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Er stellt den Menschen in den Fokus

Kameramann Jens-Peter Rövekamp macht in seinen Filmen Porträts von Menschen mit besonderen Leben. Das hat auch der Wolfhausener.

Von Roger Kündig Bubikon &endash Das Leben des Kameramanns sei aufregend, aber auch unbeständig, sagt Jens-Peter Rövekamp. Damit meint er, dass das ganze Umfeld in das Leben eines Kameramanns einbezogen wird. So seien für Projekte auch längere Auslandaufenthalte nötig. Drehtage seien stets sehr intensiv. Seine Familie müsse darum viel Rücksicht auf ihn nehmen. «Meine Frau ist da zum Glück sehr verständnisvoll», sagt der 52-Jährige. Rövekamp ist ein vielseitiger Kameramann. Einerseits arbeitet er für die Produktionsfirma des Schweizer Fernsehens TPC mit einem 60-Prozent-Pensum. Andererseits hat er sich selbstständig gemacht. Für das Fernsehen steht er für verschiedene Beiträge von «SF bi de Lüt» hinter der Kamera, so wie etwa bei der aktuellen Serie «Hüttengeschichten». Auch verschiedene Reiseberichte und DOK-Sendungen hat der Wolfhausener bereits gemacht. Als freier Kameramann interessiert er sich für Porträts. «Ein spezieller Mensch in seiner Umwelt, das fasziniert mich», sagt Rövekamp. Er drehe zudem am liebsten in der Natur und könne sich nicht vorstellen, Kameramann in einem Studio zu sein. Rövekamp ist stets auf der Spur von Geschichten, die das Persönliche zum Vorschein bringen. 10 000 Franken für ein Porträt Zwei seiner eindrücklichen Filme sind «Warda &endash unter einer anderen Sonne geboren» und «Heimat lebenslänglich». Im ersten Film beschreibt Rövekamp das Leben der Wissenschaftlerin und Künstlerin Warda Bleser-Bircher. Der zweite Film ist ein Porträt über den Stäfner Emil Frey und seinen Kampf um sein altes Haus inmitten der neuen Einfamilienhäuser. Der Film wurde ausgezeichnet und erreichte im Kino Männedorf den Publikumsrekord. Das Porträt eines Menschen ist in der Geschichte verankert. «Was früher das Ölbild darstellte, ist in der heutigen Zeit das Filmporträt», sagt Rövekamp. Ein von ihm gedrehtes Porträt kostet mindestens 10 000 Franken, kann je nach Aufwand aber in den sechsstelligen Bereich gehen. Dafür hat man ein digitales Werk über sein Leben in den Händen. Denn Rövekamp achtet auf die fotografische und filmische Bildgestaltung. Dabei legt er die Schärfe auf den Menschen, der Hintergrund bleibt unscharf. Vom Bauern zum Kameramann Rövekamp ist in Zürich aufgewachsen &endash als Sohn eines Kameramanns. Nach der Matur ging er nach Luxemburg und arbeitete auf einem Musterhof. Zurück in der Schweiz wurde er Genossenschafter und Koch im Restaurant Rössli in Stäfa. Später liess er sich zum Landwirt ausbilden und übernahm mit Freunden einen Biohof in Stäfa. Per Zufall lernte Rövekamp einen Kameramann des Schweizer Fernsehens kennen, der einen Tonmann suchte und ihn anfragte. Rövekamp sagte zu. Drei Jahre später gab er die Landwirtschaft zugunsten des Films ganz auf. Der bekannteste Spielfilm, bei dem er für den Ton verantwortlich war, ist «Little girl blue» von Anna Luif im Jahr 2003. Auch bei verschiedenen Dokumentarfilmen war er der Tonmeister. «Aber heimlich habe ich immer dem Kameramann zugeschaut», erzählt Rövekamp. Im Jahr 2003 machte er seinen Traum wahr und sattelte zum Kameramann um. Seither ist er auf der Suche nach Menschen mit spannenden Geschichten. Jens-Peter Rövekamp steht bei Filmen hinter der Kamera. Foto: Doris Hauser

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