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Erkennt der Computer eine Zahl nicht, muss eine Mitarbeiterin helfen

Das Steueramt Wallisellen liest die Steuererklärungen von neun Gemeinden ein. Auch diejenigen von Uster und Wangen-Brüttisellen.

Alle Steuererklärungen aus dem Kanton Zürich werden in den drei Scancentern von Zürich, Winterthur und Wallisellen digitalisiert. Winterthur liest die Unterlagen der Standortgemeinde sowie 106 Kundengemeinden ein. Die Stadt Zürich sowie 54 Kundengemeinden lassen ihre Dossiers in Zürich scannen. Wallisellen erfasst die Steuerklärungen von den neuen Gemeinden. Der Hochleistungsscanner bearbeitet mit zwei Kameras rund 180 Seiten pro Minute. Im Schnitt dauert der Scanvorgang pro Steuererklärung etwa 10 Sekunden.(all) Von Alexander Lanner Von aussen sieht das Einfamilienhäuschen im Zentrum von Wallisellen ganz unscheinbar aus. Im Innern geht es aber um Millionenbeträge. Das Gebäude beheimatet das Scancenter Wallisellen. «Rund 75 000 Steuererklärungen lesen wir hier pro Jahr ein. An Spitzentagen sind es bis zu 1200 Dossiers», sagt Jürg Honegger, Leiter des Steueramtes Wallisellen. Hier werden auch die Steuererklärungen von Uster und Wangen-Brüttisellen eingelesen. Wenn die Steuererklärung zu Hause ausgefüllt ist und zusammen mit den zusätzlichen Formularen im Rückantwortcouvert steckt, ist für die meisten die unliebsame Pflichtaufgabe erledigt. Für das Scancenter beginnt die Arbeit erst. Die Mitarbeiter öffnen die Couverts, machen die Unterlagen «scanfertig». Sie sortieren die Formulare, bei zusammengehefteten Blättern schneiden sie die Ecke mit der Bostitch-Klammer weg. «Wichtig ist, dass das doppelseitige Originalformular beigelegt ist», sagt Honegger. Darauf sind die Strichcodes aufgedruckt, die für die Weiterverarbeitung benötigt werden. Das Scannen selbst dauert nur wenige Sekunden. Noch immer viel Handarbeit Nach dem Scannen beginnt die Feinarbeit. «Den Formularen, die der Computer nicht automatisch erkennt, wird von Hand ein Index zugewiesen», sagt Honegger. Jedes einzelne Blatt erhält so einen Code, damit es als Beleg oder Bankauszug identifiziert werden kann. In einem dritten Schritt überprüft der Computer die eingetragenen Zahlen. Eine Mitarbeiterin muss von Hand bestätigen, dass es sich bei der nicht erkannten Hieroglyphe um eine 3 oder 8 handelt. «Wenn die Steuererklärungen mithilfe des Computerprogramms Privat-Tax ausgefüllt wurden, entstehen keine Probleme», sagt Honegger. Meistens sind auch die Handschriften gut lesbar. Damit Total und Überträge übereinstimmen, wird im letzten Arbeitsschritt die Plausibilität der Daten getestet. «Vor allem die von Treuhändern ausgefüllten Steuererklärungen haben eine hohe Fehlerquelle», sagt der Steueramtsleiter. Meist werden gleich die Originalformulare bedruckt, allerdings landen die Ziffern oft nicht genau in den vorgegebenen Kästchen. Wieder in Handarbeit werden die notwendigen Korrekturen vorgenommen. Da in diesem Jahr mehr Gemeinden ihre Unterlagen direkt nach Wallisellen schicken, hat Honegger den Personalbestand um zwei Kräfte aufstocken müssen. Insgesamt kümmern sich in den Spitzenzeiten erstmals acht Angestellte um die elektronische Erfassung der Steuererklärungen. Ist die Arbeit in Wallisellen erledigt, werden die Daten über eine sicherer Leitung nach Zürich geschickt und von dort in die jeweilige Gemeinde. Die eigentliche Prüfung der Angaben findet nach wie vor in den einzelnen Gemeindesteuerämtern statt. Diese erhalten neben den elektronischen Daten auch die Originalformulare zurück. Zur Sicherheit bleiben die Daten in Wallisellen für einen Monat gespeichert, danach werden sie gelöscht. Die Mehrheit der Kundengemeinden des Walliseller Scancenters müssen die eingereichten Steuererklärungen nicht selbst in die Glattalgemeinde bringen. «Wenn die Dossiers nicht direkt per Post bei uns eintreffen, holt unser Shuttlebus die Unterlagen einmal pro Woche ab», sagt Honegger. Auch der Rücktransport ist so organisiert. Eine Ausnahme bildet Uster. Die Stadt sorgt selbst für den Transport nach Wallisellen. Gleich nach dem Scannen werden die Unterlagen eingesammelt und zurückgefahren.

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