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Er punktet mit Lebenserfahrung, sie mit jugendlicher Frische

Samuel und Lara Wüst kandieren beide auf der SP-Liste für den Kantonsrat. Vater und Tochter empfinden sich aber keineswegs als Konkurrenten.

Von Annamaria Ress Effretikon – Ruhig und überlegt der eine, quirlig und lebhaft die andere. So präsentieren sich der Effretiker Samuel Wüst und seine Tochter Lara im Gespräch am Küchentisch. Charakterlich wirken sie unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Und doch haben die beiden derzeit das gleiche politische Ziel: Sie möchten nächsten Frühling in den Kantonsrat gewählt werden. Die SP des Bezirks Pfäffikon hat Vater und Tochter auf die Kandidatenliste gesetzt. In die Politik «reingerutscht» Samuel Wüst ist ein erfahrener Politiker. Seit zwölf Jahren sitzt er für die SP im Illnau-Effretiker Gemeinderat, seit neun Jahren ist er Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, nun auch deren Präsident. Gleichzeitig ist er Co-Präsident der SP Illnau-Effretikon. Seine Tochter Lara ist in die Politik «hineingerutscht», wie sie selbst lachend erklärt. Nach einem Austauschjahr in Schottland wurde sie bei ihrer Rückkehr vor einem Jahr von Juso-Gemeinderat Fabian Molina angefragt, ob sie der Jungsozialistischen Partei beitreten möchte. Sie wollte, und innert zwölf Monaten übernahm sie im vergangenen März sogar das Präsidium. Keine Konkurrenten Die Gymnasiastin ist keine naive Weltverändererin. Sie sagt überzeugt: «Es versteht sich doch von selbst, dass ich den Themen nachgehe, die die Jungen interessieren, wie zum Beispiel Jugendarbeitslosigkeit oder eine Schweiz ohne Atomkraftwerke.» Samuel Wüst hingegen politisiert nach seinen eigenen Überzeugungen und lebt diese auch. Der vierfache Vater arbeitet Teilzeit und teilt mit seiner Frau die Haus- und Familienarbeit. Nicht umsonst hat er die «Familienpolitik» zuoberst auf seine Interessenliste gesetzt. Der SP-Politiker setzt sich ausserdem ein «für gemeinsame Lösungen über die Parteigrenzen hinweg». Vater und Tochter wissen bereits heute, worauf sie sich einlassen, wenn sie für den Kantonsrat kandidieren. Ergibt sich durch den Kampf für einen Sitz im Kantonsrat innerhalb der Familie nicht eine Konkurrenzsituation? «Nein», winkt Lara Wüst ab. «Wir ergänzen uns gut. Es ist eher ein Miteinander statt ein Gegeneinander.» Worauf Samuel Wüst lächelnd ergänzt: «Meine politische Erfahrung wird mit ihrer unverbrauchten Jugend ergänzt. Ausserdem habe ich Lara nicht gezwungen, politisch aktiv zu werden. Das tut sie aus freiem Willen.» Den beiden ist klar, dass es im nächsten Frühling aufgrund der Listenplätze 4 von Lara Wüst und 5 von Samuel Wüst noch nicht in den Kantonsrat reichen dürfte. Denn mit Sabine Sieber verfügt die SP des Bezirks Pfäffikon gerade mal über eine Vertreterin, die erst kürzlich in den Rat nachrutschte. «Man weiss nie – wir lassen uns gerne überraschen», sagt Samuel Wüst. Seine Tochter Lara hat zwar die letzte Wahl in den Illnau-Effretiker Gemeinderat ganz knapp nicht geschafft. Sie ist aber auf dem ersten Ersatzplatz der Juso in den Startlöchern. «Man weiss eben nie, was passiert», bekräftigt auch sie. Das Handy wird abgeschaltet Für die Jungsozialistin steht nächsten Sommer die Matura an. In den nächsten Wochen wird sie sich mit ihrer Maturarbeit zum Thema «Spitalclowns» beschäftigen. Zeitmangel ist für Lara Wüst trotzdem kein Thema. Auch dann nicht, wenn sie an einem Wochenende mehr als 12 Stunden für Parteiarbeit aufwendet. «Es macht mir grossen Spass. An den Sitzungen in Zürich oder Bern lerne ich immer wieder neue Leute mit unterschiedlichen Meinungen kennen. Das bereichert ungemein.» Trotzdem haben auch andere Interessen Platz in ihrem Leben, wie etwa das Lesen verschiedener Magazine und Zeitungen, Ausgang mit Freunden oder im Winter das Snowboarden. Und ganz wichtig ist ihr auch der Schlaf, wie sie mit einem Augenzwinkern verrät. «Dann schalte ich schon mal mein Handy aus und bin ganz einfach unerreichbar.» Samuel Wüst und seine Tochter Lara wollen in den Kantonsrat. Foto: Christoph Kaminski

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