Zum Hauptinhalt springen

Fahrlehrer ungern in der Pflicht

Weil bald jeder Zweite durch die Fahrprüfung fällt, will das Verkehrsamt strengere Regeln. Ausbilder aus der Region zweifeln am Erfolg.

Von Regine Imholz Die Durchfallquote bei den Zürcher Fahrschülern ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. So haben im vergangenen Jahr 45 Prozent aller Schüler der Kategorie B (PW) beim ersten Versuch nicht reüssiert. «Das sind zehn Prozent mehr als noch vor zehn Jahren», erklärt Roland Schnieper, Chefexperte Führerprüfung des Kantons Zürich. «Die Leute sind immer weniger bereit, sich seriös vorzubereiten», sagt Schnieper. Es gehe dabei auch ums Geld. Bei jungen Männern sei es schon fast ein Sport, sich mit möglichst wenig Fahrstunden zur Prüfung anzumelden. Wer beim ersten Mal durchfalle, melde sich möglichst schnell wieder an. So erstaune es nicht, dass 2011 auch beim zweiten Versuch immer noch 39 Prozent durchgefallen seien. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, will das Strassenverkehrsamt die Fahrlehrer in die Pflicht nehmen: Ab 1. März müssen sie vor der Anmeldung zu einer dritten Prüfung mit ihren Schülern zu einem Gespräch beim Leiter Führerprüfung antreten. «Ein solches Gespräch macht nur bedingt Sinn», sagt ein Fahrlehrer aus der Region, der anonym bleiben will. Zwar könne man auf uneinsichtige Schüler damit einen gewissen Druck ausüben. Denn die drei- bis vierhundert Franken Gebühr für das Gespräch seien allemal ein Argument. Aber dass man dazu – und für die dritte Prüfung – in Zürich antraben müsse, statt wie üblich in Hinwil, sei nicht fair. «Wer glaubt, dass er nach acht Stunden Unterricht Auto fahren kann, leidet an krasser Selbstüberschätzung», sagt der Fahrlehrer. Solche Situationen seien heikel, sagt Aleksandra Prijic, langjährige Fahrlehrerin aus Männedorf. Die Kunden drohten, sich selber anzumelden oder zu einem anderen Fahrlehrer zu wechseln. Manche kämen allerdings zur Einsicht, wenn ihnen anhand simulierter Prüfungssituationen vor Augen geführt werde, dass sie noch nicht examensreif seien. In der Schweiz gibt es kein Fahrschulobligatorium. Das heisst, dass sich jeder selber zur Prüfung anmelden kann. Erst zur dritten Prüfung braucht es eine Fahrlehrerbestätigung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch