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Familie Feurer und ihre blechernen Ungetüme

Seit 50 Jahren verdient die Hinwiler Familie Feurer Geld, indem sie mit ihren Mähdreschern für andere Bauern aufs Feld geht.

Von Elena Ibello Hinwil – Wie kleine Käfer reihen sich die Autos neben den gigantischen Mähdreschern auf dem Hof der Familie Feurer. Und auf der Nebenstrasse vor dem Eingang bildet sich eine Traube von Kindern und Erwachsenen. Alle wollen zu den Feurers. Die Kinder zu den Ponys, die Erwachsenen an den Brunch. Der Betrieb in Hinwil feiert an diesem Sonntag sein 50-jähriges Bestehen, und dazu sind Kunden, Freunde und Verwandte geladen. An den Tischen in der Scheune bleibt kaum ein Platz frei. Die Leute frühstücken ausgiebig, schwatzen und lachen. Geht Walter Feurer vorbei, klopft ihm immer wieder einer anerkennend auf die Schulter und wechselt ein paar Worte mit dem Patron. Eine Idee, die sich rechnete Wer sein Getreide dreschen will, ruft die Feurers, die mit ihren modernen Mähdreschern vorfahren und diese Aufgabe für die Bauern erledigen. Walter Feurer drosch schon, als er erst 16 Jahre alt war. Sein älterer Bruder hatte damals die Idee, einen Mähdrescher zu kaufen und den Bauern das Dreschen gegen einen Lohn anzubieten. «Der Vater kaufte die erste Maschine, und ich übernahm das Dreschen in meiner schulfreien Zeit», sagt Feurer. Schon nach drei Jahren kaufte sein Bruder die zweite Maschine – so wurde daraus bald ein stattlicher Betrieb. Seit der Bruder nach Kanada ausgereist ist, führt Feurer das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Margrit. «Heute brauchen wir nur mehr zwei Maschinen», sagt er. Ein einziges Ungetüm von dreieinhalb Meter Breite und vier Meter Höhe erledige in einer Stunde die Arbeit, die früher eine Maschine in einem Tag bewältigte. Ein Tüftler und Erfinder Inzwischen drängelt hinten in der Scheune eine Gruppe Kinder um eine Fahrerkabine. Die Kleinen zeigen mit den Fingern auf die Leinwand, wo eine animierte Landschaft aus der Perspektive eines Mähdreschers zu sehen ist. Es ist der Mähdrescher-Simulator. «Wir werden einmal den grössten Bauernhof der Welt haben und Tausende Mähdrescher kaufen», sagt einer der drei Buben, die warten, bis sie endlich wieder ans Steuer dürfen. Feurer hat den Simulator eigens für dieses Fest gebaut. Überhaupt bastelt Feurer viel und gerne. Wer durch das Gehöft schlendert, entdeckt überall Spuren seiner «Tüftlerei». Dort hängt eine metallene Spinne in einem Netz, hinter dem Haus dreht sich ein Windrad zur Stromproduktion – ergänzt von einigen Solarzellen auf dem Dach. In der Scheune steht Feurer nun auf der Bühne, eine Klarinette in den Händen. Die Gäste schaukeln zu den Ländlern der Tänntöörli Philosophe, der «Hausmusik» der Feurers. Die gibt es genauso lange wie den Betrieb. Man spielte sich früher «einen rechten Nebenverdienst» ein und produzierte sogar eine Schallplatte. «Wir haben ein abwechslungsreiches Leben», sagt Margrit Feurer.

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