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Extreme Islamisten tagen im Februar in Bülach

Der als extrem geltende Islamische Zentralrat missioniert im Februar in der Stadthalle. Der Stadtrat hat kein Problem damit, andere hingegen schon.

Von Fabian Boller Bülach – «Ursprung der Moral» nennt sich die Veranstaltung, welche der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) am 25. Februar in der Bülacher Stadthalle durchführen wird. Das Programm hat es in sich. Islamprediger aus aller Welt werden ihre Botschaft verkünden. Unter den Gästen befindet sich zum Beispiel Irfan Salihu. In einem Video auf Youtube sagt er, wer kein Kopftuch trage, der sündige schwerer als eine Alkoholikerin. Auch der Präsident des IZRS, Nicolas Blancho, ist wegen teils extremer Ansichten höchst umstritten. Bülachs Sicherheitsvorsteher Jürg Hintermeister (FDP) hat den Anlass gemeinsam mit der Stadtpolizei genehmigt. «Der Islamische Zentralrat ist für uns ein Kunde wie jeder andere», sagt er. Der Veranstalter könne alle Auflagen der Stadt erfüllen. «Nährboden für Terrorismus» Dass die Islamisten so ungehindert in Bülach missionieren können, stösst dem Steinmaurer EDU-Kantonsrat Hans Egli sauer auf. Für ihn ist der Zentralrat eine äusserst problematische Vereinigung, welche muslimische Praktiken propagiere, die mit dem Schweizer Rechtsstaat nicht zu vereinbaren seien. Er bezeichnet den IZRS gar als Nährboden für Terrorismus. «Nicolas Blancho unterhält nachweislich Kontakte zu Al-Qaida-Mitgliedern», sagt er. Egli hätte dem IZRS die Bülacher Stadthalle deshalb wohl nicht überlassen. Der Nachrichtendienst schrieb dem Zentralrat bis anhin aber kein gewalttätiges Potenzial zu. Zentralratsmitglied Naim Cherni wird den Bülacher Anlass moderieren und hat nur ein Lachen übrig für die Terrorismus- und Extremismusvorwürfe. Er will diese nicht weiter kommentieren. «Jeder ist eingeladen, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen», sagt Cherni. Den Standort Bülach habe man aufgrund seiner Nähe zu Zürich gewählt. «Wir haben bisher immer in der Region Bern getagt. Viele Mitglieder wollten, dass wir auch einmal in Zürich präsent sind.» Anfrage an Regierungsrat Hans Egli gefällt diese Präsenz gar nicht. Am Montag will er im Kantonsrat eine Anfrage an den Regierungsrat stellen. Im Detail will der christliche Politiker von der Kantonsregierung wissen, was diese unternehmen wird, damit es in Bülach nicht zu einer islamischen «Hass-prediger-» oder «Islampropagandaveranstaltung» kommt, und wie dafür gesorgt werde, dass die verfassungsmässigen Grundrechte und die Gesetze respektiert werden. Egli will zudem wissen, ob sich der Regierungsrat über Redner und Inhalt der Veranstaltung informieren wird und gegebenenfalls Massnahmen einleitet. Stadtrat Jürg Hintermeister geht von einer ruhigen Veranstaltung aus. Im Moment sehe es nicht danach aus, dass hohe Kosten für die Sicherheit auf die Stadt Bülach zukämen, sagt er. Vor Jahresfrist in Biel sei auch alles friedlich verlaufen.

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