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Er war zufrieden, wenn alle andern auch zufrieden waren

Zwölf Jahre lang war Andi Staub Präsident der Viehprämierungs- genossenschaft Hütten. 1999 war es zu einem Kampf gekommen.

An der letzten Generalversammlung hat Andi Staub das Präsidium abgegeben und als Dank für seinen Einsatz eine Schrifttafel bekommen. Von seiner zwölfjährigen Amtszeit ist ihm das Jahr 1999 in lebhafter Erinnerung geblieben: «Es ging fast um Leben und Tod.» Eine harte Auseinandersetzung in der Genossenschaft entspann sich an der Frage, ob die neuere Kuhrasse Brown Swiss (BS) und die traditionelle Rasse der Original Braunen (OB) an der Hüttner Viehschau getrennt bewertet werden sollten. Die Befürworter der Trennung setzten sich durch. Andi Staub sagt: «Die Gegner haben sich einsichtig gezeigt, doch das Abstimmungsergebnis war knapp.» Er ist nicht stolz auf den Sieg, und im Rückblick geht er behutsam um mit den damaligen Gegnern. Eigentlich möchte Andi Staub keinem wehtun. Trotzdem waren harte Worte von der Gegenseite gekommen. «Und auch von mir.» Das habe starke Nerven gebraucht. Oft sei er ins Bett gegangen und habe gedacht: «Schtärneföifi!» Seine Ausdrucksweise entspreche den Hüttner Umgangsformen, sagt er. Er kennt sie von klein auf: «Natürlich hat jeder seine Ecken und Kanten. Aber jeder mag dem andern etwas gönnen und lässt ihn leben.» Er macht von einem seiner Kollegen mit demselben Wohlwollen gegenteilige Aussagen: «Er isch en dienige, ein liebe Chäib.» Und: «Er isch es Schlitzo0r.» Andi Staub war und ist davon überzeugt, dass die 1999 gefundene Lösung die richtige war. Er argumentiert: «Jeder Züchter entscheidet sich für eine Rasse und entwickelt darauf eine Liebe zum Tier seiner Wahl. Er kämpft auch für seine Überzeugung, selbst wenn die anderen denken:‹Warum macht er das?›» Er erzählt in gewundenen Sätzen, lässt auch einmal einen unfertigen Satz stehen und beginnt den nächsten. Staub selber hält fest an der Zuchtrasse seiner Vorfahren, der Original Braunen. Und er ist stolz, dass sein Vieh noch Hörner trägt. 22 Kühe und gleich viel Jungvieh hat der Landwirt mit dem Kosenamen «Rutzli» an der Finsterseehalde. Als Präsident der Viehprämierungsgenossenschaft musste er dafür sorgen, dass es für alle stimmt. Dafür habe er die letzten zwölf Jahre gelebt und oft auch des Nachts darüber nachgedacht, sagt Staub. Er hatte den Anspruch, dass die ausstellenden Bauern und die Gäste von nah und fern zufrieden waren. Staub sagt: «Für mich war es das A und O, dass alles reibungslos ablief.»

Andi Staub und das Vieh: Er hält fest an der Zuchtrasse seiner Vorfahren, der Original Braunen.

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