gereist. Aber: daheim ist daheim.» Warum dieses Zuhause das Zeug zur internationalen Topdestination hat, erklärt Björn Caviezel, CEO des Heidilands: «In den Bergen gibts einen schönen Winter, dafür keinen Frühling, nur einen kurzen Sommer und keinen Herbst.» Zwischen Quinten und St. Martin sei hingegen das ganze Jahr was los. Genauso wie in den sechs Oerliker Hallen bis nächsten Sonntag. In der rechten Hand den Plastiksack für Kugelschreiber und Sonderangebote («Korfu im Frühling, 8 griechische Tage für 499 Franken»), in der linken das Gratiscüpli vom Discounter, klappern die Ferienhungrigen die Stände ab. Von der türkisen kroatischen Riviera gehts ruckzuck ins Tirol. Dort heissen die Hotels nicht einfach Hotel, sondern: Verwöhnhotel, Liebeshotel, Relaxhotel oder Gartenhotel. Letzteres bietet das Paket «Wellness auf vier Pfoten» an, ein Wohlfühlurlaub für Hundeliebhaber: Während Herrchen sich eine Massage gönnt, vergnügt sich der Vierbeiner im Badeteich. Wie jede Messe erfreut auch die Fespo den Besucher mit einem olfaktorischen Potpourri. Es duftet nach Thai-Curry, Bratwurst – und Ross. Der Mercedes-CSI (die gleichzeitig stattfindende Veranstaltung mit Pferden im Hallenstadion) gehört neu zu den Ausstellern. Fast die Hälfte bucht im Internet Dank dem starken Franken sind Ferien im Ausland so günstig wie selten zuvor. Wer verreist, bucht Flug und Hotel mittlerweile in 40 Prozent aller Fälle übers Internet. Vor fünf Jahren taten dies noch halb so viele. Die Kunden würden sich «hybrid» verhalten, sagt Roland Zeller von Travel.ch: «Heute Cervelat, morgen Chateaubriand.» Es komme immer mehr vor, dass jemand mit Easyjet fliege und dann im Ritz absteige. Onlineanbieter und klassische Reisebürobetreiber sind sich dennoch einig, dass längerfristig beide bestehen können. Den Berater besucht, wer lange Ferien in einem unbekannten Land plant; für einen spontanen Wochenendaufenthalt im Londoner Lieblingshotel loggt man sich hingegen auf einer Webplattform ein. «Reisebüros überleben, wenn sie mit mehr Wissen trumpfen», sagt Roland Schmid von TUI. Für einfache Sachen genüge das Netz. Kritischer sieht es Philippe Frutiger, Direktor des 5-Sterne-Hotels Giardino in Ascona: «Schnäppchenjagden im Internet vertreiben die Stammgäste.» Er bevorzuge ein zur Hälfte belegtes Haus mit voll zahlenden Gästen gegenüber einem vollen Haus mit Gästen, die nur die Hälfte bezahlen würden. Die digitale Zukunft sieht der Manager bei Social Networks wie Facebook. Wer dort präsent und innovativ sei, profitiere von virtueller Mundpropaganda. Appenzell trifft Orient: An der Fespo ist die ganze Welt der Feriendestinationen unter einem Dach versammelt.Foto: Doris Fanconi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch