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«En huere grusige Siech» Angst vor grünen Weibchen

B-Side Öffentlicher Verkehr Ziemlich deftig, wie die junge Frau vor versammelter S-Bahngemeinschaft vom Leder zog. Zu ihrem Glück nicht auf Facebook, sonst wäre sie ihre Lehrstelle wohl losgewesen (siehe TA vom letzten Donnerstag). «Er ist so ein Spasti. En huere grusige Siech.» Die Gesprächspartnerin wollte nicht recht einstimmen, was die Beschimpferin erst richtig in Fahrt brachte: «Mit (was wahrscheinlich etwas übertrieben ist, Anm. d. Red.) 10 Millionen Pickel in der Fresse». Die Gesprächspartnerin zögerte noch immer. «Und vergiss nicht, er hat immer ein Pack Chips in den Händen». Was nichts anderes bedeuten konnte, als dass der Gescholtene ständig fettige Finger haben musste, um mit diesen dann völlig ungeniert auf seiner Computertastatur rumzuwursten. Denn die Beschimpfung galt einem Game-Nerd, womit alle Vorurteile bestätigt waren, und sich die Zuhörer wieder ganz zufrieden ihrer Heimfahrt widmen konnte (reu) Content for people «Lieber ein Haus im Grünen als eine Grüne im Haus!» Wozu dient dieser Spruch? a) Als Lebensmotto eines Mannes, der sich von seiner grün wählenden Frau getrennt hat? b) Als Lebensmotto von Menschen, die Angst vor femininen Ausserirdischen («grünen Weibchen») haben? c) Als Immobilieninserat in der NZZ? Die dritte Variante gewinnt, und obwohl das ausgeschriebene Objekt kein Haus, sondern nur eine Wohnung ist (150 Quadratmeter gross plus Seesicht, für 2,49 Millionen Franken), handelt es sich keineswegs um eine Jux-Anzeige. Hinter der Ausschreibung steht die Zolliker Firma Dr. Dreher & Partner AG und hinter dieser wiederum der frühere Autopartei-Nationalrat Michael E. Dreher. Dass der heutige Präsident der Stiftung Auto Allianz die Grünen nicht mag, hat er schon 1988 bewiesen, als er das unvergessliche Zitat «Linke und Grüne an die Wand nageln und mit dem Flammenwerfer drüber» von sich gab. Offen bleibt, ob Dreher die «helle Wohnung mit Lift ab Garage» auch einer Grünen verkaufen würde, wenn sich diese als einzige dafür interessieren würde. Immerhin fänden in den «2 Garagen» mindestens zehn Fahrräder Platz. (gg/bat)

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